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Hochwasser in Sachsen
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Flutwelle rollt durch die Region

Flutwelle rollt durch die Region

Borna: Überspülte Straßen, Feuerwehreinsätze, steigende Pegel: Der anhaltend starke Regen hält die Borna-Geithainer Region zunehmend in Atem. In Flößberg, Elbisbach, Eschefeld und Theusdorf waren die Durchfahrtsstraßen zeitweise gesperrt.

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Hannes Fritzsche und Hella Hoppe schauen gestern auf die überflutete Weidefläche bei Prießnitz.

Quelle: Inge Engelhardt

Und der Röthaer Betrieb der Landestalsperrenverwaltung machte die Speicherbecken auf.

"Eula, Wyhra, Pleiße und Weiße Elster haben rasant ansteigende Pegelstände", konstatierte gestern Axel Bobbe, Leiter des Röthaer Betriebsteils der Landestalsperrenverwaltung. Die von hohem Niederschlag ausgehende Wetterprognose habe dieses Mal fast auf den Punkt gestimmt. "Wir waren gut auf die Situation vorbereitet und sind rund um die Uhr besetzt.

Bobbes Zahlen verdeutlichen, welche Welle durch die Region rollt. Die beiden Bäche, die in die Talsperre Schömbach fließen, führen in normalen Zeiten 200 Liter je Sekunde. Gestern Morgen waren es pro Bach zwölf Kubikmeter je Sekunde. "Das ist gespenstisch", sagte Bobbe. Die Feuerwehren von Streitwald und Kohren-Sahlis hatten gebeten, bei der Wasserabgabe aus der Talsperre zurückhaltend zu sein. "Wir haben zunächst nur einen halben Kubikmeter je Sekunde abgegeben, um ihnen eine Verschnaufpause zu geben", sagte Bobbe. Doch im Tagesverlauf musste die randvolle Talsperre "erheblich entlastet" werden, weil noch mehr Regen angekündigt wurde und wird. Der Pegel bei Streitwald erreichte im Tagesverlauf die Alarmstufe 3. Bobbe hielt gestern an der Wyhra in Streitwald, Frohburg und Borna sogar Pegelstände wie beim Hochwasser 2002 für möglich.

Die Pleiße habe in Thüringen einen Stand erreicht, "wie wir ihn schon lange nicht mehr beobachtet haben", so der Talsperrenmeistereichef. Der Vorwarnpegel im Altenburger Land stieg am Vormittag um 30 Zentimeter je Stunde. "Wir brechen die Welle in Regis-Breitingen", sagte Bobbe. "Wir stauen sowohl das Rückhaltebecken Regis als auch den Speicher Borna ein. Wir haben genügend Reserven." Denn über die Pleiße könne nur wenig Wasser nach Leipzig geschickt werden.

Die ansonsten friedlich dahin fließende Eula führte gestern Morgen das 15-fache der üblichen Wassermenge. "Wir stauen sie in den Speicher Witznitz ein", erklärte Bobbe. "Da ist noch Luft, wir waren auf die Situation vorbereitet." Im Oberlauf der Eula sind den Talsperren-Leuten aber die Hände gebunden. Dort könnten nur Sandsäcke gestapelt werden, so Bobbe.

Auch die Weiße Elster führt immer mehr Wasser heran. In Gera und Zeitz stiegen die Pegel in der Nacht zu gestern pro Stunde um 20 Zentimeter. Im Tagesverlauf rollte diese Welle auf den Bornaer Raum zu, "wir kommen in die Alarmstufen 2", sagte Bobbe. Am Nachmittag führte der Fluss mit reichlich 100 Kubikmeter je Sekunde bereits die zehnfache Wassermenge. "Durch Leipzig kriegen wir nicht mehr als 300 Kubikmeter je Sekunde durch", so der Chef des Röthaer Betriebes. Die Landesdirektion werde anweisen, die überschüssige Menge in den Zwenkauer See zu leiten. Das wäre die Premiere für das am 11. Mai eingeweihte Hochwasser-Entlastungsbauwerk an der Weißen Elster bei Zitzschen.

Auf Flut standen die Zeichen gestern Nachmittag in Elstertrebnitz. "Die ersten Grundstücke hat es schon wieder erwischt, und die Pegel steigen weiter", sagte Wehrleiter David Zühlke, der erneut selbst betroffen ist. Die Elstertrebnitzer Wehr sei in Bereitschaft, um zu helfen, wo es möglich sei.

"Sorgen macht uns Elstertrebnitz in der Tat", betonte Bobbe. "Da können wir nicht viel machen. Die Feuerwehren in Pegau und Elstertrebnitz werden am Wochenende viel zu tun bekommen." Denn ab 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in der Weißen Elster "wird es in Elstertrebnitz eng". Hintergrund ist der anschwellende Mühlgraben.

Die gesättigten Felder nehmen kein Wasser mehr auf, das ungehindert in die Straßengräben und zum Teil über Straßen fließt. Betroffen von Straßensperrungen war der Geithainer Raum, wie das Polizeirevier in Borna vermeldete. So musste die Frohburger Straße in Flößberg halbseitig gesperrt werden, für eine halbe Stunde war gestern Morgen die Bundesstraße 7 in Eschefeld dicht. Komplett überflutet waren die Durchgangsstraßen in Elsbisbach und Theusdorf. Die Feuerwehren waren im Einsatz (Beitrag unten). Aufgrund der großen Unterspülung musste im Laufe des Vormittags die Straße am Pappelberg in Kohren-Sahlis gesperrt werden, die die Töpferstadt mit dem Ortsteil Linda verbindet. Dadurch müssen bis auf Weiteres Verkehrsteilnehmer eine große Umleitung über Meusdorf, die B 95, Pflug und Rüdigsdorf und in der Gegenrichtung in Kauf nehmen.

In Niedergräfenhain hat die Feuerwehr ihr für heute geplantes Kinderfest wegen des Hochwassers abgesagt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.06.2013

Prenzel, Frank

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