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Grünen-Fraktionschef Norman Volger: "Wir wollen den Katholikentag hier in Leipzig"

Grünen-Fraktionschef Norman Volger: "Wir wollen den Katholikentag hier in Leipzig"

Im Streit um die geplante Förderung des 100. Katholikentages 2016 in Leipzig hat der Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, Norman Volger, eine Kürzung des städtischen Zuschusses verteidigt.

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Norman Volger, Mitglied der Grünen-Stadtratsfraktion.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Leipziger Volksszeitung hat mit ihm über den Standpunkt der Grünen gesprochen.

LVZ

: Was haben die Grünen gegen Katholiken?

Norman Volger

: Nichts. Alles andere wäre absurd. Schon aus unserer Tradition heraus haben unsere Wähler und Mitglieder im Osten eine sehr hohe konfessionelle Bindung. Bündnis 90 ist mit der Kirchenbewegung gegen das DDR-Regime entstanden.

Warum stört Sie dann eine städtische Finanzspritze von einer Million Euro für den 100. Katholikentag? Den evangelischen Kirchentag hatte Leipzig 1997 doch auch in diesem Umfang unterstützt.

Der Bischof von Dresden-Meißen sagte im vergangenen Oktober in einem Interview, dass es eine Drittelfinanzierung geben wird: katholische Kirche, Eintrittsgelder, öffentliche Hand. So wäre das immer gewesen. Auf diese Worte haben wir uns verlassen. Wir freuen uns, dass das Land drei Millionen Euro gibt und der Bund eine halbe Million. Aber bei einem Gesamtbudget von 9,9 Millionen Euro ist damit das Drittel der öffentlichen Hand locker abgedeckt.

Wie kommen Sie auf 300 000 Euro, die Sie bereit sind zu geben?

Wir hatten vor der Juli-Ratssitzung bei den anderen Fraktionen vorgefühlt, wofür sich eine Mehrheit finden könnte. Das ist eine Summe, die deutlich von der Million abweicht, die aber unseren guten Willen zeigt. Wir wollen den Katholikentag hier in Leipzig. Bei der derzeitigen Haushaltssituation müssen wir uns jedoch anstrengen, dass wir am Jahresende überhaupt mit einer Null rausgehen. Da kann man unterjährig nicht einfach eine Million locker machen.

Können Sie verstehen, dass die Kirche jetzt irritiert ist?

Das Problem ist, dass der Oberbürgermeister wieder mal nicht mit offenen Karten gespielt hat. Dass er wieder mal etwas versprochen hat, ohne sich dafür eine Zustimmung zu holen. Finanzentscheidungen in dieser Größenordnung trifft immer noch der Stadtrat.

Die Stadtverwaltung argumentiert, Leipzig werde enorm profitieren - durch Geld, das die Besucher in Hotels und Gaststätten lassen, Mieten für Veranstaltungsorte ...

Mit dieser Argumentation könnte man Wirtschaftsförderung nur noch so betreiben. Man nimmt einfach sehr viel Geld in die Hand und veranstaltet jeden Tag ein riesiges Happening. Dass jeder Euro vier- bis fünffach in die Stadt zurückfließt, ist aber wissenschaftlich nicht bewiesen. Das räumt selbst die Stadtverwaltung ein. Umwegrentabilität kommt auch bei Veranstaltungen rein, die nicht in diesem Umfang finanziert werden, aber einen deutlich größeren Werbeeffekt haben - das Wave Gotik Treffen etwa oder Fußballspiele.

Geht es bei der ganzen Debatte im Kern nicht eher darum, dass viele die Millionen-Spritze für unangemessen halten, weil weniger als fünf Prozent der Bevölkerung hier katholisch sind?

Ich bedaure es, dass von einigen Personen aus der Kirche, aber auch von Oberbürgermeister Jung, Versuche unternommen wurden, eine Stimmung zu schaffen, die der Sache total abträglich ist. Die Frage, ob Katholizismus in Leipzig, ob der Katholikentag hier gewollt ist, hat sich nie gestellt. Es war nie eine religiöse Diskussion. Es war immer eine finanzielle und Transparenzdiskussion.

Was kritisieren Sie konkret?

Das ist ein absolut intransparentes Verfahren. Es gibt keinen Fördermittelantrag, kein vernünftiges Finanzierungskonzept. Wir wissen nicht, was für die 9,9 Millionen Euro geplant ist, wie viele Stellen finanziert werden sollen und zu welchen Kostensätzen. Wenn sich ein kleiner Verein, der ein Projekt für 1500 Euro machen will, erlaubt, den Antrag nur einen Tag zu spät einzureichen, oder ein Kreuz an der falschen Stelle gesetzt wurde, dann ist der ganze Antrag Makulatur.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2014

Interview: Klaus Staeubert

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