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Clemens Meyer über die Suche nach der großen Pferdewette

"Galoppgeflüster" vor dem Moderenntag Clemens Meyer über die Suche nach der großen Pferdewette

Am Sonntag laufen sie wieder: Im Leipziger Scheibenholz steht der zweite Pferderenntag der Saison an. In seiner Kolumne "Galoppgeflüster" schreibt Clemens Meyer über die Suche nach dem großen Glück am Wettschalter – und verrät, wen er beim Moderenntag besonders im Blick hat.

Zu Besuch bei den Rennpferden im Scheibenholz: "Der Sport lebt von Emotionen, von Begeisterung", sagt Schriftsteller Clemens Meyer.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die grüne Saison läuft! Während anderswo der Fußball bejubelt wird, reise ich über die Rennbahnen, Dresden, Hoppegarten, Magdeburg, auf der Suche nach dem Turfglück, auf der Suche nach den magischen Momenten des Pferdesports, auf der Suche nach der großen Wette, auf der Suche nach den alten und neuen Geschichten von edlen englischen Vollblütern, von kleinen eleganten Jockeys, die wie aus einer anderen Zeit zu kommen scheinen, wettergegerbte Gesichter, der ewige Kampf ums Gewicht, jedes Gramm, was das Pferd mehr trägt, entscheidet, was weiß der Außenstehende schon von der Härte des Berufsreiterlebens, aber: „Alles Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde.“

Natürlich gehört das Wetten dazu, erhöht den Reiz, wer will nicht den Sieger voraussagen und damit sein Fachwissen zeigen, einen Außenseiter finden, der dennoch erste Chancen hat, vielleicht einmal eine besonders ertragreiche Dreierwette treffen, aber immer wieder bin ich erstaunt, wenn der Sport nur darauf reduziert wird. So fragte mich am 1.Mai jemand, als ich mit anderen Galoppsportfreunden in der alten Waage im Scheibenholz jubelte und brüllte, als am Monitor der Leipziger Crack und Seriensieger Mister Spock auf der Zielgeraden Meter um Meter gutmachte, weit weg in Hannover, und mit dem letzten Galoppsprung gewann: „Da hast du wohl richtig Reibach gemacht?“

Nein, habe ich nicht – es war die Freude über den Sieg eines Stallgenossen, eines Pferdes, das ich oft in seiner Box besuche und schaue, wie es sich fühlt.

Der Sport lebt von Emotionen, von Begeisterung. Ein Pferderennen ist auch eine Leistungsprüfung, sportlicher Wettkampf. Eine große Siegwette habe ich in Leipzig am 1. Mai aber doch probiert, Bwana war für mich das Pferd für die Überraschung, schon Tage zuvor habe ich ihn beim Buchmacher für eine stattliche Quote gespielt. Mit einem Hals geschlagen wurde er nach großem Kampf Zweiter. Auch das gehört dazu.

Und für Sonntag bin ich gespannt, ob der Leipziger Liverbird seinen jüngsten Hoppegartner Sieg wiederholen kann.

Allen Jockeys und Pferden ­wünsche ich traditionell: „Hals und Bein!“

Von Clemens Meyer

An dieser Stelle schreibt Kult-Schriftsteller Clemens Meyer, 39, in regelmäßigen Abständen über seine große Liebe, den Galoppsport. Die nächste Kolumne erscheint Ende Juni.

Scheibenholz 51.326054 12.357705
Scheibenholz
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