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Hochwasser in Sachsen
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Desaster von Fischbeck setzt riesige Flächen unter Wasser

Desaster von Fischbeck setzt riesige Flächen unter Wasser

Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck stehen im Norden Sachsen-Anhalts Quadratkilometer an Fläche unter Wasser. Die Bundeswehr warf am Dienstag mit mehreren Hubschraubern große Sandsäcke in die Fluten.

Magdeburg. Damit wurde ein weiteres Aufreißen des Deiches verhindert und die Fließgeschwindigkeit etwas abgemildert. Nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung ist der Deichbruch im Landkreis Stendal damit unter Kontrolle.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa strömen auch große Wassermengen über den Bahndamm nördlich von Schönhausen. Diese Bahntrasse zwischen Rathenow und Stendal liegt einige Kilometer nördlich von Fischbeck. Die Bahnbrücke dort über die Elbe war schon vor einiger Zeit gesperrt worden. Tausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Aus Schönhausen brachten Bundeswehr-Soldaten am Dienstag die letzten dort noch ausharrenden Einwohner fort.

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Magdeburg. Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck stehen im Norden Sachsen-Anhalts Quadratkilometer an Fläche unter Wasser. Die Bundeswehr warf am Dienstag mit mehreren Hubschraubern große Sandsäcke in die Fluten. Damit wurde ein weiteres Aufreißen des Deiches verhindert und die Fließgeschwindigkeit etwas abgemildert.

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Trotz langsam sinkenden Wasserstandes der Elbe sei die Lage weiter dramatisch, sagte Landrat Carsten Wulfänger (CDU) in Stendal. „Wir sind noch lange nicht durch“. Die Strömung am Deichbruch sei so stark, dass es derzeit nicht möglich sei, die rund 60 Meter lange Lücke zu schließen. Sandsäcke aus den Hubschraubern seien zum Teil einfach weggesackt, sagte Wulfänger. Große Teile des Elbe-Havel-Winkels stünden inzwischen unter Wasser.

Dramatisch war die Lage weiterhin auch an der Mündung der Saale in die Elbe südlich von Magdeburg. Der Elbe-Saale-Winkel ist großflächig überflutet, mehrere Ortschaften sind geräumt. Auch in Ortsteilen von Schönebeck mussten Menschen ihre Wohnungen verlassen. In Aken weiter südlich waren bereits 10 000 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Nördlich von Aken sollte ein Deichdurchbruch an der Elbe durch Abwerfen von Sandsäcken aus der Luft geschlossen werden. Allerdings wird die Stadt auch durch den Bruch des wichtigen Deiches bei Groß Rosenburg bedroht. Dort sind nach Angaben des örtlichen Krisenstabes wegen der hohen Wasserstände keine Sicherungsmaßnahmen mehr möglich. „Da ist nichts mehr zu reparieren“, sagte ein Sprecher.

Unweit von Magdeburg bei Hohenwarthe brachten Helfer einen Durchbruch der Elbe in den Elbe-Havel-Kanal unter Kontrolle. Dort war unter anderem eine Bahntrasse von den Fluten mitgerissen worden. Eine Gefährdung der Gemeinden am Kanal bestehe aber nicht, erklärte der örtliche Krisenstab.

Unterdessen hat die Spitze des Hochwassers an der Elbe das Land Sachsen-Anhalt verlassen. Sie befinde sich seit Dienstagmorgen in Höhe von Wittenberge im Land Brandenburg, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg mit.

In Magdeburg entspannte sich die Lage weiter. Der Pegelstand an der Strombrücke sank auf 6,85 Meter. In der Spitze waren hier 7,46 Meter gemessen worden, bei der Jahrhundertflut 2002 waren es 6,72 Meter. Normal sind dort knapp zwei Meter.

Die knapp 3000 Einwohner des Magdeburger Stadtteils Rothensee konnten am Dienstag wieder zurück in ihre Wohnungen, wie die Stadt mitteilte. Östlich der Elbe gelegene Stadtteile Magdeburgs mit rund 15 000 Bewohnern bleiben dagegen weiterhin geräumt.

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt wollte am Dienstag über die Hochwasserschäden und über Finanzhilfen beraten. Anaschließend wollte sich Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) am Nachmittag in Stendal ein Bild von der Lage machen und unter anderem mit Flutopfern sprechen, die ihre überspülten Häuser verlassen mussten.

Am Vortag hatte die Landesregierung in einem bislang in der Krise einmaligen Vorgang dem Katastrophenschutzstab in Stendal die Zuständigkeit entzogen. Sie koordiniert die Einsätze Tausender Helfer nun selbst. Dies wurde mit der massiv zugespitzten Lage nach dem Deichbruch bei Fischbeck begründet. Zuvor war aber auch Kritik an dem örtlichen Krisenstab laut geworden, weil er unzureichend reagiert habe.

Rochus Görgen, dpa

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