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Während der Jahrhundertflut erblickten in Dresden 127 Kinder das Licht der Welt

Während der Jahrhundertflut erblickten in Dresden 127 Kinder das Licht der Welt

Es waren Babys wie Theresa, die den Menschen in Dresden während der Jahrhundertflut Hoffnung gaben. Hoffnung auf bessere Tage, nachdem sich Weißeritz und Elbe ihren Weg durch die Stadt gebahnt hatten und millionenschwere Schäden anrichteten.

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Theresa wurde im August 2002 geboren - während der Jahrhundertflut mitten in Dresden.

Quelle: Andor Schlegel

Dresden. Theresa erblickte in der Nacht zum 20. August 2002 das Licht der Welt und teilt damit das Schicksal von 126 anderen Kindern, die inmitten der Hochwasserkatastrophe in Dresden geboren wurden.

Ihre Mutter Ulrike Maut, selbst Frauenärztin von Beruf, erinnert sich noch gut an jene Tage vor zehn Jahren. „Ich wollte eigentlich im Krankenhaus Dresden- Neustadt entbinden, weil ich dort früher gearbeitet und auch meine ältere Tochter Johanna zur Welt gebracht habe. Allerdings war die Klinik wegen des Hochwassers evakuiert worden“, erzählt sie. Eine Alternative wäre das Krankenhaus St. Joseph-Stift gewesen, doch dafür hätte die junge Familie aus Trachenberge die Elbseite wechseln müssen. Ein schwieriges Unterfangen, schließlich wurden alle Brücken in Dresden bereits am 17. August gesperrt.

So verschlug es die Mauts in den Kindergarten des Diakonissenkrankenhauses, in dessen Musikraum Ärzte und Schwestern einen Not-Kreißsaal für hochschwangere Frauen eingerichtet hatten. Um Ulrike Maut kümmerte sich eine ältere und erfahrene Hebamme. „Obwohl die Situation angespannt und ungewohnt war, blieb sie absolut ruhig. Und als ich meinen kleinen Sonnenschein dann endlich in den Händen halten durfte, dachte auch ich überhaupt nicht mehr an das Hochwasser da draußen“, betont Theresas Mutter.

Das Flutbaby, dessen Bild damals in vielen Zeitungen abgedruckt wurde, ist inzwischen zu einem aufgeweckten Mädchen herangewachsen. Heute feiert Theresa ihren zehnten Geburtstag, nach den Sommerferien kommt sie in die 4. Klasse. Während wir die Familie, die beruflich bedingt inzwischen von Dresden nach Kamenz umgezogen ist, in ihrem Haus besuchen, blättert die Kleine stolz in den Büchern über das Jahrhunderthochwasser von 2002. Kleine Klebezettel verraten schon, dass auf diesen Seiten Theresas Geschichte erzählt wird.

„Dass da bin ich“, erklärt sie uns. „Als ich fotografiert wurde, habe ich gerade geschlafen.“ Kein Wunder: schließlich war Theresa damals kaum ein paar Stunden auf der Welt. Auch andere Bilder in den Büchern schaut sich die Zehnjährige immer mal wieder in Ruhe an. Etwa jene Aufnahmen, die den von der Weißeritz und vom Grundwasser überfluteten Dresdner Hauptbahnhof zeigen oder mit Schlamm überzogene Straßen und riesige Sperrmüllberge.

Als wir Theresa fragen, ob sie sich überhaupt ungefähr vorstellen kann, was sich damals in und um Dresden zugetragen hat, zögert sie für einige Sekunden und schüttelt dann mit dem Kopf. „In Dresden ist doch alles immer so aufgeräumt.“ Theresa ist übrigens nicht nur aufgeweckt, sondern auch sehr sportlich. Seit längerem ist Geräteturnen eines ihrer Hobbys – neben dem Theaterspielen an der Kamenzer Kinderspielbühne. Und trotzdem hat Theresa im letzten Schuljahr sehr gute Noten bekommen und als Klassenbeste abgeschlossen.

Christoph Stephan

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