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Lakowa produziert Seitenwandbekleidung und Leuchtenträger für die XL

Keine Chance für Graffiti Lakowa produziert Seitenwandbekleidung und Leuchtenträger für die XL

Design, Technik und Fahrkomfort – bei Planung und Bau der XL wird nichts dem Zufall überlassen. Selbst in kleinsten Details stecken durchdachte Lösungen. So auch in den Seitenwandverkleidungen des Innenraums. Diese werden hergestellt von der Lakowa Gesellschaft für Kunststoffbe- und verarbeitung mbH in der Oberlausitz. Diese lassen Graffiti keine Chance.

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Lakowa produzierte Seitenwandbekleidung und Leuchtenträger für die neue XL-Bahn.

Quelle: PR

In der neuen Straßenbahn für Leipzig stecken innovative Lösungen. Zum Beispiel in den Seitenwandverkleidungen im Innenraum, die von der Lakowa Gesellschaft für Kunststoffbe- und verarbeitung mbH, einem Familienunternehmen in vierter Generation, kommen. „Wir setzten ein neues thermoplastisches Material ein, mit dem eigenen Markennamen Listolan 060 XL – anti-Graffiti“, erklärt Geschäftsführer Ralf Liebscher. Die Teile haben eine spezielle Anti-Graffiti-Beschichtung, wodurch aufgetragene Farbe von Stiften oder aus Spraydosen schlechter hält und einfach zu entfernen ist. „Das Material hat zudem flammhemmende Eigenschaften, das heißt es brennt schlecht, und erfüllt natürlich alle gesetzlichen Normen des Schienenfahrzeugbaus“, so Liebscher weiter. Das gesamte System ist nach der Norm EN45545 zertifiziert. Lakowa liefert zudem die Leuchtenträger – gemeint sind die Vorrichtungen, in denen die Außenleuchten untergebracht sind.

Von Koffern zu Kunststoff

Das Unternehmen aus Wilthen in der Oberlausitz hat sich seit 1995 auf die Fertigung von Innenverkleidungsteilen für Schienenfahrzeuge sowie Kranken- und Rettungswagen spezialisiert. Doch die Anfänge des Familienbetriebs liegen in der Herstellung von Rucksäcken und Koffern. „Mein Urgroßvater Max Liebscher gründete 1913 eine Weberei unter dem Namen Liebscher & Stolle. Im Jahr 1934 begann mein Großvater Herbert Liebscher dann mit der Kofferfertigung“, sagt Ralf Liebscher. Während die Firma den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand und zunächst in der DDR als privater Familienbetrieb weitergeführt werden konnte, folgte 1972 die Verstaatlichung zum VEB Lakowa Wilthen. Die Familie Liebscher blieb in der Firma und konnte sie nach der Wende reprivatisieren. „Die Produktion und Technologie waren allerdings veraltet und so entschloss sich mein Vater Dr. Peter Liebscher zu einem Sanierungsprozess“, erklärt der Ralf Liebscher, der das Unternehmen seit 2005 in vierter Generation als Geschäftsführer leitet. Den Großteil der heutigen Aufträge machen Schienen- und Krankenfahrzeuge aus. Lakowa-Teile findet man in mehr als 4000 Schienenfahrzeugen, 6000 Kranken- und Rettungsfahrzeugen sowie Spezialfahrzeugen in mehr als 25 Ländern – insgesamt  arbeiten 170 Mitarbeiter in zwei Werken.

In Leipzig ist Lakowa kein Unbekannter: Das LVB-Tochternunternehmen IFTEC ist bereits seit Längerem Kunde. Für die Teile einer XL-Straßenbahn werden rund 500 Kilogramm Material benötigt. Die einzelnen Teile wie Kunststoffplatten und Beschichtungsmittel kauft Lakowa ein. „Das Verformen und Bearbeiten der Platten, das Montieren und Beschichten der Teile erfolgt dann bei uns im Werk und zum Teil von Hand“, erklärt Ralf Liebscher. Von Wilthen aus werden die fertigen Teile an den Hersteller geliefert.

Beschichtung als besondere Herausforderung

Die Herstellung eines kompletten Satzes dauert rund zwei Wochen. Dabei war Anti-Graffiti-Beschichtung für die XL eine besondere Herausforderung. „Wir haben das spezielle Beschichtungsverfahren erstmalig bei einem Kundenprojekt angewendet“, erklärt Ralf Liebscher. Daher wurde die Beschichtung nicht wie sonst üblich bei einem Dienstleister aufgebracht, sondern im Werk selbst.

Auch die  Leuchtenträger, in denen die Außenscheinscheinwerfer in Front und Heck untergebracht sind, bestehen aus einem besonderen Material. Sie sind aus einem Listopur-System, der aus dem Grundwerkstoff Polyurethan durch eine chemische Reaktion während des Herstellungsprozesses entsteht. „Dadurch entsteht ein festes Formteil, das für den Außeneinsatz geeignet ist“, sagt der Geschäftsführer. Während die neue XL bald über Leipzigs Schienen fährt, investiert Lakowa weiter in die Zukunft. „Wir stecken gerade mitten in einem Investitionsprogramm zum Ausbau unserer Werkzeugbauaktivitäten am Standort in Sohland“, erklärt Ralf Liebscher.

red.

Weitere Informationen zum Unternehmen gibt es unter www.lakowa.com

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Video: Premiere der XL

Technische Daten der XL

Gesamtlänge: 38 Meter
Anzahl der Türen: 2 Einfachtüren, 4 Doppeltüren
Wagenkastenbreite: 2,30 Meter
Spurweite: 1,46 Meter

Niederfluranteil: 65 Prozent
Sitzplätze: 75
Stehplätze: 145
Klimaanlage: vorhanden

Minimaler Kurvenradius: 17 Meter
Anzahl der Fahrwerke: 4 Triebfahrwerke, 1 Lauffahrwerk
Netzspannung: 600 / 750 Volt

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