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Torgauer Straße: Flüchtlinge ziehen in Container um

RB Leipzig finanziert Bolzplatz Torgauer Straße: Flüchtlinge ziehen in Container um

Am Flüchtlingsheim Torgauer Straße sollen bis März 2016 Systembau-Unterkünfte für 260 Menschen aufgestellt werden, inklusive Bolzplatz von RB Leipzig. An der Alten Messe entsteht außerdem ein Containerdorf für rund 350 Menschen.

Asylbewerbereinrichtung in der Torgauer Straße (dpa).

Quelle: dpa

Leipzig. Auf dem Gelände Asylbewerber-Unterkunft Torgauer Straße werden bis März 2016 zehn sogenannte Systembau-Bungalows für die Unterbringung von 260 Menschen aufgestellt. Die Flachbau-Module dienen als Interim während der Sanierung der teils maroden Haupthäuser. Der Stadtrat genehmigte am Mittwoch dafür Mehrausgaben in Höhe von mehr als 5,6 Millionen Euro. Rund 1,5 Millionen Euro deckt die Stadt aus Landesmitteln, die pauschal als Hilfen für Asylbewerber erstattet werden.

Auch ein Freiflächenkonzept ist in Planung, das nach der Sanierung der Haupthäuser Bestand haben wird. Dazu gehört unter anderem der Bau eines Bolzplatzes, den Bundesligist RB Leipzig finanziert, bestätigte Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) am Rande der Ratssitzung gegenüber LVZ.de. Der Verein stellt dafür 50.000 Euro zur Verfügung.

In dem Gebäudekomplex am nordöstlichen Stadtrand sind derzeit rund 400 Menschen untergebracht. Nach Angaben der Stadt bietet das Haus 1 Platz für 130 Menschen, Haus 2 kann 260 Menschen aufnehmen. Die Immobilie hatte dem Stadtrat seit Jahren immer wieder Anlass zu Diskussionen um unhaltbare Wohnzustände geliefert. Die Sanierung der Häuser wird nun in vier Bauabschnitten umgesetzt.

Wohngruppen in zehn Bungalows

Auf einem Areal von rund 10.400 Quadratmetern entstehen als Übergangslösung zehn Wohneinheiten für jeweils 26 Bewohner. Die Systembau-Bungalows sollen einfache Wohnqualität für die Wohngruppen bieten. Nicht mehr als zwei Bewohner müssen sich einen Wohn-/Schlafraum teilen.

Vier Bungalows für etwa 100 Personen will die Stadt Leipzig kaufen. Inklusive Montage und Umbau der Module plant die Stadt noch im laufenden Jahr mehr als 1,1 Millionen Euro an Mehrausgaben dafür ein. Darüber hinaus sollen sechs weitere Bungalows angemietet werden. Das Sozialdezernat geht davon aus, dass für die Miete pro Monat und Bungalow rund 12.000 Euro fällig sind. Das Interim wird zunächst auf zwei Jahre angelegt, so dass die Miete sich auf rund 1,7 Millionen Euro summiert.

Die Interim-Modulbauten seien dringend erforderlich, damit die Platzkapazität der Gemeinschaftsunterkunft Torgauer Straße auch während der Bauphase erhalten bleibe, heißt es in dem Dokument des Sozialdezernats für die Stadträte. Ohne das Interim könne die Stadt ihrer Pflichtaufgabe nicht gerecht werden.

Containerdorf an der Alten Messe

Leipzig muss nach aktuellen Prognosen der Landesdirektion im Jahr 2015 rund 5400 Asylbewerber unterbringen. In den kommenden Jahren sind bereits 20 neue Flüchtlingsunterkünfte im ganzen Stadtgebiet geplant.

Dazu gehört auch ein weiteres Großprojekt auf Zeit: Für 10,7 Millionen Euro sollen im Südosten der Stadt auf einem Gelände "An den Tierkliniken" ein Container-Dorf für rund 250 Asylbewerber und Geduldete entstehen. Vierzehn Bungalows werden bis März 2016 dort bezugsfertig errichtet, inklusive Freiflächen. Die Bungalows sollen laut Sozialbürgermeister Fabian gekauft werden, und können dann später auch an anderen Orten erneut genutzt werden. Auch dieser Beschlussvorschlag passierte den Stadtrat am Mittwoch reibungslos.

Ein Sicherheitskonzept ist in Planung, und auch die soziale Betreuung der Flüchtlinge wird an diesem Standort organisiert. Die Anlage soll für zwei bis drei Jahre belegt werden. Bei dem Grundstück handelt es sich eigentlich um eine Ausgleichsfläche für den Ausbau des Porsche-Werks im Norden der Stadt. Früher befanden sich auf dem Areal Gleisanlagen und Flächen zur Anlieferung von Waren an den Großmarkt im ehemaligen "Kohlrabizirkus".

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