Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Hochwasser in Sachsen
Google+ Instagram YouTube
Aufräumen und Entspannung in Sachsen - Priorität Deichsicherung

Aufräumen und Entspannung in Sachsen - Priorität Deichsicherung

Sachsen räumt auf und vielerorts kehrt langsam Normalität ein. Nach elf Hochwassertagen beendete der Verwaltungsstab des Freistaates, der den Katastropheneinsatz seit dem 2. Juni in Zusammenarbeit mit den betroffenen Regionen koordinierte, seine Arbeit.

Voriger Artikel
"In Grimma haben uns einzelne Stammeskrieger aufgehalten" - Axel Bobbe im Interview
Nächster Artikel
Bund und Länder einigen sich über Fluthilfefonds - Tillich kündig Tourismus-Kampagne an

Die Sicherung der Deiche genießt derzeit Priorität in Sachsen.

Quelle: André Kempner

Dresden. „Die Lage entspannt sich weiter“, sagte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) nach der letzten Sitzung des Gremiums am Donnerstag in Dresden. Für diesen Freitag hat die Staatsregierung Landräte und Bürgerneister zu einer Wiederaufbaukonferenz in Nossen eingeladen.

Die aufgeweichten Deiche, auf die nach wie vor das Wasser drückt, werden weiter beobachtet. In acht Gemeinden des Landkreises Meißen besteht noch Katastrophenalarm. Rund 10 000 Menschen warten noch auf die Rückkehr in ihr Zuhause.

Kupfer und Innenminister Markus Ulbig (CDU) kündigten eine Analyse der Katastrophe an, die dank des Einsatzes aller Verantwortlichen und der guten Zusammenarbeit mit den Behörden in Tschechien besser als 2002 gemanagt werden konnte. Beide betonten erneut die Notwendigkeit, die geplanten und bisher wegen Widerständen nicht realisierten Hochwasserschutzprojekte umzusetzen. Kupfer appellierte an die Bürger, künftig kompromissbereiter zu sein und Projekte nicht sinnlos aus Eigeninteresse zu blockieren.

Bund und Länder wollen den Opfern der Flutkatastrophe mit bis zu acht Milliarden Euro helfen. Dafür wird wie bei der Jahrhundertflut 2002 ein nationaler Fonds eingerichtet, den beide Seiten zu gleichen Teilen finanzieren. „Damit ist uns heute wirklich ein großer Schritt gelungen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten in Berlin. Der Bund müsse dafür neue Schulden machen. Über Details wollten die Finanzminister in den nächsten Tagen verhandeln. Die Gesetzgebung für den Fonds soll bis zum 5. Juli - mit der letzten Bundesratssitzung - abgeschlossen sein.

Der Bund will sich zudem an jedem Soforthilfeprogramm der Länder zur Hälfte beteiligen. Auch verzichtet er darauf, sich die Kosten für die Einsatzkräfte des Bundes von den Ländern erstatten zu lassen. Der Einsatz von Bundeswehr, Bundespolizei und Technischem Hilfswerk in den Flutgebieten kostete nach offiziellen Angaben bisher rund 55 Millionen Euro. Bisher hat der Bund Soforthilfen von rund 100 Millionen Euro zugesagt.

An der Elbe in Sachsen sanken indes die Pegelstände weiter. In Schöna, Dresden, Riesa und Torgau bewegten sie sich bereits in der Alarmstufe 2. In Dresden wurden am Abend 5,32 Meter gemessen, mehr als drei Meter unter dem Höchststand vor einer Woche. Normal sind in der Landeshauptstadt knapp zwei Meter. In den Orten entlang des Flusses wurden Sandsackwälle zurückgebaut, Keller leergepumpt, Straßen und Häuser vom Schlamm gesäubert und Sperrmüll entsorgt.

Damit es mit den Aufräumarbeiten auch am Wochenende ungehindert weiter gehen kann, wurde auch für diesen Sonntag das Lkw-Fahrverbot aufgehoben. Nach und nach normalisiert sich das öffentliche Leben in den betroffenen Städten und Regionen. Allerdings waren noch immer einige Bahnstrecken gesperrt, andere nur mit verminderter Geschwindigkeit befahrbar, wie die Deutsche Bahn in Leipzig mitteilte. Daher kommt es weiterhin zu Verspätungen, Umleitungen und Ausfällen im Regional-, Fern- und Güterverkehr.

Die Hochwasserschäden in Sachsen insgesamt wurden bisher nicht beziffert. Der Landkreis Görlitz schätzte die Schäden des Juni- Hochwassers und des Unwetters vom vergangenen Sonntag auf mehr als zehn Millionen Euro. In Sachsen forderten die Grünen mit Blick auf überflutete Vereine gleiche Hilfe für alle Betroffenen. „Der Freistaat muss aktiv werden, bevor Vereine vor dem finanziellen Aus stehen“, appellierte Landeschef Volkmar Zschocke.

Die Zahl der eingesetzen Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten, Rettungskräfte und THW-Angehörige sank inzwischen auf weniger als 1000. Insgesamt wurden seit dem 2. Juni 16 000 Menschen aufgefordert, ihr Zuhause zu verlassen, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Da nur wenige die Notquartiere nutzten, spreche das für die große Solidarität der Menschen. Mit einem 74-Jährigen, der nahe Pirna in einen Fluss stürzte, gab es einen Fluttoten sowie 18 Verletzte - vor allem Einsatzkräfte.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hochwasser in Sachsen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitungsküken 2017 gekürt

    Zum elften Mal suchte die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung das Zeitungsküken. Mit der Aktion steht der Nachwuchs der Region im Fokus. Sehen Sie h... mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr