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10 Jahre danach: Von der Jahrhundertflut fehlt inzwischen (fast) jede Spur

10 Jahre danach: Von der Jahrhundertflut fehlt inzwischen (fast) jede Spur

„Die Weißeritz hat richtiggehend gebrüllt“: Das Ehepaar Köhler aus Ulberndorf, einem Ortsteil von Dippoldiswalde, kann sich noch genau an die dramatischen Stunden im August 2002 erinnern.

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In Weesenstein hat die Flut gravierende Veränderungen mit sich gebracht.

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. Wie heute noch wohnten beide direkt an der Roten Weißeritz. Doch der Fluss, der im Normalfall keine zehn Zentimeter tief ist, stieg plötzlich an. Meter um Meter stieg das Wasser, erinnern sich beide. Binnen weniger Stunden stand das Haus mitten im Fluss. Keine 24 Stunden später war alles wieder vorbei.

In ganz Sachsen hinterließ das Hochwasser Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Ganze Häuser wurden weggespült, Straßen und Schienen verschwanden, die Flutwelle machte aus schmucken Kleinstädten eine einzige Trümmerwüste.

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Dresden. Zehn Jahre nach der Jahrhundertflut in Sachsen sind in und um Dresden kaum noch Spuren der damligen Katastrophe sichtbar. Sanierte Häuser, neue Straße und erneuerte Flussläufe prägen das Bild. Wo man noch etwas sieht, dort ist es meist eine Baustelle. Hunderte Millionen werden noch immer in den Hochwasserschutz investiert.

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Zehn Jahre später erinnert fast nichts mehr an die Katastrophe, die auch 21 Menschen das Leben kostete. Das Haus der Köhlers wurde genauso saniert wie die meisten anderen. Dank Versicherungen, Spenden und viel Hilfe aus ganz Deutschland begann der Neuaufbau.

Zudem verschwanden nach dem Hochwasser zahlreiche Ruinen wie das ehemalige Filtretta-Werk in Ulberndorf. Stattdessen prägen vielerorts neue Straßen und ein erneuerter Flusslauf die Landschaft.

Die Lücken, die die Jahrhundertflut hinterlassen hat, sind dagegen kaum noch zu sehen. Am deutlichsten spürbar sind sie wohl in Weesenstein. Unterhalb des berühmten Schlosses bahnte sich die Müglitz einen neuen Weg, walzte durch den Schlosspark und von dort mitten in den historischen Ortskern. Mehrere Häuser wurden weggespült. Die Bilder, auf denen sich eine Familie auf die letzte noch stehende Wand eines sonst weggebrochenen Hauses rettete, gingen um die Welt.

Bürgermeister Jörg Glöckner hat die dramatischen Stunden noch immer im Kopf. Im Ort selbst erinnert nur noch eine Tafel direkt am Fluss an das, was Weesenstein verloren hat. Wo früher Häuser dicht an dicht standen, ist heute eine begrünte Freifläche. Zwei Spielplätze sind entstanden, ein kleiner Gedenkstein erinnert an die Katastrophe. Doch wer nicht weiß, was in Weesenstein vor zehn Jahren vorgefallen ist, der ahnt nur dank der Hochwasser-Markierungen an den einzelnen Häusern, was damals vor sich ging.

Wo man noch etwas sieht, dort ist es meist eine Baustelle. So wird am Emerich-Ambros-Ufer in Dresden der Kanal der Weißeritz ausgebaut. Ein ganzer Berg wird gar in Glashütte ausgehoben. Oberhalb der 7000-Einwohner-Stadt, die für ihre Uhrenproduktion weltbekannt ist, wird ein fast 30 Meter hohes Rückhaltebecken gebaut. Das bremst bei einem Hochwasser zwar nicht die Müglitz, dafür aber die Briesnitz, die künftig gestoppt werden kann.

Fast 500 Millionen Euro hat der Freistaat Sachsen bis heute in den Hochwasserschutz investiert, berichtet Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Eine „Jahrhundertaufgabe“ sei dies – denn die Gesamtkosten werden auf zwei Milliarden Euro veranschlagt. Einige Baustellen werden also auch künftig das Bild an Sachsens Flüssen prägen.

sl

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