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Schal, Trinkflasche, Isomatte - das braucht der Katholikentags-Besucher

Alles Öko und klimagerecht Schal, Trinkflasche, Isomatte - das braucht der Katholikentags-Besucher

Der 100. Katholikentag wurde am Mittwoch eröffnet – an hundert Sachen und mehr hat der Veranstalter im Vorfeld gedacht, um den Besuchern die fünf Tage in Leipzig so angenehm wie möglich zu machen. Aber was nehmen die zum Teil weitgereisten Gäste eigentlich selbst mit?

Die 17-jährige Mara May aus Dresden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der 100. Katholikentag wurde am Mittwoch eröffnet – an hundert Sachen und mehr hat der Veranstalter im Vorfeld gedacht, um den Besuchern die fünf Tage in Leipzig so angenehm wie möglich zu machen. Aber was nehmen die zum Teil weitgereisten Gäste eigentlich selbst mit? Was gehört unbedingt ins Gepäck eines Katholikentagbesuchers, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben? Unsere Nachfrage bei Teilnehmern und Helfern zeigt: Die meisten sind clever. Erfahrene Globetrotter eben, die mit allerlei Nützlichem im Rucksack auch in Leipzig keinen Schiffbruch erleiden werden.

Simon Großner zum Beispiel denkt an das Naheliegende: Der junge Mann aus Frankfurt am Main ist freiwilliger Helfer in Leipzig und kam mit dem Frühzug am Hauptbahnhof an. Der Tipp des 21-Jährigen, der seit 2010 auf jedem evangelischen Kirchentag und Katholikentag war: Das Programmheft am besten gar nicht mehr aus der Hand legen. „Bei den über 1000 Veranstaltungen ist das sinnvoll, um irgendwie den Überblick zu behalten“, sagt Großner. Was allerdings in der Praxis nur bedingt gilt. Denn das 640 Seiten starke Heft ist alles andere als eine schnelle Orientierungshilfe – die Programmstruktur erschließt sich nicht für jeden auf den ersten Blick. Und das Blättern durch die ultradünnen Seiten (klimafreundlich, aber mühsam) ist eine echte Zerreißprobe. Manches Programmheft ist daher schon arg ramponiert, bevor der Katholikentag so richtig losgeht. Es gibt allerdings eine Alternative: Die Katholikentags-App, die man sich bequem auf das Smartphone laden kann.

Alternativlos ist dagegen gutes Schuhwerk und halbwegs gute Kondition. Denn wenn die Programmplanung steht, kommt für den Katholikentagsbesucher das Laufen. Die Veranstaltungen liegen nicht immer eng beeinander, die Straßenbahn ist oftmals schon abgefahren. Vielläufer nehmen daher Wechselsocken und Fußcreme mit. Oder ignorieren einfach Wadenstechen und Müdigkeit. So wie Verena Sieburger. Die 19-Jährige ist ebenfalls als Helferin unterwegs, sagt: „Ich mache mir gute Laune und vertraue auf gute Muskeln in den Beinen.“

Absolutes Muss ist für Sieburger aber trotzdem die obligatorische Wasserflasche, die besonders an heißen Tagen auch mehrmals am Tag nachgefüllt wird. Für den Fall, dass der Wetter-Petrus schlechte Laune hat, empfiehlt sie aber auch Regenschirm oder Regencape: „Das ist unverzichtbar, wenn man den ganzen Tag draußen unterwegs ist.“

An die Trinkflasche haben auch Julius Günther und Tiffany Richter gedacht. Der 18-Jährige und die 19-Jährige sind als Besucher auf dem Katholikentag und werden in einer Schule schlafen, Isomatte und Schlafsack sind daher mit in ihrem Gepäck. „Wir kommen schon klar“, sagt Tiffany Richter. „Und wenn einer mal einen Durchhänger hat oder was fehlt, dann helfen wir uns untereinander.“

Nicht im Gepäck, aber trotzdem unverzichtbar ist eigentlich der legendäre Papphocker: Ein Muss auf Kirchen- oder Katholikentagen. Eigentlich. Denn in Leipzig gibt es sie (fast) nicht. Der Grund: Sie werden einfach nicht gebraucht. „Wir bauen die sonst nur in Hallen auf, die nicht ausreichend Bestuhlung haben“, erklärt Katrin Schomaker vom Katholikentag. Da Leipzig als Messe- und Kongressstadt aber gut gerüstet ist, sind die Papphocker erstmal nur in der Helfereinsatzzentrale nötig. „Vielleicht werden sie individuell mal im Jugendzentrum aufgebaut, das ist dann aber eher spontan“, erklärt Schomaker weiter.

Souvenirsammler müssen sich daher mit dem Katholikentagsschal begnügen, der in Leipzig diesmal grün ist: 25 000 von den leichten Baumwolltüchern wurden bestellt. „In der Vergangenheit gab es da ähnliche Größenordnungen“, sagt Michael Brüsselbach vom Organisationsteam. Er gehört zu den alten Hasen, da er schon bei sechs Katholikentagen mitgeholfen hat. Während des Kirchentags werden Helfer mit den Schals behangen durch die ganze Innenstadt laufen und sie gegen eine Spende abgeben. „3 Euro ist die Mindestspende, aber wir kontrollieren nicht, wie viel jemand gibt“, erklärt Brüsselbach.

Etwa 80 Helfer seien bei der Schalverteilung im Einsatz, bei allen größeren Veranstaltungen werden welche anzutreffen sein. Wenn ein Teilnehmer keinen Helfer sieht, gebe es die Schals auch noch unter anderem an den Tageskassen zu kaufen.

„Der Schal ist schon ein Erkennungszeichen der Katholikentagsbesucher“, sagt Schwester Ute Glatz. Die 73-Jährige arbeitet an einem Stand auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz mit. Einen Schal will sie sich auf jeden Fall holen. Ansonsten vertraut sie auf gutes Wetter: Der Regenschirm soll im Gepäck bleiben.

Fazit: Programmheft, Trinkflasche, Schal und vor allem viel Motivation und Ausdauer gehören dazu, um den Katholikentag genießen zu können. Wer zudem in einem der Schulquartiere schläft, sollte noch an Isomatte und Schlafsack denken, um nicht nur die Tage, sondern auch die Nächte gut zu verbringen. Verpflegung gibt es in den verschiedenen Lokalitäten in Leipzig, auch für den kleinen Geld­beutel.

Der Katholikentag will auch bei der Ausstattung der Veranstaltungen klimagerecht sein. Auf den Bühnen wird ein großer Teil der Beleuchtung mit LED-Technik ausgeführt. Damit lassen sich 80 Prozent Energie einsparen. Alle Artikel für Helferinnen und Helfer genügen den ökofairen Standards. Die Helfertücher und die Helfer-T-Shirts sowie der Katholikentags-Schal sind nach dem hohen GOTS-Standard für Textilien zertifiziert und stammen aus fairem Handel. Beim Papier wird ausschließlich Receyclingpapier verwendet. Und selbst bei der Verpflegung wird Öko groß geschrieben: Das Mineralwasser stammt aus der Region, die Fruchtsäfte werden von regionalen Keltereien bezogen, die sich dem biologischen Anbau verpflichtet sehen. Bei den Knabbereien werden ausschließlich fair gehandelte Bio-Knabbereien und Kekse angeboten.

Andrea Schulze

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