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Wohnraum für Flüchtlinge: Leipzig kauft Belegungsrechte von Vermietern

Förderprämien bis zu 5000 Euro Wohnraum für Flüchtlinge: Leipzig kauft Belegungsrechte von Vermietern

Flüchtlinge sollen in Leipzig möglichst schnell in eigene Wohnungen ziehen. Mit einem Förderprogramm des Freistaats schafft die Stadt jetzt finanzielle Anreize für Vermieter und sichert sich langfristig das Belegungsrecht.

Leipzig sucht Wohnungen für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen. Das Foto zeigt Räume der Gemeinschaftsunterkunft Markranstädter Straße.
 

Quelle: Regina Katzer

Leipzig.  Die Stadt Leipzig sucht weiter dringend Wohnungen für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen. Mit einem Förderprogramm des Freistaats schafft die Stadt jetzt neue Anreize für private Eigentümer und Vermieter. Diese erhalten einmalig bis zu 5000 Euro, wenn sie der Kommune das Belegungsrecht für Wohnraum auf fünf Jahre zusichern.

„Die Regelung tritt in Kraft, wenn ein Mietvertrag abgeschlossen wird“, erklärte Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadtsanierung und Wohnungsbauförderung am Donnerstag bei der öffentlichen Präsentation des Programms. 631.000 Euro stehen für das Jahr 2015 zur Verfügung. Das wäre genügend Geld für die Vermittlung von 150 bis 200 Wohnungen, rechnet die Kommune. Interessenten können sich bis zum 1. Dezember beim Sozialamt melden unter soziale.wohnhilfen@leipzig.de. Danach soll die Resonanz ausgewertet werden.

Die einmalige Förderprämie für die Vermieter ist gestaffelt: Wer Räume bis zu 60 Quadratmeter für Asylbewerber zur Verfügung stellt, bekommt einmalig 3000 Euro, bis zu 85 Quadratmeter werden für das Belegungsrecht 4000 Euro gezahlt, bei noch größeren Wohnungen 5000 Euro. Die Verwendung sei nicht zweckgebunden. Bereitgestellte Wohnungen müssen aber den Standard für die Unterbringung und den Kriterien für die Kostenübernahme von Wohnraum für Hartz IV-Empfänger erfüllen. Daran orientiert sich auch die Miete, erklärte Stefan Adams, Abteilungsleiter für Soziale Wohnhilfen im Sozialamt.

So stehen zum Beispiel einer einzelnen Person bis zu 45 Quadratmeter Wohnraum zu, für die eine Kaltmiete von 269,57 Euro plus Heiz- und Warmwasserkosten von 58,43 Euro übernommen wird. Eine vierköpfige Familie darf auf bis zu 85 Quadratmetern wohnen, für die die Kommune 518,63 Euro Kaltmiete und 110,36 Euro Heiz- und Wasserkosten zahlt.

Übersicht:

Haushaltsgröße angemessene Wohnfläche angemessene Bruttokaltmiete angemessene Heiz- und Warmwasserkosten
1 Person 45 m² 269,57 Euro 58,43 Euro
2 Personen 60 m² 354,50 Euro 77,91 Euro
3 Personen 75 m² 446,95 Euro 97,38 Euro
4 Personen 85 m² 518,63 Euro 110,36 Euro
5 Personen 95 m² 581,13 Euro 123,35 Euro
für jede weitere Person zusätzlich 10 m² 61,18 Euro

12,99 Euro

Quelle: Stadt Leipzig

Konkurrenz bei günstigem Wohnraum

Ziel sei es, mehr Wohnungen für die dezentrale Unterbringung zur Verfügung zu stellen. Leipzig hat sich seit Jahren mit einem vom Stadtrat verabschiedeten Konzept dazu bekannt. Das Programm ist für die Unterbringung von Flüchtlingen gedacht, deren Verfahren noch laufen, erklärte Adams weiter. Ist der Status dann anerkannt, könnten Teilnehmer des Förderprogramms den Vertrag mit der Stadt auch in ein reguläres Vertragsverhältnis mit den Mietern umwandeln.

„Wir sind uns bewusst, dass eine Konkurrenzsituation in Leipzig im Bereich des niedrigpreisigen Wohnraums besteht“, sagte Gerkens. Im Einzelfall könne auch nicht verhindert werden, dass durch die Förderung eine Wohnung nicht an Studenten oder andere sozial schwache Bewerber vergeben werde. „Aber auf die Gründe, nach denen ein Vermieter seinen Wohnraum vergibt, haben wir sonst auch keinen Einfluss“, so Gerkens.

Die Stadt arbeite insgesamt daran, das Angebot an günstigen Wohnungen zu verbreitern. Der Amtsleiter verweist auf das Wohnungspolitische Konzept, das der Stadtrat im Oktober beschlossen hat. Zu den Leitlinien gehört es, dass genügend Wohnraum für einkommensschwache Haushalte geschaffen werden soll. In der Vergangenheit verwies Leipzig aber auch darauf, dass dafür Förderprogramme des Landes nötig seien. Trotzdem sagt Gerkens: „Der Markt reagiert ja bereits. Aber das braucht Zeit.“

Von Evelyn ter Vehn

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