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Clemens Meyer mit einem Einblick in die Stallungen im Scheibenholz

Kolumne Clemens Meyer mit einem Einblick in die Stallungen im Scheibenholz

6 Uhr morgens: Für die Pferde in den Scheibenholz-Stallungen ist das die Zeit fürs Frühstück. Unser Kolumnist Clemens Meyer schaute Trainer und Pferden über die Schulter.

An dieser Stelle schreibt Kult-Schriftsteller Clemens Meyer, 39, in regelmäßigen Abständen über seine große Liebe, den Galoppsport.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Ein ganz normaler Tag in den Stallungen im Scheibenholz: Spätestens um 6 Uhr morgens öffnet Trainer Marco Angermann die Türen der Ställe, manchmal ist auch Futtermeister Wolf Uhlemann, ein Urgestein und seit Jahrzenten in diesem Beruf tätig, schon ein paar Minuten früher da, die Pferde in den Boxen sind schon unruhig, strecken ihre Köpfe durch die offenen Boxenfenster, schauen nach links und rechts, fast sieht es so aus, als würden sie miteinander flüstern, gleich gibt es die erste Mahlzeit des Tages, ein Maß Hafer. Das Radio dudelt, Kaffee wird gekocht, der Ablaufplan fürs Training ist schon zusammengestellt, und die ersten acht Pferde werden nach dem Frühstück (dem der Pferde, es ist bereits 10 nach 6!) in die Führmaschine gebracht, einer Art Karussell, in dem die englischen Vollblüter eine ganze Weile traben, bis es auf die Trainierbahn geht, meist in Zweiergruppen, sogenannten Lots, der Trainer, einst gelernter Berufsrennreiter, reitet die Pferde selbst, wird aber in der Morgenarbeit von weiteren Reiterinnen unterstützt.

Die Pferde galoppieren über die Sandbahn, das gibt Kondition. Wie man die Leistungen eines Pferdes verbessert, die Geheimnisse und Tricks im Umgang mit Pferden lernt man nicht nur beim Trainerlehrgang in Köln, wo die Lizenz erworben wird, sondern in der jahrelangen Arbeit mit dem Individuum englisches Vollblut, Marco Angermann war lange im Rennstall von Angelica Glodde beschäftigt, auch bei Peter Hirschberger im Scheibenholz, er hat, wie man so schön sagt „Stallgeruch“.

Die Boxen werden ausgemistet, neu gestreut, die Pferde nach der Arbeit gepflegt, gesäubert, nochmal wird gefüttert, Pferde, die kurz vor einem Rennen stehen, bekommen extra, einmal die Woche kommt der Hufschmied, der Tierarzt, der Hof und der Stallungsgang müssen gefegt und gesäubert werden... dann ist Mittagsruhe, bis die Türen der Stallungen sich am Nachmittag wieder öffnen.

Häufig machen sich die Zuschauer, die die Pferde dann im Rennen anfeuern, aber auch die Kritiker dieses besonderen Sportes, keine Vorstellungen, welche harte Arbeit und wie viel Kraft und auch Herzblut hinter den Leistungen der Pferde stehen.

An dieser Stelle schreibt Kult-Schriftsteller Clemens Meyer, 39, in regelmäßigen Abständen über seine große Liebe, den Galoppsport. Die nächste Kolumne erscheint Mitte September zum Jubiläum „150 Jahre Scheibenholz“.

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