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Leadec Industrial Services aus Chemnitz entwickelt den Korpus der neuen XL-Bahn

„Kein Schubladenprojekt“ Leadec Industrial Services aus Chemnitz entwickelt den Korpus der neuen XL-Bahn

Funktional und modern - so präsentiert sich die neue XL-Bahn, die am 11. Februar auf der Haus-Garten-Freizeit auf der Leipziger Messe enthüllt wird. Die Bahn ist präzise auf das Leipziger Netz abgestimmt und einmalig im Design. Den Rohbau hat die Firma Leadec Industrial Services aus Chemnitz entwickelt.

Innovative Prüf- und Messsysteme für bestehende Fahrzeugkomponenten gehören ebenfalls zum Leistungsportfolio von Leadec Industrial Services.

Quelle: Wolfgang Schmidt

Funktional und modern – diese Beschreibung wäre für die neue XL-Bahn, die am 11. Februar auf der Haus-Garten-Freizeit auf der Leipziger Messe enthüllt wird, zu kurz gegriffen. Das etwa 38 Meter lange und 2,3 Meter breite Fahrzeug ist eine komplette Neuentwicklung: präzise auf das Leipziger Netz abgestimmt und ebenso einmalig im Design. Zwei Aspekte, die die Arbeit der Ingenieure der Firma Leadec Industrial Services aus Chemnitz maßgeblich beeinflusst haben. Sie waren für die Entwicklung des Korpus der Bahn, die einmal 220 Fahrgästen Platz bieten wird, verantwortlich.

„Die XL ist kein Schubladenprojekt“, betont Bernd Epperlein (32), Projektleiter bei Leadec Industrial Services. Vielmehr ist sie eine Maßanfertigung. Das liege zum einen am historisch gewachsenen Leipziger Schienennetz mit zahlreichen Engstellen. „Dafür muss die Bahn eine ausgeklügelte Außenkontur aufweisen, um mit genügend Sicherheitsabstand andere Bahnen passieren zu können.“ Hinzu komme, dass sich im Netz sehr enge Kurven mit einem Radius von nur 17 Metern befinden, die problemlos durchfahren werden müssen. In Chemnitz liege der Wert im Vergleich dazu beispielsweise bei 25 Metern.

Zum anderen hat Leipzig eine Bahn in Auftrag gegeben, die im Betriebshof komplett repariert und gewartet werden kann. Man möchte vermeiden, dass Spezialfirmen Teile anfertigen müssen oder die Bahn zum Hersteller zur Überholung gebracht werden muss. „Aus diesem Grund mussten wir beim Konstruktionsprozess besonderes Augenmerk auf die Reparaturfreundlichkeit legen“, erläutert der Maschinenbauingenieur.

Großen Einfluss nahm auch die Optik: So habe die Firma IFS Design aus Berlin für die XL ein eigenes Designkonzept vorlegt, an das sich auch die Ingenieure von Leadec Industrial Services halten mussten. „Das Design hat den Bauraum vorgegeben“, berichtet Epperlein. Eine große Aufgabe sei gewesen, den Niederfluranteil der Bahn ausreichend groß zu halten. Stufen und Absätze galt es so weit es geht zu vermeiden, damit die Bahn auch für bewegungseingeschränkte Fahrgäste und Fahrgäste mit Kinderwagen komfortabel nutzbar ist. Eine weitere Herausforderung sei die Asymmetrie des Fahrzeugs gewesen. „Dafür mussten individuelle konstruktive Lösungen für die rechte und linke Fahrzeugseite sowie für Front- und Heckbereich entwickelt werden.“

Leadec Industrial Services steht dem Kunden vom Konzept bis zur Serienfertigung zur Seite.

Leadec Industrial Services steht dem Kunden vom Konzept bis zur Serienfertigung zur Seite.

Quelle: Leadec Industrial Services

Im Januar 2015 begannen Epperlein und sein Team mit der Konstruktion, fertigten Montagezeichnungen an und führten technische Berechnungen durch. „Hier wurden verschiedene Lastszenarien durchgespielt. Fährt die Bahn in Doppeltraktion – also mit zwei Wagen? Muss sie abgeschleppt oder angehoben werden?“ All diesen Anforderungen muss die Bahn standhalten, ebenso wie beispielsweise einem besonders hohen Aufkommen an Passagieren.

Wie eine Bahn gebaut ist, hängt auch davon ab, was sie im Falle eines Unfalls aushalten muss. Vorgaben dafür macht eine europaweit geltende Crash-Norm. „Hier ist genau festgelegt, in welchen Bereichen sich die Konstruktion verformen darf, sodass Fahrer und Passagiere zu keinem Zeitpunkt gefährdet sind.“ Aufgabe der Ingenieure ist es deshalb, kreative Lösungen zu finden – ohne Abstriche im Design zu machen. Epperlein verdeutlicht: „Ein Kuhfänger, also ein Vorbau, ist zwar die einfachste Lösung, optisch aber nicht vertretbar.“

Die XL ist für Bernd Epperlein und seine Kollegen, die normalerweise weltweit unterwegs sind, ein besonderes Projekt – nicht nur aufgrund des technischen Anspruchs. „Leipzig ist nicht mal eine Stunde von Chemnitz entfernt, hier wohnen Verwandte, man kennt die Stadt.“ 

Leadec Industrial Services unterstützt seit über 50 Jahren weltweit unter anderem Automobilhersteller und -zulieferer sowie die Schienenfahrzeugindustrie in Entwicklung und Produktion. Die Services reichen von Standortdienstleistungen (Produktionsinstandhaltung, technische Reinigung, Facility Services, produktionsunterstützende Dienstleistungen) über Projektlösungen/Engineering (Entwicklungsleistungen, Manufacturing Engineering, Automatisierung, Elektroinstallationen, Maschinenverlagerung) bis zu Montagelösungen (Rad- und Reifenmontage, Vormontage).

red.

Weitere Informationen zum Unternehmen gibt es unter www.leadec-services.com

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Video: Die XL - Ein Projektüberblick

Technische Daten der XL

Gesamtlänge: 38 Meter
Anzahl der Türen: 2 Einfachtüren, 4 Doppeltüren
Wagenkastenbreite: 2,30 Meter
Spurweite: 1,46 Meter

Niederfluranteil: 65 Prozent
Sitzplätze: 75
Stehplätze: 145
Klimaanlage: vorhanden

Minimaler Kurvenradius: 17 Meter
Anzahl der Fahrwerke: 4 Triebfahrwerke, 1 Lauffahrwerk
Netzspannung: 600 / 750 Volt

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