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Hochwasser in Sachsen
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Jahrhundert-Hochwasser kommt auf Leipzig zu – Höchststand für kommende Nacht erwartet

Jahrhundert-Hochwasser kommt auf Leipzig zu – Höchststand für kommende Nacht erwartet

Leipzig. Der Messestadt steht eine unruhige Nacht bevor. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums (LHWZ) wird die Weiße Elster am Messpunkt Kleindalzig am Dienstagmorgen gegen 2 Uhr einen Höchststand von bis zu 5,30 Metern erreichen.

Wie ein LHWZ-Sprecher sagte, wäre das ein bisher noch nie erreichter Pegel am Fluss. Am Montagmorgen war bei einem Wasserstand von vier Metern bereits die höchste Hochwasserwarnstufe ausgelöst worden.

Zudem hat der Fluß am Montag auch die kritische Marke von mehr als 300 Kubikmetern Wasser pro Sekunde durchbrochen. Die Wassermassen, die auf Leipzig über die Weiße Elster zukommen, werden sich bis Dienstagmorgen verdoppeln, erklärte Axel Bobbe, Leiter der zuständigen Talsperrenverwaltung Untere Pleiße, gegenüber LVZ-Online. „Das wird ein 150-jähriges Hochwasser“, so Bobbe weiter.

Die Landestalsperrenverwaltung hat deshalb in der Nähe von Zitzschen eine Ableitung in den Zwenkauer See öffnen lassen. Bobbe geht aber davon aus, dass die Durchlass-Kapazitäten des Bauwerks in Zitzschen in den Abendstunden erreicht sein wird. Zudem wird im Norden der Stadt die Notöffnung des Nahle-Wehrs vorbereitet.  Vor zwei Jahren ist das Wehr schon einmal geöffnet worden. Überschwemmungen in Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg waren die Folge. Heftig getroffen hatte es damals auch Schlobachshof. Dort wird auch zur Stunde wieder mal gepackt. Die Pferde werden abstransportiert, das Büro in Kisten verstaut.

Südlich der Messestadt wurde am Montag zwischen den Orten Pegau und Kleindalzig entlang der Weißen Elster bereits mehrere Wohnlagen evakuiert.

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Leipzig. Der Messestadt steht eine unruhige Nacht bevor. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums (LHWZ) wird die Weiße Elster am Messpunkt Kleindalzig am Dienstagmorgen gegen 2 Uhr einen Höchststand von bis zu 5,30 Metern erreichen. Wie ein LHWZ-Sprecher sagte, wäre das ein bisher noch nie erreichter Pegel am Fluss. Am Montagmorgen war bei einem Wasserstand von vier Metern bereits die höchste Hochwasserwarnstufe ausgelöst worden.

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In den vergangenen 24 Stunden hat es in Sachsen wiederrum kräftig gereget. Die Werte von der Nacht zum Sonntag mit deutlich mehr als 100 Litern pro Quadratmetern erreichte das Niederschlagsgebiet aber nicht mehr. „Es regnet jetzt vor allem in Ostsachsen“, berichtete Florian Engelmann, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

Fotos aus Leipzig

Dennoch: Auch in Treuen im Vogtland, von wo aus auch Weiße Elster und die Pleiße mit Wasser gespeist, fielen noch einmal 48 Liter. Ein Hochdruckgebiet von den Britischen Inseln drücke jetzt aber dagegen und sorge für Entlastung. Voraussichtlich am Nachmittag höre es auf zu regnen.

Im Landkreis Nordsachsen ist die Hochwassersituation an der Mulde weiter kritisch. Die Pegel steigen weiter, sagte der Sprecher des Landkreises, Rayk Bergner, am Montagmorgen. Von den Werten des Hochwasser von 2002 sei man nicht mehr weit entfernt. Besonders betroffen ist laut Bergner die Stadt Eilenburg. Die gesamte Innenstadt wurde evakuiert. Rund 7 000 Menschen kamen unter anderem in Notquartieren unter.

Fotos aus Döbeln

Auch im Landkreis Mittelsachsen ist die Lage an den Flüssen weiter angespannt. Die Pegelstände an der Zwickauer und Freiberger Mulde seien weiter hoch, teilte das Landratsamt am Montagmorgen mit. 60 Straßen im Landkreis seien gesperrt worden. Das Deutsche Rote Kreuz war mit 130 Mann und zwei Booten im Einsatz. Knapp 400 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, darunter in Frankenberg, Penig, Döbeln und Lunzenau. Sie wurden unter anderem in Schulen und Turnhallen untergebracht. Nach Angaben des Energieversorgers „envia“ sind derzeit 3 700 Kunden ohne Strom.

Angesichts steigender Pegel hat die sächsische Landesregierung die Bevölkerung vor einer Verschärfung der Hochwasserlage gewarnt und zur Vorsicht aufgerufen. Anwohner in den betroffenen Gebieten sollten Vorkehrungen treffen, teilte das Innenministerium des Freistaats in der Nacht zum Montag mit. Über eine spezielle Internetseite ( www.zuers-public.de) könnten sich Bürger standortgenau über die Gefahrensituation informieren. Außerdem stünden die örtlichen Sicherheitskräfte als Ansprechpartner zur Verfügung.

Matthias Roth / lyn / mpu / dpa

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