Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Mulde-Damm an der Goitzsche bricht - Deich-Sprengung rettet Wörlitz in Sachsen-Anhalt

Mulde-Damm an der Goitzsche bricht - Deich-Sprengung rettet Wörlitz in Sachsen-Anhalt

Mit dem elbabwärts fließenden Hochwasser kommt die Katastrophe auch nach Sachsen-Anhalt. Im Landkreis Wittenberg wird am 16. August Katastrophenalarm ausgelöst.

Magdeburg. Als erstes ist

Prettin

im Elbe-Elster-Winkel betroffen. Fieberhaft arbeiten Feuerwehrleute und freiwillige Helfer an den aufgeweichten Dämmen. 400000 Sandsäcke werden an den sensibelsten Stellen entlang von Pretzsch bis nach Wittenberg gestapelt.

 

Dramatisch ist die Lage auch in

Dessau

: Das Mulde-Wasser kann nicht mehr in die Elbe abfließen und steigt pro Minute um zehn Zentimeter. Die Ausstellung im Bauhaus wird ausgelagert. In den Ortsteilen Waldersee und Mildensee bahnt sich die Flut ihren Weg durch die Straßen. Helfer errichten zum Schutz der Autobahn 9 hunderte Meter lange Sandsack-Barrieren. Im Schloss

Wörlitz

und im Gotischen Haus werden Möbel, Akten und Technik in die oberen Etagen geschleppt. Vermutlich bewahrt die heftig diskutierte Deich-Sprengungen bei Seegrehna die zum Unesco-Welterbe gehörende Gartenlandschaft vor dem Schlimmsten - dafür fließt die braune Flut ungehindert durch Dörfer und über Felder westlich der Elbe und verwandelt die Region in eine Seeenlandschaft.

Auch ein Großteil von

Bitterfeld

muss evakuiert werden. Auf 500 Meter Breite bricht am 17. August bei Pouch der Damm zwischen der Mulde und dem Tagebau-Restloch Goitzsche. Mit riesiger Kraft strömen hunderte Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den künstlichen See, der die Massen nicht aufnehmen kann, und überfluten sechs der zehn Bitterfelder Stadtteile. Den benachbarten Chemiepark sichern unter anderem Soldaten der 13. Panzergrenadierdivision aus Leipzig.

Bereits am 15. August wird das 1871 erbaute Pretziener Wehr südlich der Landeshauptstadt geöffnet. Dadurch kann ein Drittel des Elbe-Hochwassers durch einen Kanal um

Schönebeck

und

Magdeburg

geleitet werden. Trotz aller Bemühungen hält der Deich bei ­Heyrothsberge in der Nacht zum 19. August dem enormen Druck der Wassermassen nicht länger stand. Die Gemeinden hinter dem Deich werden überflutet, viele Einwohner verlieren ihr Hab und Gut.

Die Jahrhundertflut hat in Sachsen-Anhalt rund zwei Milliarden Euro Schaden angerichtet. Die an den Deichen verursachten Schäden betragen mehr als 200 Millionen Euro. Seither sind 511 Kilometer Deiche saniert oder neugebaut worden. 

Bernd Lähne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuell
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitungsküken 2017 gekürt

    Zum elften Mal suchte die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung das Zeitungsküken. Mit der Aktion steht der Nachwuchs der Region im Fokus. Sehen Sie h... mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr