Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
So einfach geht Katholisch – von A wie Amen bis Z wie Zölibat

Wissenswertes über Katholiken So einfach geht Katholisch – von A wie Amen bis Z wie Zölibat

Kleine Verständigungshilfe für „normale“ Leipziger, die Katholikentagsgästen auf den Zahn fühlen wollen

Blick in die Leipziger Innenstadt, kurz vor Beginn des 100. Katholikentages.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Countdown läuft: Am Mittwochabend um 18 Uhr wird auf dem Leipziger Markt der 100. Deutsche Katholikentag eröffnet. Viele fragen sich schon länger: Leipzig und Ka­tholikentag – passt das zusammen? Nur 4,3 Prozent der hiesigen Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an, lediglich ein knappes Fünftel bekennt sich zum christlichen Glauben.

Damit der große Rest, der sich vielleicht in eine der rund 1000 Veranstaltungen des Laien-Treffens wagt, weiß, was dort gespielt wird, braucht es Ratgeber. Einen Mann wie Reinhard Körner zum Beispiel. Der Pater aus dem katholischen Orden der Karmeliter hat für die Schar der areligiösen und atheistischen Zeitgenossen ein spezielles Wörterbuch kreiert. Die LVZ nutzt an dieser Stelle Auszüge und Anregungen aus „Kirchisch für normale Menschen“, das im Leipziger St. Benno Verlag erschienen ist. Auf dass die Verständigung zwischen Gastgebern und Gästen klappe!

Katholikentag I

Fast 2000 Veranstaltungen zum Katholikentag. Ist da was für Sie dabei?

A wie Amen: Jedes Gebet endet mit einem Amen. Manche übersetzen das hebräische Wort mit „So sei es!“. Reformator Martin Luther gab es mit „wahrlich“ wieder. Doch beides trifft nicht ganz des Pudels Kern. Für dieses Wort der Bekräftigung und der Zustimmung gibt es im Deutschen keine eigene Vokabel. Deshalb ist Amen eben Amen. Amen.

B wie Beichte: Damit wird bei den Katholiken ein Gespräch unter vier Augen mit einem Priester bezeichnet, bei dem man/frau ehrlich über die eigene Schuld und das eigene Versagen spricht – selbstverständlich unter dem Siegel seelsorgerischer Schweigepflicht. Es bewahrt davor, Schuld zu verdrängen, und kann Kraft geben, sich künftig (mit-)menschlicher zu verhalten.

C wie Christus: Christus, das ist mehr als ein Name. Christus bedeutet so viel wie: der mit göttlicher Weisheit Gesalbte. „Mit Weisheit gesalbt“ – das hieß zur Zeit von Jesus, dem Christus: Dieser Mensch ist in seinem ganzen Denken und Fühlen von tiefen Einsichten erfüllt.

D wie Dreifaltigkeit: Eine schwierige Vokabel, diese Dreieinigkeit Gottes. „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – so beginnen Christen ein Gebet oder einen Gottesdienst. Sie bekräftigen damit: Gott, der Vater, und Gott, der Sohn (Jesus), geeint im Heiligen Geist, sind der Urgrund allen Seins.

E wie Eucharistie: So nennen Katholiken die Feier des Abendmahles, den Hauptteil ihrer Heiligen Messe. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Danksagung“. Mit der Eucharistie wird an das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi als Heilsereignis erinnert. Nach katholischem Verständnis ist Jesus, der Christus, in den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig.

F wie Fastenzeit: Die Zeit von Aschermittwoch bis zum Anbruch des Ostersonntags, auch vorösterliche Bußzeit genannt. Denn eigentlich geht es nicht ums Fasten, sondern ums Nachdenken über sich und sein Leben: Werde ich mehr gelebt, als dass ich lebe, und verderbe ich dadurch mir und anderen den Charakter?

G wie Gott: Diese Vokabel steht für eine Realität ganz anderer Art, ein Mehr hinter allem Sein. „Ich glaube an Gott“ bedeutet: Ich wende mich zu Gott hin, aus dem Herzen heraus.

H wie Heilige: Das sind besonders vorbildliche Leute, was die Religion betrifft. Aber erst, wenn sie gestorben sind und dann vom Papst heiliggesprochen wurden. Das Besondere an ihnen ist nicht, dass sie niemals Unrechtes getan hätten, sondern dass sie Gott ernst genommen haben und menschliche Menschen geworden sind.

I wie Inquisition: Als Inquisition (aus dem Lateinischen: inquirere = unter­suchen) werden spätmittelalterlicheund frühneuzeitliche Gerichtsverfahren bezeichnet, die unter Mitwirkung von katholischen Geistlichen in erster Linie der Verfolgung von Häretikern (Ketzern) galten.

J wie Jünger: Was heute Schüler, Lehrling oder Azubi heißt, hieß früher Jünger. Die Jünger Jesu sind Frauen und Männer, die mit Jesus unterwegs waren und bei ihm etwas lernten.

K wie Kommunion: Dieses Wort bezeichnet in der katholischen Kirche den Empfang des Abendmahles. Wer „zur Kommunion geht“, holt sich nicht einfach nur das Brot/die Hostie ab, er kommuniziert dabei auch innerlich – nämlich mit Jesus, der mit dem Brot ja gemeint ist.

L wie Liturgie: Der normale Christenmensch geht einfach in die Kirche. Die aus dem Altgriechischen stammende Vokabel Liturgie meint nicht nur die Sonntagsmesse, sondern alle Arten und Formen von gottesdienstlichen Feiern – von der Taufe bis zum Begräbnis.

M wie Maria: Für Christen hat Maria eine besondere Bedeutung. Einmal, weil sie die Mutter Jesu ist. Und außerdem, weil die Bibel von ihrem tiefen Vertrauen zu Gott und ihrer Religiosität erzählt. In vielen katholischen Kirchen gibt es separate Marienaltäre. Sie sind Ausdruck einer besonderen Marienverehrung, die mitunter recht seltsame Blüten treibt. Etwa dann, wenn Maria im Himmel angefleht wird, sie möge doch für uns ein gutes Wort bei Gott einlegen.

N wie Nächstenliebe: Die kirchische Vokabel Nächstenliebe meint: Frag nicht, wer dein Nächster ist und wer es aus irgendwelchen Gründen nicht ist, sondern mach dir klar: Der Nächste für den anderen bist immer du. Verhalte du dich als Nächster, dann spielt die Frage keine Rolle mehr, wie nahe oder wie fern oder wie fremd der andere ist.

O + e = Ö wie Ökumene: In Ökumene steckt das altgriechische Wort „oikos“ („Haus“). Ökumenisch handelt jemand, der auch auf die anderen achtet, die mit im Haus wohnen. Unter Ökumene verstehen die Christenmenschen das Bemühen, Einheit in Vielfalt zu leben. Und das Bewusstsein, dass alle christlichen Konfessionsgemeinschaften (Katholiken, Protestanten, Orthodoxe etc.) zum gleichen Haus gehören, aber jede ihre Besonderheiten hat und haben darf.

P wie Papst: Der geistliche Titel für den Bischof von Rom, das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Die Tradition sieht den Heiligen Vater, wie der Papst auch genannt wird, in der Nachfolge des Apostels Petrus. Er ist das Haupt des Bischofskollegiums und der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden.

Q wie Quelle: Die Quelle für Inhalt und Wesen des christlichen Glaubens ist die Bibel, das Wort Gottes.

R wie Rosenkranz: Eine Zähl- oder Gebetskette, die für das Rosenkranzgebet verwendet wird. In seiner häufigsten Form wird eine regelmäßige Abfolge von Gebeten und Gesätzen mit der Betrachtung des Lebens, Sterbens und der Auferstehung Jesu verbunden. Der Rosenkranz verbindet Marienverehrung und Christusfrömmigkeit und ist wohl die am weitesten verbreitete katholische Andachtsform.

S wie Sakramente: Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „heiliges Zeichen“. Dieses Zeichen besagt: Gott ist da. Je nach Konfession gibt es davon sieben oder drei; in den protestantischen Kirchen Taufe, Abendmahl und Bußsakrament, in der katholischen Kirche außerdem noch Firmung, Krankensalbung, Ehe und Priesterweihe.

T wie Teufel: Ein Bildwort für die Erfahrung, dass Menschen imstande sind, Böses zu tun; auch derartig Böses und Grausames, dass es die Vorstellung übersteigt.

U wie Umkehr und Umdenken: Jesus ruft nicht einfach nur zur Umkehr auf, sondern zuallererst zum Umdenken. Wörtlich sagt er: „Denkt größer, über euer bisheriges Denken hinaus!“

V wie Vaterunser: Das Vaterunser geht auf Jesus selbst zurück und wird deshalb in der gesamten Christenheit gebetet.

W wie Wunder: Jesus, der Christus, konnte laut der biblischen Erzählungen Menschen heilen, aber gezaubert und magische Kräfte angewandt hat er dabei nie – das ist ja das Wunder. Deshalb ist für viele Christen Jesus selbst das größte Wunder.

X und Y wie X und Y: Zwei Buchstaben, die im katholisch-kirchischen Vokabular noch unbesetzt sind.

Z wie Zölibat: Der Zölibat ist das Versprechen zur Ehelosigkeit. Neben der römisch-katholischen kennen auch die orthodoxe, anglikanische und evangelische Kirche für Priester, Ordensfrauen und -männer sowie Eremiten und Diakonissen das Versprechen beziehungsweise Gelübde der Keuschheit.

Dominic Welters

Reinhard Körner, „Kirchisch für normale Menschen“,St. Benno Verlag Leipzig,ISB-Nummer:978-3-7462-4579-9

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Katholikentag
  • So geht Familie
    So geht Familie: Die Serie für Familien in Leipzig

    Die LVZ-Serie mit Tipps und Informationen für Leipziger Familien. Jetzt neu: Anlaufstellen für Familien in Notlagen.  mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Sehen Sie hier einen Rückblick auf das LVZ Sommerkino im Scheibenholz vom 14. Juli - 3. August 2016. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Leipzig Live
    Leipzig Live

    Kino, Konzerte, Theater in Leipzig: Mehr als 20.000 Termine im Veranstaltungskalender der Leipziger Volkszeitung. mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr

  • Finerio
    finerio

    Das Genussportal für Leipzig mit allen Restaurants, Cafés und Kneipen, dazu Events, Aktionen und interessante Infos rund ums Thema Essen und Trinken. mehr