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Katholikentag-Veranstalter wehren sich gegen Kritik an Ticketpreisen

"Allen soll Teilnahme möglich sein" Katholikentag-Veranstalter wehren sich gegen Kritik an Ticketpreisen

Das Organisationsteam des 100. Deutschen Katholikentages hat vor wenigen Tagen mit dem Vorverkauf für das große Laien-Treffen im Mai 2016 in Leipzig begonnen. Theodor Bolzenius (59), Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, wehrt sich im Interview gegen die Kritik an zu hohen Preisen.

Vom 25. bis 29. Mai 2016 findet in Leipzig der 100. Deutsche Katholikentag statt.

Quelle: André Kempner

Wie erklären Sie Menschen, die noch nie bei einem Katholiken- oder Kirchentag waren, wofür sie eine Dauerkarte brauchen? Ist Beten nicht kostenlos?

Natürlich ist und bleibt Beten kostenlos. Deshalb sind bei einem Katholikentag seit eh und je alle Gottesdienste, Andachten und Meditationen frei zugänglich. In Kirchen und auf Plätzen, wo Heilige Messen und Gebete stattfinden, wird es folglich keine Einlasskontrollen geben. Darüber hinaus sind aber noch rund 800 andere Veranstaltungen geplant; solche, die keinen liturgischen Charakter haben. Hier müssen wir von den Teilnehmern einen Beitrag verlangen. Ansonsten könnte der Katholikentag als Ganzes nicht stattfinden. Die Eintrittsgelder sind ein wichtiger Posten, sie machen einen erheblichen Anteil unseres Etats aus.

Was sind das für Veranstaltungen, für die Sie ein Entgelt verlangen?

Zum Beispiel die vielen Diskussionsforen oder Vorträge zu gesellschaftspolitischen und religiösen Themen, zu Fragen unserer Zeit wie den Klimaschutz, die Flüchtlingsproblematik, die Zukunft Europas. Zu diesen Podien kommen zum Teil sehr prominente Menschen. Wer hieran teilnehmen möchte, muss ein Ticket vorweisen können. Darüber hinaus planen wir ein Angebot für Menschen, die nicht bereit oder in der Lage sind, Eintritt zu zahlen, die aber etwas von der Atmosphäre der Tage von Leipzig aufsaugen möchten. Also auch für solche, die dem Katholikentag sehr skeptisch gegenüberstehen oder bisher noch nie bei einem Katholikentag waren.

Wie dürfen wir uns diese Offerte vorstellen?

Es wird im Bereich der Innenstadt ein Begegnungszentrum geben, das allen, Teilnehmern wie Nicht-Teilnehmern, gleichermaßen offen steht. Wo dies sein wird, wissen wir noch nicht genau.

85 Euro für eine Dauerkarte, das kommt vielen spanisch vor. Wie setzt sich dieser Preis zusammen?

Ich finde, dass 85 Euro für den Zeitraum von Mittwoch bis Sonntag ein fairer Preis sind. Darin enthalten ist neben dem Eintritt für Hunderte entgeltpflichtige Veranstaltungen insbesondere der Fahrausweis für alle Beförderungsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs im Leipziger Stadtgebiet. Wer sich bis zum 31. März 2016 anmeldet, erhält zudem zehn Euro Nachlass. Bei der Familienkarte, die 125 Euro kostet und ab drei Personen gilt, sind es sogar 20 Euro Frühbucherrabatt. Von Wucherpreisen kann da keine Rede sein.

Für junge Leute ohne geregeltes Einkommen, und auf die hoffen Sie ja besonders, ist das durchaus 'ne Stange Geld. Zumal diese Schüler, Azubis und Studenten ja auch noch irgendwo übernachten müssen.

Der von Ihnen genannten Gruppe bieten wir die ermäßigte Dauerkarte in Höhe von 62 Euro an, mit Frühbucherrabatt 52 Euro. Sie sehen, der 100. Katholikentag wird immer preisgünstiger. Und gegen eine geringe Vermittlungsgebühr in Höhe von 15 Euro stellen wir all denen, die ihre Iso-Matten und Schlafsäcke mitbringen und in Gemeinschaftsunterkünften wie Schulen oder Turnhallen unterkommen wollen, ein kostenloses Quartier bereit. Die Regelung mit der Schutzgebühr gilt im Übrigen auch für die Suche nach kostenlosen Privatquartieren. Im Januar werden wir eine Kampagne starten, die die Leipziger bittet, Katholikentagsgäste bei sich zu Hause aufzunehmen.

Auch wenn Sie es verstehen, uns den Besuch schmackhaft zu machen: Im Vergleich zu Regensburg 2014 ist der Katholikentag teurer geworden. Der Preis für die Dauerkarte wurde von 79 auf 85 Euro angehoben, der für die Tageskarte von 25 auf 27 Euro. Warum das?

Im Laufe der Jahre ist eine Angleichung der Eintrittsgelder an die anfallenden Projektkosten leider unumgänglich. Wir bemühen uns dabei um das rechte Maß. Und dann müssen wir uns bitte noch einmal vor Augen führen, dass diese 85 Euro nur Menschen betreffen, die verdienen und älter sind. Also bei Weitem nicht für alle Teilnehmer gelten. Darüber hinaus halten wir ein besonderes Angebot für Leipzig-Pass-Inhaber vor. Diese Menschen erhalten auf Wunsch in unserer Geschäftsstelle in der Nikolaistraße im Zeitraum 25. bis 29. Mai 2016 täglich eine kostenlose Tageskarte.

Was bieten Sie dem langzeitarbeitslosen Kölner, den es um diese Zeit nach Leipzig zieht?

In einem solchen Fall müssen wir auf einem behördlichen Nachweis der Bedürftigkeit bestehen. Dann würde für ihn dieselbe Regelung gelten wie für den Leipzig-Pass-Besitzer. Wir wollen, dass wirklich allen die Teilnahme am Katholikentag möglich ist - unabhängig vom Einkommen. Die Anreise können wir natürlich nicht bezahlen.

Weg vom Geld, hin zur Arbeit: In welchem Stadium befindet sich die Vorbereitung?

Wir erfassen gerade alle Räume und Plätze, die für uns in Frage kommen, mit denen wir gern planen würden. Nach der Sommerpause können wir genau sagen, wo, was, wann in Leipzig stattfindet.

Hätten Sie mal ein konkretes Beispiel?

Der Katholikentag wird im Wesentlichen innerhalb des Rings stattfinden. Die exakte Verteilung ist noch in Planung, hier sind noch vielfältige Absprachen mit der Stadt vonnöten.

Einst buchten Sie komplette Messegelände. Wie sehr interessieren Sie sich für die Leipziger Neue Messe?

Gar nicht.

Und was ist mit der Red-Bull-Arena?

Ob wir das Stadion nutzen, ist letztlich noch nicht entschieden. Die Option besteht aber. Allerdings weniger für den Abschlussgottesdienst. Den wollen wir auch lieber innerhalb des Rings feiern. Ebenso die Eröffnungszeremonie. Hier böte sich der Augustusplatz an. Aber das ist alles noch nicht spruchreif.

Sie wollten 40 neue Arbeitsplätze schaffen. Wie viele sind schon vergeben?

Fast alle. Wir treten allmählich in die heiße Phase.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2015

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