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Legida und Proteste
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1000 Menschen protestieren gegen Legida-Aufmarsch in Leipzig

Demo-Montag 1000 Menschen protestieren gegen Legida-Aufmarsch in Leipzig

Lutz Bachmann sagte seine Teilnahme kurzfristig ab, die Teilnehmerzahl ging deutlich zurück: Bei der Demo von Legida und Pegida am Montag in Leipzig standen den 600 Demonstranten rund 1000 Protestierende gegenüber. Entlang der Ring-Route kam es zu mehreren Auseinandersetzungen.

Rund 600 Legida-Anhänger versammelten sich bei der Demo am Richard-Wagner-Platz. Ihnen standen etwa 1000 Gegendemonstranten gegenüber.

Quelle: LVZ

Leipzig. Zum 15. "Abendspaziergang" hat das nationalistische Bündnis Legida ("Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes") zusammen mit Pegida aus Dresden am Montagabend rund 600 Anhänger mobilisiert - rund 200 weniger als bei der letzten Demo Anfang Juli. Ihnen standen nach offiziellen Angaben etwa 1000 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei sorgte mit zehn Hundertschaften für deutliche Präsenz. Mehrere Male mussten die Beamten einschreiten.

In Höhe Bosestraße gab es vereinzelte Flaschenwürfe von Gegendemonstranten auf den Legida-Zug. Sie verfehlten laut Polizei ihr Ziel. Es würden Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs geprüft, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Abend gegenüber LVZ.de. Im Hundertwasser-Café - auf der Route der Gegendemonstranten - verbarrikadierten sich einige Legida-Anhänger und warfen mit Flaschen und Stühlen nach Legida-Gegnern. Die Identität von acht der insgesamt 15 anwesenden Personen sei festgestellt worden, so Voigt. Es werde wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Bei beiden Vorfällen sei aber niemand zu Schaden gekommen.

Bei der Abreise am Abend wurde in der Nordstraße ein Pkw attackiert und die Scheiben eingeworfen. Zunächst hieß es von der Polizei, dass der Wagen einem Legida-Anhänger gehöre. Dies wurde wenig später korrigiert - lediglich bei dem Hinweisgeber habe es sich um einen Legida-Demonstranten gehandelt. Ein Zusammenhang mit dem Demo-Geschehen bleib am Abend offen.

Der 15. "Abendspaziergang" von Legida hat am Montagabend rund 600 Teilnehmer in Leipzig mobilisiert. Etwa 1000 Demonstranten stellten sich ihnen entgegen.

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Pegida mit Festerling, aber ohne Bachmann

Legida musste dieses Mal ohne Pegida-Gründer Lutz Bachmann auskommen, der laut Polizei kurzfristig abgesagt hatte. Stattdessen kam Tatjana Festerling, Ex-OBM-Kandidatin für Pegida in Dresden und sprach zu den Anhängern. Der Marsch startete gegen 19.45 Uhr am Richard-Wagner-Platz, lief über einen Teil des westlichen Rings und kehrte in Höhe Lotterstraße um - zurück zum Ausgangspunkt. Bei der Abschlusskundgebung wurden alle drei Strophen der deutschen Nationalhymne gesungen. "Unglaublich!", twitterte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar, die Ohrenzeugin wurde. 

Bei den Gegenveranstaltungen an Nikolaikirchhof, Thomaswiese, Hainspitze und oberem Dittrichring gab es lautstarken und bunten Protest; das bürgerliche Lager war gut vertreten. Für Entlastung sorgte, dass die Polizei die Große Fleischergasse als Durchgang offengelassen hatte. Die Ströme der Gegendemonstranten konnten sich dadurch relativ geordnet bewegen.

Die Anreise der RB-Fans zum Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth verlief weitgehend problemlos. "Viele haben sich offenbar auf das Demo-Geschehen eingestellt und reisen von Norden her an", sagte Polizeisprecher Voigt.

Der Abend im Live-Ticker zum Nachlesen:

++ 21.56 Uhr ++ Die Legida-Anhänger sind mit Autos und Zügen abgereist. Am Hauptbahnhof habe es noch "kleinere verbale Gegenproteste" gegeben, teilt Bundespolizei-Sprecher Jens Damrau auf Nachfrage mit. Alles sei friedlich verlaufen. "Jetzt rechnen wir demnächst mit den Fußballfans." Die Zweitliga-Partie RB Leipzig gegen Greuther Fürth geht beim Stand von 2:2 in die Schlussphase.

++ 21.42 Uhr ++ Die Polizei hat nach der Auseinandersetzung am Hundertwasser die Personalien von acht Personen festgestellt, die dem Legida-Lager zugerechnet würden, so Polizeisprecher Uwe Voigt. Sie nahmen jedoch nicht an der Demo teil. Zuvor soll es Flaschenwürfe in Richtung von NoLegida-Demonstranten gegeben haben. Bei Twitter gibt es Berichte über mindestens einen Verletzten. Diese kann die Polizei bislang nicht bestätigen.

++ 21.04 Uhr ++ Legida und die Gegenveranstaltungen sind beendet. Die Teilnehmer machen sich auf den Heimweg, auch die Polizei zieht ihre Fahrzeuge aus der Innenstadt ab. Zum Vorfall am Hundertwasser soll es in Kürze weitere Informationen geben.

++ 20.49 Uhr ++ Auch zur Abschlusskundgebung von Legida gibt es ohrenbetäubende Rufe und Pfiffe der Gegendemonstranten. Nach Angaben der Grünen-Bundestagsabgeordneten Monika Lazar wurden bei Legida alle drei Strophen der deutschen Nationalhymne gesungen.

++ 20.35 Uhr ++ Polizei und Versammlungsbehörde sprechen von 1000 Gegendemonstranten und 600 Legida-Teilnehmern. Nicht mit dabei ist diesmal Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der beim letzten Mal in Leipzig mit Farbe beworfen wurde. Er habe kurzfristig abgesagt, so Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de. Der Legida-Aufzug ist nun zurück am Richard-Wagner-Platz.

++ 20.30 Uhr ++ Es stockt am Café Hundertwasser: Einige Legida-Anhänger stehen vor dem Eingang. Auf dem Rückweg kommen hier auch die Gegendemonstranten vorbei. Nach Augenzeugenberichten werfen die Legidisten Stühle aus dem Café in Richtung von NoLegida. Die Gegendemonstranten kesseln die Angreifer daraufhin ein. Die Polizei geht schnell dazwischen, schickt die Stühlewerfer in das Café und geht in voller Montur vor dem Eingang in Position. Die Gegendemonstranten protestieren lautstark gegen die Männer im Hundertwasser. Die Polizei räumt den Bereich vor dem Haus und schickt NoLegida weiter. Zu Handgreiflichkeiten kommt es nach bisherigen Erkenntnissen in dem Gemenge nicht.

++ 20.25 Uhr ++ An der Bosestraße kommt es zu Flaschenwürfen aus dem Lager der Gegendemonstranten. Die Polizei drängt diese zürück. Nach Angaben von Augenzeugen soll es eine Einkesselung und auch Festnahmen gegeben haben, dies kann die Polizei nicht bestätigen.

++ 20.21 Uhr ++ Legida ist auf dem Rückweg über den westlichen City-Ring. "Nationalismus raus aus den Köpfen" und wird ihnen an der Thomaskirche entgegengerufen. Laut Beobachtern ist die Teilnehmerzahl des Aufmarschs auf 800 bis 1000 angewachsen. Auch Tatjana Festerling wurde gesichtet.

++ 20.05 Uhr ++ Merkwürdige Szenen am Bachdenkmal: Die Gegendemonstranten platzen mit "Refugees Welcome"-Rufen in das zu Ende gehende Konzert hinein. Der Versuch, die Zuhörer auf ihre Seite zu ziehen geht schief. Es wird gegeneinander applaudiert.

++ 19.48 Uhr ++ Der Demozug von Legida startet - begleitet von einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifen-Konzert.

++ 19.35 Uhr ++ Die Große Fleischergasse ist bisher offen. Ruhig verlagert sich der Protest in Richtung Thomaskirche, wo das Konzert am Bachdenkmal vor hunderten Zuhörern begonnen hat.

++ 19.25 Uhr ++: Der Marsch von Legida formiert sich am Richard-Wagner-Platz. "Nach vorsichtigen Schätzungen gehen wir von 350 bis 400 Teilnehmern aus", sagt Polizeisprecher Uwe Voigt. Die Zahl der Gegendemonstranten gibt er mit 500 an. Autofahrer sollten den westlichen Innenstadtring von nun an bis etwa 21 Uhr meiden. Die Anreise der RB-Fans läuft derweil auf Hochtouren. "Es sind jede Menge Leute unterwegs", so Voigt. "Der Verkehr läuft aber reibungslos. Viele haben sich offenbar auf das Demogeschehen eingestellt und reisen von Norden her an."

++ 19.22 Uhr ++ Derweil an der Thomaskirche: Mehrere Polizeiwagen haben sich positioniert. Für Autos und Fußgänger gibt es kein Durchkommen mehr Richtung Gottschedstraße, die ersten Gegendemonstranten sind da, weitere trudeln ein. In Sichtweite verläuft die Legida-Route, die Demo wird in Kürze hier erwartet.

++ 19.05 Uhr ++ Inzwischen haben sich mehr als 500 Gegendemonstranten an der Hainspitze versammelt. "Es ist laut und friedlich", ebrichten Beobachter. Die Legida-Demo hat begonnen.

++ 18.54 Uhr ++ Gruppen von Legida-Anhängern, mit Fahnen und Schildern ausgestattet, steuern auf der Ringseite der Höfe am Brühl den Wagnerplatz an.   An der Hainspitze ertönt ein Pfeifkonzert, dazu gellende "Haut ab"-Rufe.

++ 18.33 Uhr ++ Party-Musik läuft an der Hainspitze. Eine Gewerkschaftssprecherin des DGB Nordsachsen erhält Beifall für ihre Rede. "Eine Mehrheit in Deutschland ist für die Aufnahme von Flüchtlingen", sagt sie. "Und entgegen anderslautender Meinungen: Nur sechs Prozent Muslime leben in Deutschland." Die Lage ist trotz Polizeipräsenz entspannt.

++ 18.19 Uhr ++ An der Hainspitze haben sich zur Demo von "Leipzig nimmt Platz" rund 300 bis 400 Gegendemonstranten versammelt. Auf dem Richard-Wagner-Platz herrscht noch Ruhe.

++ 17.51 Uhr ++ Die sichtbare Polizeipräsenz in der City hat sich gegenüber den letzten Demos nach Angaben von Beobachtern verstärkt. Am Richard-Wagner-Platz, am Brühl und auf dem Marktplatz haben sich Beamte mit ihren Fahrzeugen postiert. Am Bachdenkmal laufen derweil die Aufbauten für das Konzert um 19 Uhr. Bereits jetzt sitzen dort die ersten Besucher.

++ 17.01 Uhr ++ Rund 1000 Beamte seien heute zur Absicherung des Demo-Geschehens im Einsatz, teilt Polizeisprecher Uwe Voigt auf Anfrage mit. Noch rollt auf den Straßen der Verkehr ohne Behinderungen. Voigt weist jedoch darauf hin, dass es ab 18 Uhr zu einer angespannten Verkehrslage auf dem westlichen Innenstadtring kommen könnte. 

++ 16.50 Uhr ++ Auch der DGB Nordsachsen ruft zu "Courage zeigen" und zur Unterstützung der Gegenproteste in Leipzig auf. Die Übergriffe auf Flüchtlingen hätten in den vergangenen Wochen stark zugenommen. "Dies können wir nicht so stehen lassen", heißt es auf der Webseite.

Legida hat ihre Veranstaltung für die Zeit zwischen 19 und 21 Uhr angemeldet. In den sozialen Netzwerken kündigt das nationalistische Bündnis an, dass Anhänger der Dresdner Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") und aus Chemnitz den Aufmarsch in Leipzig verstärken sollen. Vor dem Sommer waren die Legida-Teilnehmerzahlen in der Messestadt dramatisch geschrumpft. Seit einigen Wochen wählt Pegida für Versammlungen verschiedene sächsische Städte, auch im Leipziger Umland, als Demonstrations-Schwerpunkt. Im Juli wurde Pegida-Chef Lutz Bachmann bei seinem Demo-Auftritt in Leipzig mit Farbe attackiert. Laut Stadtverwaltung sind für den 3. August 1000 Teilnehmer angemeldet.

In der City könnten auch anreisende Fans zum ersten RB-Heimspiel der Saison von den Einschränkungen betroffen sein. Um 20.15 Uhr wird die Partie gegen Greuther Fürth angepfiffen. Mindestens zu akustischen Kollisionen könnte es kommen, wenn um 19 Uhr das Konzert am Bachdenkmal von Quinteto Ángel im Freien stattfinden soll.

Legida-Gegenveranstaltungen im Überblick:

Willkommen in Leipzig - eine weltoffene Stadt der Vielfalt, Bündnis 8. Mai, Nikolaikirchhof, 18 bis 20 Uhr, 40 Teilnehmer.

Leipziger Friedenswache – Leipzig gegen Krieg, Petersstraße / Höhe Freifläche zwischen Hugendubel und Thomaswiese, 18 bis 20 Uhr, 20 Teilnehmer

Leipzig nimmt Platz, Hainspitze, 18 bis 22 Uhr, 200 Teilnehmer.

Leipzig nimmt Platz, oberer Dittrichring / Höhe Gemeindehaus, 18 bis 22 Uhr, 100 Teilnehmer.

LVZ


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Richard-Wagner-Platz Leipzig 51.343596 12.371852
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