Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
IFS Design UG verschafft neuer Straßenbahn ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild

Optisches Alleinstellungsmerkmal IFS Design UG verschafft neuer Straßenbahn ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild

Eine neue Straßenbahn, die sich in den vorhandenen Fuhrpark einfügt, aber dennoch einen hohen Wiedererkennungswert hat, die Entwicklung des Stadtbildes vorantreibt und innovativ daherkommt – nicht geringer war der Anspruch an das Design der XL. Umgesetzt wurde der Auftrag von IFS Design UG aus Berlin.

Voriger Artikel
A. Latusek GmbH liefert Fahrersitz mit Memory-Funktion für Leipzigs XL-Bahn

Der Fahrzeugkopf mit seiner asymmetrischen Fensterlinie sorgt für bessere Sichtverhältnisse und stellt gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal dar.

Quelle: IFS DesignUG

Das Unternehmen IFS Design UG wurde 1997 gegründetet und beschäftigt zwölf Mitarbeiter, die internationale Projekte umsetzen. „Spektakulär“, findet Geschäftsführer Jochen Dittrich das Ergebnis des Projektes XL-Bahn, „man sieht schon von außen, dass die Straßenbahn vom technologischen Standpunkt her ein Kind von 2015 ist“. 

Doch auch wenn die XL zeitgemäß ist, ganz losgelöst von der Vergangenheit ist sie nicht zu betrachten. Denn eines stand fest: Mit dem Vorgängerfahrzeug waren die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zufrieden. Und so sollte der XXL weiterentwickelt werden ohne ihn von Grund auf infrage zu stellen. Das Team von IFS Design entwickelte ein Konzept, bei dem die Nutzer eine entscheidende Rolle spielen. Fahrer und Fahrgäste sollen sich wohlfühlen, bequem ein- und aussteigen können, ausreichend Platz finden und ihre Fahrt gut informiert, komfortabel und ohne Hindernisse genießen können.

Ob Wandverkleidung, Deckenteile, Handgriffe, Spiegel, Werbeflächen, Streckenanzeige oder Sitze – Industriedesigner Jochen Dittrich und seine Mitarbeiter ließen keine Details aus. Drei Designer und ein Modellbauer waren in das Projekt involviert. Eineinhalb Jahre Arbeit steckten sie in die XL. „Angefangen haben wir mit hübschen Bildern. Aber wir sind nicht nur Bildermaler. Wir sind auch diejenigen, die das Ganze zusammen mit Solaris umgesetzt haben“, blickt Dittrich zurück. „Von den Verantwortlichen bei den LVB gab es nur Rückenwind, auch gegenüber dem Hersteller.“ Denn was professionell aufs Papier gebracht wurde, musste bis ins Kleinste abgestimmt werden. Erste Entwürfe wurden mit dem Hersteller Solaris besprochen, gut 300 Punkte gab es zu spezifizieren. Denn nicht alles, was ursprünglich geplant war, war mit den technischen Möglichkeiten vereinbar, nicht alles versprach ausreichend Stabilität. Eine komplexe Aufgabe für alle Beteiligten.

Im Laufe des Prozesses baute IFS Design ein Modell des Fahrerarbeitsplatzes in Originalgröße. Eine Arbeitsgruppe mit 20 Fahrern der LVB testete diese Kabine auf Zugänglichkeit, Sicht- und Platzverhältnisse, Bewegungsfreiheit für kleine wie große Mitarbeiter. „Das Ergebnis waren Rückmeldungen, die wir sonst nicht bekommen. Eine idealtypische Arbeitsweise“, lobt Dittrich. Ein weiteres Modell, das einen Waggon in Originalgröße zeigt, wurde gebaut und auf der InnoTrans 2016 – der internationalen Fachmesse für Bahn- und Verkehrstechnik – in Berlin vorgestellt.

Entstanden ist eine Straßenbahn, die auffällige Veränderungen mit sich bringt. Von der Gestaltungsphilosophie ist sie zurückhaltend, funktional, aber gleichzeitig auf hohem ästhetischen Niveau. Die Asymmetrie – das übergeordnete Thema der XL – zieht sich durch die gesamte Bahn, angefangen vom Fahrzeugkopf bis hin zum Heck. Die Tram kommt im Fahrerbereich anders daher als am Heck. Dadurch ist auf den ersten Blick offensichtlich, in welche Richtung sie fährt. Der Fahrzeugkopf mit seiner asymmetrischen Fensterlinie sorgt für bessere Sichtverhältnisse und stellt gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal dar.

Das Heck wiederum bietet den Fahrgästen ein Sightseeing-Abteil. Ermöglicht wird dies durch einen Stehbereich sowie größere Fenster. Auf größere Fenster wurde auch auf der Fensterseite gesetzt, also dort, wo sich keine Türen befinden. So können Fahrgäste mehr von der Stadt sehen.

Die Türen verfügen über eine Statusanzeige. Vertikale Lichtleisten zeigen an, ob noch genügend Zeit bleibt, einzusteigen – grün – oder ob die Türen schließen – rot.

Das homogene Flächenlicht an der Decke sorgt für einen hellen und freundlichen Raumeindruck und verfügt zusätzlich über variable Farbtemperaturen. „Es gibt eine Warmlicht- und eine Kaltlichtvariante, die sich an der Außentemperatur orientiert. Das hat mit psychologischen Effekten zu tun. Ist es draußen kalt, wird das Licht rötlich. Ist es warm, wird es bläulich. So etwas wurde bislang bei Trams in Deutschland noch nicht realisiert“, erklärt Dittrich.

Auch die Haltemöglichkeiten wurden optimiert. „In manchen Trams herrscht ein wahrer Stangenwald“, sagt der Industriedesigner. Hier wurde nachgebessert, indem Haltestangen sinnvoller platziert wurden.

„Das Design ist wichtig für die Stadtbildentwicklung in Leipzig. Wir haben markante Punkte gesetzt, mit denen sich die Bahn von allen anderen unterscheidet. Wir sind stolz darauf, dass ein gesamtheitliches Erscheinungsbild entstanden ist, wie wir es uns vorgestellt haben. Ein tolles Projekt!“, freut sich Dittrich.

red.

Weitere Informationen zum Unternehmen gibt es unter www.ifs-design.de

Voriger Artikel
Mehr aus Partner
Video: Die XL - Ein Projektüberblick

Technische Daten der XL

Gesamtlänge: 38 Meter
Anzahl der Türen: 2 Einfachtüren, 4 Doppeltüren
Wagenkastenbreite: 2,30 Meter
Spurweite: 1,46 Meter

Niederfluranteil: 65 Prozent
Sitzplätze: 75
Stehplätze: 145
Klimaanlage: vorhanden

Minimaler Kurvenradius: 17 Meter
Anzahl der Fahrwerke: 4 Triebfahrwerke, 1 Lauffahrwerk
Netzspannung: 600 / 750 Volt

Wie komme ich am schnellsten von A nach B? Die Verbindungsauskunft der LVB hilft bei der Suche nach der besten Strecke. Zusätzlich finden Sie hier den Liniennetzplan und Fahrplanaushänge. mehr

LVB auf Facebook