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„Ich find’s cool“ – Katholikentag in Leipzig auch als Magnet für jüngere Menschen

Demografischer Wandel „Ich find’s cool“ – Katholikentag in Leipzig auch als Magnet für jüngere Menschen

Der demografische Wandel trifft auch die katholische Kirche. Um so wichtiger ist es für sie, junge Leute zu begeistern. Nur: Wie geht das heutzutage?

Zum Katholikentag sind auch junge Menschen nach Leipzig gekommen.

Quelle: epd

Leipzig .  Der zwölfjährige Julian steht mit seinem Longboard auf dem Leipziger Marktplatz inmitten des Katholikentag-Trubels. Locker erzählt er über seinen Glauben und die Kirche. „Ich find's cool“, sagte der Junge aus Unterfranken. Er bemühe sich im Alltag um eine Nähe zu Gott. „Ich hoffe, dass ich Momente im Leben finde, wo es mich berührt.“ Mit seiner Überzeugung ist Julian nicht das Problem der katholischen Kirche, sondern eher ein Hoffnungsschimmer. Denn, und das wird auf dem Katholikentag immer wieder diskutiert: Die Kirche hat ein Altersproblem.

„Das ist nicht zu beschönigen“, sagt der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch. Zwar habe er in seinem Bistum zum Beispiel im Prenzlauer Berg eine Gemeinde mit einem Altersschnitt von 32 Jahren. Aber das ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Vor allem in ländlichen Gemeinden drücken vor allem Ältere beim Gottesdienst die Kirchenbank.

„Wir müssen uns überlegen, wie wir auf ganz neue Weise, aber vor allen Dingen aber auch mit persönlicher Überzeugungskraft die jungen Menschen, die oftmals gar nichts vom Glauben kennen und das auch von zu Hause nicht mitbekommen haben, zumindest verunsichern, ihnen Fragen stellen und mit ihnen nachdenken können“, sagt Koch. Events wie ein Katholikentag mit seinem bunten Programm könnten ebenfalls junge Menschen begeistern.

Tatsächlich haben sich sehr viele Jüngere auf den Weg nach Leipzig gemacht. Immerhin rund 30 Prozent der Dauerteilnehmer sind nach Angaben der Veranstalter jünger als 30 Jahre.

Einer von ihnen ist Frater Sebastian (29). Er stammt ursprünglich aus Zeitz in Sachsen-Anhalt, aus einem katholischen Elternhaus, wie er erzählt. Jetzt hat er sich dem Orden der Barmherzigen Brüder vom Johannes von Gott angeschlossen, einem Krankenpfleger-Orden. Er arbeite gern mit behinderten Menschen, habe aber auch die geistliche Gemeinschaft gesucht. Warum? „Das ist halt das Geheimnis“, sagt der 29-Jährige. „Die Berufung sprich dich einfach an.“

Katharina Finke aus Gelsenkirchen arbeitet als Helferin auf dem Katholikentag. Die 22-Jährige sagt, ihr als Katholikin sei die Gemeinschaft wichtig, der gemeinsame Glaube. Wenn sie mal Kinder habe, wolle sie diese auf jeden Fall taufen lassen. „Einfach, damit sie etwas haben. In schwierigen Phasen braucht doch jeder Mensch etwas, woran er sich festhalten kann.“ Und das könne der Glauben sein.

 Der Leipziger Propst Gregor Giele glaubt, dass die katholische Kirche nach wie vor einen „guten Draht“ zu jungen Menschen habe. „Die Demografie macht natürlich auch vor der katholischen Kirche nicht Halt. In ihren sehr traditionellen Formen ist sie für junge Leute nicht attraktiv“, sagt er. „Aber dort, wo intensiv Gottesdienst gefeiert und gestaltet wird, wo man sich um eine zeitgemäße Sprache bemüht, wo man auch Jugendliche versucht anzusprechen in ihrer Sprache, ohne den Gottesdienst platt zu machen, dort sind die Kirchen auch von Jugendlichen sehr gefragt und gesucht.“

„Hybrid-Events“ wie Nightfever - offene Kirchenabende mit Musik und Tradition - seien zum Beispiel etwas, was bei der Jugend gut ankomme. Auch Giele hat in Leipzig den Vorteil einer zwar kleinen, aber dafür jungen Großstadtgemeinde. Der Altersschnitt liege bei 38 Jahren. „Ich sage immer scherzhaft, das ist die erste Gemeinde, wo ich den Alterschnitt versaue“, sagt der 50 Jahre alte Propst.

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