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Katholikentag endet in Leipzig – ZDK plädiert für Diakonat der Frau

Bis zu 20.000 Menschen auf dem Augustusplatz Katholikentag endet in Leipzig – ZDK plädiert für Diakonat der Frau

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst auf dem Augustusplatz ging das 100. Glaubensfest der Katholiken zu Ende. Bei strahlendem Sonnenschein sangen, beteten und feierten weit über 10.000 Gläubige und setzten einen eindrucksvollen Schlusspunkt unter die fünf Tage von Leipzig.

Bis zu 20.000 Menschen waren am Sonntagvormittag beim Abschlussgottesdienst des 100. Katholikentages.

Quelle: epd

Leipzig. Die Messestadt verabschiedet sich vom Katholikentag: Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst auf dem Augustusplatz ging das 100. Glaubensfest der Katholiken zu Ende. Bei strahlendem Sonnenschein sangen, beteten und feierten bis zu 20.000 Gläubige und setzten einen eindrucksvollen Schlusspunkt unter die fünf Tage von Leipzig.

Stefan Vesper, der Generalsekretär des Katholikentagsveranstalters ZdK, sprach von einem "gelungenen Fest", das den lebendigen Glauben gezeigt habe. "Alles blieb friedlich, ich bin glücklich und zufrieden", so Vesper. Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages, sprach auf dem Augustusplatz eine Einladung zum Protestantentreffen in Berlin und zum Ökumenejahr 2017 aus. Den Katholikentag fand sie beeindruckend, "weil er gezeigt habe, was Laien alles zuwege bringen." Kirche sei bunt und vielfältig und längst auf dem Weg, Trennendes zu überwinden.

In seiner Predigt ging der Münchner Kardinal Reinhard Marx auf die Flüchtlingskrise und den Auftrag der Christen in der Gesellschaft ein. "Wir müssen den Menschen als Ganzes sehen, und gerade auch die Geschlagenenen, Geschundenenen, Verfolgten. Manche sagen, aus diesen hehren Worten kann man noch keine Politik machen. Ich sage: Doch, doch, doch." Kirche habe nicht die Aufgabe, Politik zu ersetzen, aber sehr wohl die Pflicht, die Stimme zu erheben. "In der Flüchtlingskrise ist für uns klar: Wir wollen Menschen in Not helfen, ohne wenn und aber." Diese Menschen verdienten ein faires Asyl-Verfahren und Hilfe in ihrer neuen Heimat. 

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst auf dem Augustusplatz ging das 100. Glaubensfest der Katholiken zu Ende. Bei strahlendem Sonnenschein sangen, beteten und feierten weit über 10.000 Gläubige und setzten einen eindrucksvollen Schlusspunkt unter die fünf Tage von Leipzig.

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Das an der europäischen Grenze jedes Jahr hunderte Menschen ertrinken, sei ein unglaublicher Skandal. "Das dürfen wir niemals zulassen", rief Marx in die Menge auf dem Augustusplatz. Aufgabe der Christen heute sei es, die versöhnende, heilsame Botschaft des Evangeliums in die Gesellschaft zu tragen. "Das Evangelium ist auch Provokation, aber wir haben rote Linien, an denen wir uns orientieren und die nicht überschritten werden dürfen." Und das sei auch die zeitlose Besonderheit der biblischen Botschaft und unterscheide sie von der Politik: "Das Evangelium ist nicht abhängig von Meinungsumfragen und Stimmungen sondern steht mitten in der Gesellschaft", so Marx.

ZDK-Präsident: „Wir wünschen uns das Diakonat der Frau.“

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sagte unter dem Beifall der Teilnehmer: „Danke Leipzig, Danke den Gastgebern! Wir waren gern hier, haben uns wohl gefühlt und wurden mit Gastfreundschaft beschenkt.“ Für ihn sei das Signal von Leipzig, dass Christen immer wieder den Dialog mit allen Gesellschaftsgruppen suchen müssten. „Wir wollen den Dialog, gerade auch mit den Muslimen, damit aus Fremdheit Vertrautheit wird.“

Allerdings gebe es auch Grenzen des Verständnisses. Ohne explizit die AfD zu nennen, die von allen politischen Podien des Katholikentages ausgeladen wurde, sagte Sternberg:  „Eine Gesellschaft lebt von Vertrauen und Solidarität. Wir wenden uns deshalb gegen alle, die Ängste und Misstrauen säen.“ Zu den innerkirchlichen Reformen, die auch der Katholikentag besprochen habe, fand der ZdK-Präsident überraschend klare Worte. Unter dem lauten und anhaltenden Jubel der Gläubigen sagte Sternberg: „Wir wünschen uns das Diakonat der Frau.“

Hintergrund: Bislang sind Frauen in der katholischen Kirche von diesem seelsorgerischen Dienst ausgeschlossen. Die Weihe für dieses kirchliche Amt dürfen bisher nur Männer empfangen.  Kritiker halten dagegen, dass durch den Priestermangel seit Jahren schon ein Seelsorge-Notstand herrsche, der es zwingend erforderlich mache, auch Frauen diese Aufgabe zu übertragen. Papst Franziskus hatte zuletzt erklärt, er wolle den Ständigen Diakonat der Frau zwar von einer Studienkomission prüfen lassen, er lehne aber ungeachtet dessen Frauen als Priesterinnen in der Kirche weiter ab. Auch könnten Frauen keinesfalls die Predigt bei Eucharistiefeiern halten.

Olaf Majer

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Der Katholikentag in Leipzig endet am Sonntag. Wie war's?

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