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Hochwasser in Sachsen
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Weiter angespannte Hochwasserlage in Sachsen – Sorge in Dresden, Entwarnung in Grimma

Weiter angespannte Hochwasserlage in Sachsen – Sorge in Dresden, Entwarnung in Grimma

Die Hochwassersituation in Sachsen ist geteilt. Während sich die Lage an Mulden, Weißer Elster und Lausitzer Neiße am Dienstag zu entspannen begann, wuchs entlang der Elbe die Sorge angesichts noch zu erwartender Wassermassen.

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Über den verschlammten Marktplatz nach Hause: Das Hochwasser der Mulde zieht sich langsam aus Grimma zurück. Die Höchsstände von 2002 wurden nach ersten Einschätzungen nicht erreicht.

Quelle: dpa

Dresden. „Wir müssen uns auf eine lange Zeit einstellen, insbesondere im Elbtal“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) in Dresden. In den Landkreisen Görlitz und Mittelsachsen sowie im Osterzgebirge wurde der Katastrophenalarm aufgehoben.

Am Vormittag beschäftigte sich auch das Kabinett mit der Lage. An der von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) geleiteten Sitzung nahmen alle Minister und Staatssekretäre teil. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Nachmittag in Pirna über die Hochwasserlage und die Rettungsarbeiten informieren.

Laut Ulbig wird der Scheitel der Moldau im Laufe des Tages in Prag erwartet. Das bedeute, dass das später mit der Elbe zusammenlaufende Hochwasser dann in etwa drei bis vier Tagen in der Landeshauptstadt sei. „Der Rückhalteraum in Tschechien ist komplett ausgelastet.“ Die Landesregierung hält daher an ihrer Prognose zum Höchststand von neun Metern fest.

Auch die Landeshauptstadt stellt sich auf weitere Wassermassen ein. Der Pegelstand der Elbe schwoll am Vormittag innerhalb von drei Stunden 8 Zentimeter an, auf aktuell 7,45 Meter. Normal sind knapp 2 Meter. Zwar sinken die Pegelstände der Nebenflüsse Weißeritz und Lockwitz, durch erneute Niederschläge könne sich aber auch hier die Lage schnell ändern, sagte Stadtsprecher Kai Schulz.

Seit Montag wurden Bewohner in den flussnahen Stadtteilen Gohlis, Laubegast und Zschieren in Sicherheit gebracht, darunter aus drei Altenheimen. Weitere Evakuierungen würden vorbereitet, auch für die Krankenhäuser, sagte Schulz. Momentan herrsche Ruhe vor dem Sturm. „Die Innenstadt ist geschützt vor den Elbefluten“, sagte er unter Verweis auf den nach 2002 erfolgten Hochwasserschutz.

An Freiberger und Zwickauer Mulde gebe es indes Entspannung, sagte der zuständige Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher. Ab dem Zusammenfluss zur Vereinigten Mulde sei die Lage aber weiter ernst. In den Flüssen im Osterzgebirge fallen dagegen auch die Wasserstände. Die Umleitung der Wassermassen der Weißen Elster in den Tagebau Zwenkau habe das Schlimmste in Leipzig verhindert.

Auch aus den überschwemmten Orten Borna und Grimma fließe das Wasser langsam ab, sagte ein Sprecher des Katastrophenstabs. Das Niveau sei aber noch relativ hoch, wie in Pegau-Elstertrebnitz. Dort musste in der Nacht ein Damm aufgegeben werden. „Wir hätten ihn um zwei Meter erhöhen müssen, aber weder Zeit noch Material.“ In dem Landkreis warten derzeit 4400 Menschen darauf, dass sie in ihr Zuhause zurückkehren können.

Entspannt habe sich die Situation auch an der Lausitzer Neiße, sagte der Landrat des Kreises Görlitz, Bernd Lange (CDU). Der deutsch- polnische Grenzfluss blieb mit 5,97 Metern knapp unter der kritischen 6-Meter-Marke. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Lange. Dagegen drängt die Elbe in die Altstädte von Pirna und Meißen, mehrere Touristenorte in der Sächsischen Schweiz sind überflutet, Hotels mussten schließen.

In Bad Schandau, Heidenau und Pirna laufen Evakuierungen an, nachdem in flussnahen Gebieten der Strom abgeschaltet wurde. „Wir rechnen mit ähnlichem, wenn nicht gar höherem Hochwasser als 2002“, sagte Meißens Ordnungsamtsleiter Markus Renner. Allerdings seien Stadt und Bürger besser vorbereitet als damals.

Landesweit sind laut Innenministerium 9425 Rettungskräfte im Einsatz sowie 1100 Feuerwehrleute aus ganz Deutschland. 2400 Soldaten helfen im Kampf gegen das Hochwasser, teilte die Bundeswehr in Berlin mit. „Es gibt keine Toten und keine polizeilich als vermisst gemeldeten Menschen“, sagte Ulbig. Rund 10 000 Menschen seien von Evakuierungen betroffen und Tausende materiell durch das Hochwasser geschädigt. Von den 4 Millionen zur Verfügung stehenden Sandsäcken sind 1,58 Millionen ausgereicht. „Es gibt keine Not an Sandsäcken.“

dpa

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