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Hochwasser in Sachsen
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Nach der Öffnung des Nahlebauwerks: Leipziger Waldtiere sterben in den Fluten des Auwalds

Nach der Öffnung des Nahlebauwerks: Leipziger Waldtiere sterben in den Fluten des Auwalds

Vom Hochwasser in Leipzig sind nicht nur Menschen, sondern auch Tiere bedroht. Vor allem im Auwald bleiben ihnen nur zwei Möglichkeiten, sagt Stadtförster Andreas Sickert: „Abhauen oder absaufen.

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Die Tiere des Auwalds sind nach der Öffnung es Nahleauslassbauwerks gefährdet.

Quelle: dpa

Leipzig. “ Gefährlich ist für die Waldtiere vor allem die seit Montagnachmittag geflutete Burgaue zwischen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg. „Dort werden Tiere ums Leben kommen“, prophezeit der 54-Jährige. Vor allem Kleinsäuger wie Mäuse, Ratten und Hamster ertrinken derzeit in den Fluten. Läuft ein Fuchs- oder Dachsbau voll, haben seine Bewohner ebenfalls keine Chance mehr zu entkommen.

Auch wenn es seltsam klingt: Gefährdet sind sogar Vögel, wie die am Boden brütenden Fasane. Ihre in Ufernähe gebauten Nester können dem Wasser nicht stand halten und werden zerstört. Hinzu kommt das viele Oberflächenwasser, das den Vögeln vor allem am Cospudener See zu schaffen macht. Weil der Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann, werden die Vogel-Nester vom Wasser aufgeweicht. „Die Ente kann zwar sich selbst retten, aber ihr Nest ist futsch“, erklärt der Tierexperte.

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Das Nahleauslassbauwerk leitet Flusswasser in die Burgaue ab.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Rehe können den Fluten zwar schwimmend entkommen. „Aber dass ein neugeborenes Rehkitz das schafft, bezweifle ich“, sagt Andreas Sickert. Mit etwas Glück flieht die Rehfamilie noch auf einen der Fluchthügel, die in den Auwäldern errichtet wurden. Auf solche aufgeschütteten Erdwälle können sich die die Tiere bei Hochwasser zurückziehen – und dort zumindest eine zeitlang überleben. Voruassetzung: Sie werden nicht von übereifrigen Leipzigern aufgescheucht.

Das geschah bei der Flut vor zwei Jahren. Einige Menschen näherten sich den Schutzhügeln, um die Tiere zu füttern. Die erschöpften Rehe sprangen in Panik ins Wasser – und ertranken.

Stadtförster Sickert appelliert deshalb an die Leipziger: Hände weg von den Tieren. Dies gilt auch, wenn sich ein verängstigtes Reh mal in den heimischen Garten verirrt, betont er. Manche Tiere fliehen auf Waldwege oder Straßen. Autofahrer sollten in Waldnähe aufmerksam sein.

Die Tiere, die den Fluten nicht mehr entkommen können, werden vom Wasser weggespült, sagt Sickert. Der Förster wird den Wald später nicht nach ihnen absuchen. Die Kadaver werden von Bakterien natürlich zersetzt.

Leipziger Wildpark sind dei Tiere derzeit sicher. Besucher dürfen das Gelände allerdings nach wie vor nicht betreten, da ein Teil überflutet ist. „Die Tiere haben in ihren Gehegen noch genügend Rückzugsmöglichkeiten“, so Stadtförster Sickert. Außerdem sei das Wasser im Park leicht gesunken. Sorgen bereiten Sickert Tierschützer, die aus Angst um die Tiere, die Gehege zerstören. „Wir hatten hier schon Verrückte, die die Zäune aufgeschnitten haben“, erinnert er sich. Die Tiere seien in Freiheit hilflos und wären eine Gefahr für die Allgemeinheit.  

Gina Apitz

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