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Hochwasser in Sachsen
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Dresden beginnt mit Evakuierungen - Elbe überfließt Schutzwand in Meißen

Dresden beginnt mit Evakuierungen - Elbe überfließt Schutzwand in Meißen

Sachsens Landeshauptstadt stellt sich auf weitere Wassermassen ein. Da es in Tschechien nach wie vor regne, steige der Wasserstand der Elbe weiter, teilte die Verwaltung am Dienstag mit.

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Elbe-Hochwasser in Dresden.

Quelle: dpa

Dresden. Am Pegel Dresden wurden morgens 7,37 Meter gemessen - normal sind etwa 2 Meter. Zwar sinken die Pegelstände der Nebenflüsse Weißeritz und Lockwitz, durch erneute Niederschläge könne sich aber auch hier die Lage schnell ändern. Ein weiteres Problem sei der schnell ansteigende Grundwasserspiegel, hieß es. Die Behörde rät, bei eindringendem Wasser den Keller voll laufen zu lassen, um ein Aufschwemmen des Gebäudes zu verhindern.

Seit Montag wurden Bewohner in den flussnahen Stadtteilen Gohlis, Laubegast und Zschieren in Sicherheit gebracht, darunter aus drei Altenheimen. Weitere Evakuierungen würden vorbereitet, auch für die Krankenhäuser, sagte Stadtsprecher Kai Schulz. Momentan herrsche Ruhe vor dem Sturm. „Die Innenstadt ist geschützt vor den Elbefluten“, sagte er unter Verweis auf den nach 2002 erfolgten Hochwasserschutz.

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Dresden. Sachsens Landeshauptstadt stellt sich auf weitere Wassermassen ein. Da es in Tschechien nach wie vor regne, steige der Wasserstand der Elbe weiter, teilte die Verwaltung am Dienstag mit. Am Pegel Dresden wurden morgens 7,37 Meter gemessen - normal sind etwa 2 Meter.In Meißen überspülte die Elbe eine Schutzwand, auch Pirna steht unter Wasser.

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Trotz ähnlicher Wetterlage und ähnlich viel Niederschlags gibt es laut Schulz viel weniger Schäden an den Elbzuflüssen im Stadtgebiet. Dafür drücke jedoch das Grundwasser. „Es steht teilweise schon ein bis drei Meter unter der Erdoberfläche, das ist vor allem für Gebäude in der Nähe der Elbe und der Zuflüsse ein Problem.“

Wasser in Pirnas Altstadt

Die Elbe drängt auch in die Altstadt von Pirna. In flussnahen Gebieten musste in der Nacht der Strom abgeschaltet werden und Bewohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. „Es gab aber keine Zwangsevakuierungen“, sagte Stadtsprecher Thomas Gockel. Notquartiere stünden bereit. Die Anlegestelle und erste Straßen hinter dem Bahndamm stehen schon im Wasser, auch ein Teil der Einkaufsstraße. Das elbaufwärts liegende Obervogelgesang sei bereits komplett überspült, dort kommen die Bewohner nur noch über die Notwege in ihre Häuser. „Und der Scheitel ist noch nicht erreicht.“

Auch am Tor zur Sächsischen Schweiz werden Erinnerungen an die Flutkatastrophe 2002 wach, als weite Teile der Pirnaer Altstadt unter Wasser standen. „Das steht uns noch bevor, aber wir sind darauf eingestellt“, erklärte Gockel. Bis auf ein Flutschutztor für die Stromanlagen gibt es bisher keine Hochwasserschutzmaßnahmen für die Elbe. „Das ist aber nicht für so ein Ereignis ausgelegt.“ In der Vergangenheit sei vorrangig der Hochwasserschutz an den Nebenflüssen umgesetzt worden, damit Pirna nicht von hinten überflutet werde. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gebirgsflüsse in ihrem Bett bleiben, trotz Elbe-Rückstau.

Elbaufwärts in der Sächsischen Schweiz wurden die Orte Schmilka und Postelwitz evakuiert. „Viele Menschen haben sich auch selbst in Sicherheit gebracht“, sagte Annette Hörichs vom Landratsamt in Pirna. Viele Hotels in Flussnähe mussten schließen. Die Menschen im Elbtal hätten sich aber vorbereitet.

Elbe überfließt Schutzwand in Meißen

In Meißen fließt die Elbe in die Altstadt. Wie eine Sprecherin des Krisenstabs mitteilte, überspülten die Fluten in der Nacht zum Dienstag eine Schutzwand. Der Wasserstand habe am Dienstagmorgen bei knapp acht Metern gelegen. Die Schutzwand misst nur 7,85 Meter. Der Theaterplatz sei bereits überflutet worden. An der tiefsten Stelle stehe das Wasser einen halben Meter hoch, hieß es - Tendenz steigend. Eine Evakuierung sei noch nicht geplant, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstagmorgen. Die Lage sei noch beherrschbar.

„Wir rechnen mit ähnlichem, wenn nicht gar höherem Hochwasser als 2002“, sagte Ordnungsamtsleiter Markus Renner. Allerdings seien Stadt und Bürger besser vorbereitet als damals. Die Bundesstraße 6 ist wegen Überflutung gesperrt.

Geschäftsleute und Anwohner der gefährdeten Bereiche haben laut Renner ihre Sachen aus Keller und Erdgeschoss in Sicherheit gebracht. „Es herrscht eine gespannte Ruhe.“ Die meisten Anrufer am Infotelefon fragten nach der Befahrbarkeit der Stadt und abends waren die Bürger auf die Brücken geströmt. „Sie schauten gespannt und entsetzt über die Macht der Natur auf den Strom.“ Meißen sei fluterfahren, sagte Renner mit Verweis auf 2002 und 2006. „Inzwischen helfen auch die neuen Medien, die Menschen schnell zu informieren.“

dpa

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