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Hochwasser in Sachsen
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Deiche im Leipziger Süden: Belastungsgrenze erreicht – Talsperrenverwaltung will handeln

Deiche im Leipziger Süden: Belastungsgrenze erreicht – Talsperrenverwaltung will handeln

Die Deiche im Leipziger Süden müssen ertüchtigt werden, um die Standsicherheit zu erhöhen. Die Dämme seien während des Hochwassers „bis an die Belastungsgrenze“ eingestaut worden, sagte Axel Bobbe von der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße gegenüber LVZ-Online.

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Die Bundeswehr transportierte Sandsäcke zum Deich im Leipziger Süden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Fachmann geht davon aus, dass Millionen-Investitionen nötig sind.

Zwischen Knauthain und Schleußig hatten Deichläufer während der kritischen Hochwasserlage immer wieder Sickerstellen ausgemacht. Das Nässen sei durchaus normal, erklärte Bobbe. Allerdings seien die Deiche, die komplett aus lehmigem Boden bestehen, jetzt enorm durchfeuchtet. Man müsse für die Zukunft Vorkehrungen treffen, um die Standsicherheit zu erhöhen.

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Leipzig. Die Bauarbeiten an den Deichen des Elsterhochflutbettes in Leipzig sind mit einer neuen Innendichtung und Deichbegrünung abgeschlossen, teilte die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsens mit. Die acht Kilometer lange Strecke wurde nach sechs Monaten Bauzeit für rund 6,5 Millionen Euro fertiggestellt.

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In den 1970er und frühen 1980er Jahren, als die Deiche gebaut wurden, habe man nicht mit einer Flut dieser Kategorie gerechnet: Das sein ein Hochwasser gewesen, wie es statistisch gesehen nur alle 150 Jahre auftrete, betonte Bobbe.

Experte empfiehlt Kerndichtungen für Deiche

Der Experte empfiehlt, die Deiche nun mit Kerndichtungen auszustatten. Dafür können Spundwände in den Wall eingelassen werden. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat damit bereits Erfahrung: Der Luppe-Deich ist von der Stadtgrenze bis Schkeuditz auf diese Weise verstärkt worden. „Dort hat kein Deich gewackelt“, sieht sich Bobbe bestätigt. Bei anderen Spezialverfahren würden Löcher in die Wälle gebohrt und Zement mit Erde gemischt. Härtet die Masse aus, ist der Damm nicht mehr wegzuschwemmen.

Das Geld zur Finanzierung des Hochwasserschutzes muss die LTV beim Land Sachsen beantragen. „Der Bedarf wird in den nächsten ein bis zwei Jahren erheblich sein“, sagte Bobbe. Allein an der Mulde habe es rund 30 Deichbrüche gegeben. Für den Leipziger Süden müssten pro Kilometer Deich Kosten von einer dreiviertel bis zu einer Million Euro eingeplant werden. Der kritische Abschnitt zwischen Knauthain und Schleußig ist mindestens acht Kilometer lang.

Konkrete Abstimmung mit der Stadt Leipzig steht noch aus

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Die Helfer hatten während des Hochwassers Probleme, zum Elsterdeich zu gelangen. In Eile wurde eine Straße angelegt.

Quelle: André Kempner

Sorgen machte den Hochwasserschützern auch die Sicherung der Deiche zwischen Stadtgrenze und Brückenstraße. Weil eine Zufahrt fehlte, musste die Bundeswehr mit einem Hubschrauber Sandsäcke ans Ufer transportieren. In aller Eile wurde außerdem ein provisorischer Verteidigungsweg gebaut. „Wir sind uns mit der Stadt einig, dass in Zukunft alle Deiche über entsprechende Straßen erreichbar sein müssen“, sagte Bobbe.

Eine konkrete Abstimmung zu den Hochwasserschutzmaßnahmen habe es zwischen der Stadt und der LTV noch nicht gegeben, teilte das Umwelt-Dezernat am Mittwoch auf Anfrage mit. Entsprechend des Hochwasserschutzkonzeptes Weiße Elster werde die Standsicherheit der Deiche im Leipziger Süden geprüft. Danach erfolge die weitere Planung durch die Landestalsperrenverwaltung.

Wann und von wem die Berge von Sandsäcken im Leipziger Süden wieder abtransportiert werden, will die Stadt möglichst noch in dieser Woche entscheiden, teilte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) mit. Der Pegel der Weißen Elster liegt seit Tagen bei um die 2,12 Meter, noch immer gilt Alarmstufe 2.

Evelyn ter Vehn

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