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Noch kein Betreiber für Flüchtlingsasyl in Leipzigs Grube-Halle

Verhandlungen dauern an Noch kein Betreiber für Flüchtlingsasyl in Leipzigs Grube-Halle

Am Freitag kommen die ersten Flüchtlinge, aber bisher gibt es noch keinen Betreiber für die neue Notunterkunft in der Leipziger Grube-Halle. Die Entscheidung sollte am Donnerstag fallen, die Landesdirektion war bis zum Abend aber zu keiner Auskunft bereit. Zudem konterte der Freistaat Kritik der Leipziger Stadtverwaltung. Erstaunt ist die Polizei.

Die Ernst-Grube-Halle ist Teil des Sportcampus der Universität Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die Zeit drängt, ab Freitag sollen 500 Flüchtlinge die neue temporäre Notunterkunft der Landesregierung in der Grube-Halle beziehen können. Noch gibt es allerdings keine Entscheidung, wer das Areal ausstatten und letztlich auch fachgerecht betreiben soll. Wie Ingolf Ulrich, Sprecher der zuständigen Landesdirektion, am Vormittag gegenüber LVZ.de erklärte, werde aktuell noch mit Interessenten verhandelt.

Sowohl Malteser, als auch Deutsches Rotes Kreuz (DRK) sollen Angebote abgegeben haben. Beim DRK betraf dies allerdings nur Aufbau und Logistik, ein Betrieb der Anlage komme nicht in Frage, sagte Sprecher Kai Kranich am Donnerstag. Auch weitere Dienstleister, die beim Aufbau von notwendigen zusätzlichen sanitären Anlagen zur Hilfe kommen könnten, wurden offenbar nicht kontaktiert. Sowohl Bundeswehr als auch Technisches Hilfswerk (THW) wurden nach eigenen Angaben bisher nicht angefragt.

Am Dienstagabend hatte die Landesdirektion der Kommune per E-Mail mitgeteilt, dass die denkmalgeschützte Grube-Halle auf dem Sportcampus der Universität Leipzig bis Oktober als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird. Ab Freitag sollen dort schrittweise 500 Asylbewerber untergebracht werden.

Politik und Stadtverwaltung erklärten schnell Hilfsbereitschaft, kritisierten aber auch, erst spät über die Pläne informiert worden zu sein. „Das war kurzfristig ja, aber es war ohnehin sehr wahrscheinlich, dass in Leipzig noch Asylbewerber untergebracht werden. Das hätte man auch erwarten können“, konterte Landesdirektionssprecher Ulrich am Donnerstag.

Polizei wusste von nichts

Die Kommunikation klemmt auch an anderer Stelle. Eigentlich soll die Unterbringungsbehörde, wie es im besten Beamtendeutsch heißt, mit der zuständigen Polizeidienststelle ein Sicherheitskonzept erstellen. Das sieht die Verwaltungsvorschrift zum Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften (VwV) des Sächsischen Innenministeriums so vor. Im Detail geht es bei den Absprachen um Wachpersonal, Meldewegen bei Angriffen und bauliche Vorkehrungen zum Schutz Bewohner. Mit den Sicherheitsbeamten sprach bisher allerdings niemand.

„Die Polizeidirektion Leipzig hat allein über Presseveröffentlichungen von der Nutzung erfahren. Offenbar hat der weiter anhaltende Flüchtlingszustrom und die händeringende Unterkunftssuche eine Vorabinformation nicht erlaubt. Gegenwärtig wird versucht, fernmündlichen Kontakt mit der zuständigen Landesdirektion aufzunehmen, um offene Fragen zu klären“, teilte Andreas Loepki, Sprecher der Leipziger Polizeidirektion, auf Anfrage von LVZ.de mit.

jhz / mpu /mro

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