Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
KWL-Skandal: Erste Millionen-Ausfälle schon 2008

KWL-Skandal: Erste Millionen-Ausfälle schon 2008

Der Zusammenbruch der US-Bank Lehman-Brothers im Jahr 2008 war der letzte Anstoß für die Weltfinanzkrise. Dabei kam es auch zu Zahlungsausfällen bei isländischen Banken, deren Papiere in dem geheimen CDO-Portfolio der Leipziger Wasserwerke steckten.

Voriger Artikel
Wasserwerke-Prozess beginnt heute
Nächster Artikel
KWL-Skandal - Warten auf Londoner Gericht

Die Geheimgeschäfte des früheren Wasserwerke-Chefs gerieten frühzeitig in Schieflage.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Nach neuen LVZ-Informationen forderte die UBS-Bank Heininger bereits 2008 auf, für diese Ausfälle einzustehen. Tatsächlich zahlte der KWL-Chef damals in mehreren Tranchen einen einstelligen Millionenbetrag in die höchst komplizierte CDO-Struktur ein. Das Geld dafür nahm er von einem ebenfalls geheimen Pufferkonto, das bei Abschluss der Finanzwetten zwei Jahre zuvor eingerichtet worden war (siehe Hintergrund).

Dennoch schwieg Heininger in Leipzig weiter zu den Schwarz-Deals. In einer KWL-Aufsichtsratssitzung im Oktober 2008 log er sogar auf eine Anfrage der damaligen Stadt-Kämmerin Bettina Kudla (CDU), es gebe bei den Wasserwerken keine CDO und deshalb auch keinerlei Risiko. Anfang 2009 tauchten jedoch weitere Hinweise auf, dass bald wieder Ausfälle folgen könnten. Nach ebenfalls neuen LVZ-Informationen begann Heininger daher Verhandlungen mit der UBS-Bank über eine "Umstrukturierung" des gesamten CDO-Geschäfts. In einer E-Mail am 29. April 2009 verlangte UBS, der KWL-Chef müsse dafür aber die Zustimmung seines Aufsichtsrates und der Gesellschafter (vor allem der Stadtkonzern LVV) einholen. Heininger wies diese Forderung zunächst vehement zurück: Da UBS für den Abschluss dieser Deals keine Beschlüsse der Gremien verlangt habe, dürfe für die nun geplante "Umstrukturierung" nichts anderes gelten. Mit dieser Position konnte er sich bei den Bankern aber nicht durchsetzen.

Deshalb schickte er am 27. Mai 2009 eine E-Mail an die LVV. Betreff: "CBL Risikobetrachtung". In der Mail schwadronierte Heininger über Risiken der alten Cross-Border-Leasing-Depots aus dem Jahr 2003 und dass er hier wegen der Weltfinanzkrise einige Dinge nachbessern müsse. Kein Wort fiel zu den Gefahren der CDO-Deals.

Seine Hoffnung, die UBS würde diese Mail als ausreichende Information der Gremien akzeptieren, erfüllte sich nicht. Stattdessen teilte ihm die UBS-Bank nun mit, er brauche für jedwede Änderungen künftig Zustimmungsbeschlüsse von Aufsichtsrat und Gesellschafter. Die Wahrheit erfuhren die Gremien dennoch nicht von ihm. Am 4. Dezember 2009 kündigte UBS den nächsten Ausfall gegenüber Heininger an. Bis heute wurden es 285,5 Millionen Euro.

Jens Rometsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus KWL
  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr