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Hochwasser in Sachsen
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„Es ist ernst“ - Magdeburger Elbe steht schon an den Sandsäcken

„Es ist ernst“ - Magdeburger Elbe steht schon an den Sandsäcken

Die Magdeburger stehen auf den Elbbrücken und an den Ufern und staunen. Viele fotografieren und telefonieren. Die elektronische Pegelanzeige in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt zeigt am Freitagmittag 7,11 Meter.

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Die Magdeburger schauen auf das steigende Hochwasser.

Quelle: dpa

Magdeburg. Nie zuvor hat die Elbe hier so viel Wasser geführt, bei der Jahrhundertflut 2002 standen am Pegel 6,72 Meter - üblich sind weniger als 2. Und das Wasser soll noch bis Sonntag steigen, sogar höher als bislang vorhergesagt, 7,30 Meter könnten es werden. Schon jetzt stehen Parks und erste Häuser entlang des Flusses unter Wasser.

Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) ist schon vom Anzug in Jeans und kurzärmeliges Hemd gewechselt. „Es ist ernst, es ist sogar sehr ernst. Das Wasser steht schon an den Sandsäcken“, sagt der 47-Jährige. Nur bis zu sieben Metern reiche die normale Bebauung aus. 2000 zusätzliche Bundeswehrsoldaten hat er angefordert, die in den kommenden Tagen überall eingesetzt werden sollen, wo es eben nötig ist. „Wir müssen mit Wasser an vielen Stellen rechnen, was auch durch Sandsäcke durchsickert. Das kann man nicht verhindern.“ Und er ergänzt: „Wir müssen Katastrophen verhindern. Wir können nur da unsere Kräfte einsetzen, wo es um Hunderte oder Tausende von Menschen geht und wirkliche Substanz, um Milliarden-Eigentumswerte geht.“

Fotos zur Hochwasserlage in Magdeburg und Mitteldeutschland vom 7. Juni 2013

Seine besondere Sorge gilt dem ostelbischen Teil der Stadt, der zwischen der Elbe und dem Umflutkanal liegt, der den Fluss um rund ein Drittel der Wassermassen entlastet. Dort wohnen mehr als 20 000 Menschen - etwa jeder zehnte Magdeburger. Sie wohnen quasi in einem Trichter, der vollläuft, wenn ein Deich am Umflutkanal überläuft. Dieser wird derzeit erhöht. In einigen Straßen drückt das Grundwasser schon hoch. Viele Hausbesitzer haben Sandsäcke vor Türen und Kellerfenster gelegt. Die Deiche zur Elbe wurden nach dem Hochwasser 2002 komplett erneuert.

„Wir wissen nicht, wo wir am Ende wirklich landen“, sagt OB Trümper. Deshalb holt die Stadt seit Donnerstag alle hilfsbedürftigen und kranken Menschen aus Ostelbien heraus. Die Pfeifferschen Stiftungen mit Krankenhaus, Alten- und Behindertenhilfe werden ganz evakuiert. „Pfeiffers“-Vorstandschef Christoph Radbruch steht am Donnerstag in gleißender Sonne vor dem Krankenhaus. „Es ist surreal. Hier ist sonst viel mehr los“, sagt er. Dass vom Gelände 420 Menschen weggebracht werden, ist kaum zu merken. Während die Evakuierung 2002 sehr chaotisch abgelaufen sei, gehe hier alles geregelte Bahnen. „Wir alle haben gelernt.“ Ständig fahren Krankentransporte Patienten in andere Häuser.

Im größeren Teil der Landeshauptstadt, der westlich der Elbe und leicht erhöht liegt, sind die Auswirkungen des Hochwassers bislang kaum zu spüren. Der Wochenmarkt vor dem Rathaus bietet am Donnerstag kein anderes Bild als sonst. Straßenmusik ist zu hören. Die Menschen gehen spazieren und kaufen ein.

Dörthe Hein, dpa

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