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Minister Kupfer warnt: Die Sachsen unterschätzen die Flut-Gefahr

Minister Kupfer warnt: Die Sachsen unterschätzen die Flut-Gefahr

Zehn Jahre nach der Flutkatastrophe 2002 warnt Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) vor sinkendem Risikobewusstsein in der Bevölkerung. Darüber klagt auch Versicherer Allianz.

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Sachsens Umweltminister Frank Kupfer. (Archivfoto)

Quelle: Andreas Döring

Dresden/Leipzig. "Wir wissen, dass sieben Jahre nach dem Hochwasser die Sensibilität wieder genauso hoch ist wie vor dem Hochwasser", sagte Kupfer der Leipziger Volkszeitung.

Damit steige das Risiko, eine erneute Flut zu unterschätzen. "Da hilft nur Aufklärung und der permanente Hinweis auf die latente Gefahr."

Gleichzeitig verwies Kupfer auf die Tatsache, dass es keinen absoluten Hochwasserschutz geben kann. Selbst wenn alle derzeit geplanten Projekte abgeschlossen sind, seien die Menschen im Freistaat lediglich vor einem Hochwasser geschützt, wie es statistisch alle 100 Jahre auftritt. "Die Flut 2002 lag allerdings darüber", sagte der Minister. Deshalb käme es stets auf individuelle Vorsorge an. "Und es steht jeder in der Verantwortung, sich zu fragen: Muss ich wirklich in einem gefährdeten Gebiet bauen?"

Laut Kupfer nimmt die Wahrscheinlichkeit von Flutkatastrophen zu. "Der Klimawandel ist da", sagte er. "Auch in Sachsen belegen die Daten, dass die Durchschnittstemperatur in den letzten 50 Jahren gestiegen ist." Damit nehme auch die Möglichkeit von Extremwetterereignissen zu.

"Wir brauchen uns doch nur die vergangenen Jahre anschauen: 2002 hatten wir Hochwasser, 2006 und 2010 wieder. Und vor wenigen Tagen hatten wir schon wieder Starkregen, wenn auch örtlich begrenzt."

Auch die Versicherer warnen vor zunehmender Sorglosigkeit. Severin Moser, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, sagte gegenüber der LVZ: "Je weiter das Ereignis zurückliegt, desto geringer wird das Risikobewusstsein." Moser forderte, dass künftig für Grundstücke in Flutgebieten keine Baugenehmigungen erteilt und bestehende abgeändert werden.

Er lobte ausdrücklich Sachsen, wo in diesem Jahr gemeinsam mit den Versicherern das Internetportal "Zürs public" gestartet wurde. Dort kann jeder Hausbesitzer online herausfinden, wie gefährdet seine Immobilie ist.

Die Allianz bezifferte den durch die Flut entstandenen Schadensaufwand mit 847 Millionen Euro. Davon seien allein 782 Millionen auf Sachsen entfallen.

Jürgen Kochinke und Roland Herold

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