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Hochwasser in Sachsen
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Hochwasser in Sachsen – Kommunen rüsten für den Ernstfall – Straßen in Döbeln überflutet

Hochwasser in Sachsen – Kommunen rüsten für den Ernstfall – Straßen in Döbeln überflutet

Sachsen rüstet sich bei steigenden Pegelständen für den Hochwasser-Ernstfall. „Sandsäcke und Pumpen stehen bereit, wir sind in Alarmbereitschaft“, sagte die Bürgermeisterin von Wechselburg (Landkreis Mittelsachsen), Renate Naumann (CDU), am Freitag.

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Das Wasser der Mulde schoss am Freitag in die Straßen Döbelns.

Quelle: Sven Bartsch

Leipzig. Die Gemeinde liegt direkt an der Zwickauer Mulde, die in einigen Ortsteilen bereits über die Ufer getreten ist. Am Freitag galt dort Alarmstufe drei.

In Leisnig, 15 Kilometer südöstlich von Grimma, stand die Freiberger Mulde bei mehr als fünf Metern – normal sind hier dreieinhalb. Auch in Döbeln trat der Fluss an einigen Stellen über die Ufer, im Laufe des Tages schoss das Wasser in einige Straßen der Stadt. Auch aus der Region um Oschatz wurden Überschwemmungen gemeldet.

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Leipzig. Anhaltende Regenfälle haben in der Nacht zum Freitag Sachsens Flüsse anschwellen lassen. Vor allem im Bereich der Zwickauer und Freiberger Mulde wurde in den vergangenen Stunden bereits die zweithöchste Warnstufe überschritten. In Döbeln trat der Fluss an einigen Stellen über die Ufer, im Laufe des Tages schoss das Wasser in einige Straßen der Stadt.

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Für den Pleißenbach in Chemnitz rief die Stadt am Freitagnachmittag die Warnstufe vier aus. Der Fluss war auf 1,55 Meter Höhe angeschwollen. Die Feuerwehr warnte mit Sirenen und per Lautsprecher. „Die Feuerwehr ist zudem entlang des Pleißenbachs im Einsatz, um unter anderem Treibgut zu entfernen. Die Bürger werden gebeten, ihr Hab und Gut zu sichern, sich dabei jedoch nicht in Gefahr zu begeben“, hieß es. Die Chemnitz ist mit einem Pegel von 2,74 Metern in Warnstufe zwei, für Würschnitz, Zwönitz und Kappelbach gilt weiter die Warnstufe eins.

An der Mulde in Rochlitz hat die Feuerwehr am Freitag mobile Hochwasserschutzwände errichtet, vereinzelt wurden Straßen gesperrt. Im Landkreis Nordsachsen steht eine sogenannte operative Gruppe in Alarmbereitschaft, in Chemnitz hat das Technische Hilfswerk eine Hochwasserschutzwand errichtet.

Die Elbestadt Meißen empfiehlt ihren Einwohnern, vorsorglich die Keller abzudichten. Entlang der Triebisch, die beim Jahrhunderthochwasser 2002 verheerenden Schaden anrichtete, wurden Dammbalkensysteme zum Schutz aufgebaut.

Weiter steigende Wasserstände erwartet

Das Landeshochwasserzentrum geht von weiter steigenden Wasserständen aus: Für den Oberlauf der Weißen Elster, die Obere Pleiße sowie die Göltzsch im Vogtland wird bis zum Sonntag die höchste Alarmstufe vier erwartet. Wird Katastrophenalarm ausgerufen, entscheiden Gemeinde und Feuerwehren vor Ort über geeignete Maßnahmen wie Evakuierung, hieß es. Am Samstag sollen die Elbpegel in Schöna und Dresden laut Landeshochwasserzentrum die Fünf-Meter-Marke erreichen - das bedeutet Alarmstufe zwei.

In Dresden hat die Fähre in Johannstadt ihren Betrieb eingestellt, die anderen beiden Fähren können bis zu einem Pegelstand von rund fünf Metern weiterfahren. Wegen des Hochwassers steuern die Ausflugsboote der Sächsischen Dampfschiffahrt Diesbar-Seußlitz vorerst nicht mehr an, auf der Linie nach Meißen wird ein kleineres Schiff eingesetzt. „Alle anderen fahren noch, aber das kann sich stündlich ändern“, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Rings um Leipzig, an den stadtnahen Messstellen von Parthe, Pleiße und Weißer Elster, stiegen die Pegel zwar auch an, allerdings bisher in geringerem Ausmaß. Trotzdem hatten die Rettungskräfte in der Messestadt eine unruhige Nacht, immer wieder mussten Feuerwehr und Polizei wegen umgestürztem Gehölz ausrücken. So fiel in den Morgenstunden ein Baum auf die Dresdner Straße in Höhe der Inselstraße und sorgte so für Verkehrsbehinderungen.

Weiter ergiebige Regenfälle ab Freitagabend – Samstag fällt ins Wasser

Mit Blick auf die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann von Entspannung auch noch keine Rede sein. Zwar bleibt es bis zum Freitagnachmittag weitgehend trocken, am Abend ziehen dann aber wieder Gewitterwolken auf. „In kurzer Zeit sind da 25 Liter pro Quadratmeter Regen möglich“, sagte DWD-Meteorologe Robert Scholz gegenüber LVZ-Online.

Am Samstag zieht aus Richtung Polen eine weiteres, noch umfangreicheres Regengebiet an. „Der Samstag fällt völlig ins Wasser, man wird in Leipzig auf jeden Fall Gummistiefel und Regenschirm brauchen“, so Scholz. Erneut werden dabei Niederschlagsmengen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter erwartet. Erst zum Wochenbeginn prognostiziert der Wetterexperte tendenziell Besserung.

Sächsische Landwirte fürchten um Erträge – Startschuss für Erdbeerernte

Derweil fürchten die sächsischen Landwirte um ihre Ernte. „Langsam kommen wir in Schwierigkeiten“, sagte Pflanzenbau-Experte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband. Einerseits lägen die Pflanzen wegen der Witterung in ihrem Wachstum zurück, zum anderen hätten vor allem Sommergetreide und Mais mit der Nässe zu kämpfen. „Teilweise steht der Regen und Schlamm auf den Feldern“, erklärte Jahnel. Mancherorts ertrinke die Saat geradezu oder könne nicht wachsen, weil Sauerstoff fehlt.

Zudem mangele es an Viehfutter. Das Gras auf den Feldern sei zu nass und könne nicht gemäht werden. Hält der Regen an, sieht Jahnel ernsthafte Probleme auf die Bauern zukommen. Ob es Ernteeinbußen gibt, sei noch nicht abzusehen - auf jeden Fall aber werde es eine um etwa drei Wochen verspätete Ernte geben.

Am 6. Juni soll in Sachsen der Startschuss für die Erdbeerernte fallen. Der Landesverband Sächsisches Obst will an dem Termin festhalten, auch wenn die Bedingungen alles andere als optimal sind. „Die Felder sind nass, es fehlt die Sonne“, sagte Vorsitzender Udo Jentzsch. Dennoch hoffen die Obstbauern, dass spätestens Mitte Juni die Ernte auf Hochtouren läuft.

Fotos: Die Jahrhundertflut 2002 in Sachsen

Matthias Puppe / dpa

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