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Faktenüberblick: Zehntausende Katholiken feiern ab Mittwoch in Leipzig

Treff in der Diaspora Faktenüberblick: Zehntausende Katholiken feiern ab Mittwoch in Leipzig

Zehntausende Gäste werden ab Mittwoch zum 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig erwartet. Unter der zentralen Botschaft „Seht, da ist der Mensch“ wird die christliche Großveranstaltung ausgerechnet in einer Stadt gefeiert, in der 80 Prozent der Einwohner konfessionslos sind.

 

Archivfoto
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Leipzig.  Zehntausende Gäste werden ab Mittwoch zum 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig erwartet. Unter der zentralen Botschaft „Seht, da ist der Mensch“ wird die christliche Großveranstaltung zu ihrem Jubiläum ausgerechnet in einer Stadt gefeiert, in der 80 Prozent der Einwohner konfessionslos sind und nur sehr wenige Katholiken leben. Ein Überblick zu dem Großereignis:

Seit wann gibt es den Katholikentag? 

Der Katholikentag entstand aus der katholischen Laienbewegung und hat eine rund 160-jährige Tradition. Diese geht bis ins Revolutionsjahr 1848 zurück, als sich die Delegierten der katholischen Vereine erstmals in Mainz trafen, um ihre Interessen in Staat und Gesellschaft wirksam vertreten zu können. Zunächst fand der Katholikentag jährlich statt, seit 1950 alle zwei Jahre. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), das höchste Gremium der katholischen Laien in Deutschland.

Wie viele Menschen werden in Leipzig erwartet?

In den fünf Tagen ab kommendem Mittwoch werden rund 30.000 Dauergäste und an den fünf Veranstaltungstagen zusätzlich 5000 bis 10.000 Tagesbesucher erwartet. Offizieller Gastgeber ist in diesem Jahr das Bistum Dresden-Meißen.Was passiert auf der Großveranstaltung?Geplant sind mehr als tausend Veranstaltungen, darunter Podiumsdiskussionen, Workshops, Beratungsangebote, Ausstellungen, Konzerte und natürlich Gottesdienste. Neben Christen sind ausdrücklich auch Nichtchristen und Gläubige anderer Religionen eingeladen, über die Zukunft von Kirche und Gesellschaft zu diskutieren. Bei den Podien geht es unter anderem um die Themen Islam, demografischer Wandel, Klima oder auch Reproduktionsmedizin.

Wer engagiert sich in Leipzig?

Bundespräsident Joachim Gauck, der zur Eröffnung des Katholikentags sprechen soll, wird am Donnerstag außerdem zu einer Podiumsdiskussion erwartet. Die rechtspopulistische AfD ist zu keiner Diskussion eingeladen. Für radikale und populistische Parolen dürfe auf den Podien kein Platz sein, hieß es. Reformbewegungen wie „Wir sind Kirche“ oder „Initiative Kirche von unten“ wollen eigene Akzente setzen und planen ein Alternativprogramm, bei dem etwa der von der Kirche verfemte Theologe Eugen Drewermann zu Wort kommt.

Wie viele Katholiken gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es etwa 23,9 Millionen Katholiken, das sind knapp 30 Prozent der Bevölkerung. In den östlichen Bundesländern sind je nach Region nur zwischen drei und zehn Prozent der Bevölkerung katholisch, in den nördlichen Bundesländern zwischen sechs Prozent (Schleswig-Holstein) und 18 Prozent (Niedersachsen). In den südlichen Bundesländern liegt der Katholikenanteil erheblich höher - 53 Prozent sind es in Bayern, 61 Prozent im Saarland.

Wie viele Katholiken leben in Leipzig?

Die ostdeutsche Großstadt ist katholische Diaspora, hier leben nur etwa 24.000 Katholiken. Das sind vier Prozent der Bevölkerung. Schlagzeilen machte vor einem Jahr die Weihe der katholischen Propsteikirche, des größten Kirchenneubaus in Ostdeutschland seit der Wende. Im gesamten Bistum Dresden-Meißen, zu dem Leipzig gehört, gibt es knapp 142.000 Katholiken.

Warum dann ausgerechnet Leipzig?

Tatsächlich gab es anfangs Skepsis. In einer traditionell katholischen Stadt im Süden oder Westen Deutschlands wäre es vielleicht „leichter“ gewesen, räumte das ZdK kurz nach der Entscheidung ein. Der Wunsch sei aber gewesen, „endlich wieder in einer ostdeutschen Diözese“ einen Katholikentag zu veranstalten. ZdK-Präsident Thomas Sternberg lobt Leipzig als „junge, vitale, moderne Stadt“, in der die Kirche im Aufwind sei. „Statt sich als Institution zu verstehen, die immer kleiner wird, dürfen wir uns in Leipzig als Kirche sehen, die jung ist und Zukunft hat.“

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