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Legida und Proteste
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Legida-Anhänger greifen Fotografen an - Buttersäure-Anschlag am Astoria

Ticker zu Legida Legida-Anhänger greifen Fotografen an - Buttersäure-Anschlag am Astoria

Nach einer dreiwöchigen Pause zog das fremdenfeindliche Bündnis Legida am Montag wieder durch Leipzig. Dazu protestierten zahlreiche Gegendemonstranten. Beide Seiten konnten deutlich mehr Anhänger mobilisieren als noch zuletzt. Am Rande kam es zu Übergriffen und Rangeleien.

Rund 700 Teilnehmer kamen zur Legida-Demo auf den Richard-Wagner-Platz.

Quelle: LVZ

Leipzig. Nach einer dreiwöchigen Pause zog das fremdenfeindliche Bündnis Legida am Montag wieder durch Leipzig. Auch am 1. Februar protestierten dazu zahlreiche Gegendemonstranten in der Innenstadt. Beide Seiten konnten deutlich mehr Anhänger mobilisieren als noch zuletzt: Bei Legida waren es etwa 700. Auf der Gegenseite fanden sich im Rahmen dreier größerer Demonstrationen über 1000 Personen ein. Auch die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort, unter anderem mit Wasserwerfern und Diensthunden.

Im Vorfeld aller Veranstaltungen verübten Unbekannte einen Buttersäure-Anschlag auf die Fußgängerunterführung vor dem ehemaligen Astoria-Hotel. Diese wurde zeitweilig gesperrt.

Die Demo-Pause ist vorbei: Am Montag wird das fremdenfeindliche Bündnis Legida auf dem westlichen Ring demonstrieren. Am Rande der Demos gab es einen Buttersäure-Anschlag. Ein Legida-Anhänger griff einen Fotografen an. (Fotos: Wolfgang Zeyen)

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Von Seiten der Legida-Anhänger gab es während der Veranstaltung mehrere Angriffe auf Journalisten. Zwar schritten die Legida-Ordner ein, konnten die Situation jedoch nicht sofort unter Kontrolle bringen. Als einer der Legida-Teilnehmer beim Spaziergang einen Feuerwerkskörper in die Gegendemo warf, übergaben die Ordner den Mann der Polizei.

Die Gegendemonstranten versuchten in Höhe der Runden Ecke mit einer Sitzblockade den Legida-Zug aufzuhalten. Die Polizei leitete Legida an der Gruppe von etwa 40 Personen vorbei. Die Blockierer wurden zum Räumen aufgefordert. Dem kamen sie kurze Zeit später nach. In ihrer abschließenden Meldung wies die Polizei darauf hin, dass es sich im strafrechtlichen Sinne nicht um eine Verhinderungsblockade handelte, da die Legida-Demonstration weiterlaufen konnte.

Rangeleien auf dem Heimweg

Der Rückweg vom Neuen Rathaus und Burgplatz ging, vom bereits erwähnten Böllerwurf und verbalen Auseinandersetzungen abgesehen, ohne größere Zwischenfälle vonstatten. Erst als sich die beiden Demonstrationen am Ende des Abends auflösten, entglitt der Polizei kurzfristig die Kontrolle. Am Brühl konnten beide Lager nicht mehr getrennt werden. Es kam zu Rangeleien. Ein Fotograf wurde angegriffen. Die Polizei zog unter anderem einen Gegendemonstranten aus der Menge.

Inhaltlich arbeitet sich Legida an den Vorfällen in Köln und Berlin ab. Auch der Handgranatenanschlag der vergangenen Woche wurde durch Sprecher Markus Johnke thematisiert. Als Abschlussredner stellte sich ein „Graziani“ aus Berlin vor. Dieser schimpfte wesentlich wütender und stellte auch die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage: "Diese veraltete Staatsform braucht keiner mehr!“ Das Publikum quittierte die Beiträge der Redner wie gewohnt mit Rufen wie: „Volksverräter“, „Lügenpresse“ und „Widerstand“.

Statt Mahnwache werden Stolpersteine geputzt

Im Vorfeld des sogenannten „Abendspaziergangs“ und der Proteste gab es wieder ein juristisches Tauziehen um den Verlauf und das Stattfinden der Demonstrationen. Das Erich-Zeigner-Haus um dessen Chef Frank Kimmerle hatte zu einer Mahnwache entlang der geplanten Legida-Route aufgerufen. Diese sollte an Stolpersteinen stattfinden, welche an Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

Das Ordnungsamt verlegte diese auf den späten Abend. Nachdem auch der Rechtsweg bis zum Abend keine Änderung ergab, zeigten sich Kimmerle und der frühere Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff kreativ. Statt der Mahnwache putzten sie gemeinsam mit Bernd Günther vom Deutschen Gewerkschaftsbund die Stolpersteine. Die Polizei ließ sie gewähren. Dennoch kritisierten Wolff und Kimmerle die Ordnungsbehörde der Stadt scharf: „Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung von Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal.“

Ein Protokoll des Abends finden Sie in unserem Ticker:

++ 21.38 Uhr ++ Laut "Durchgezählt" waren auf Seiten der Gegendemonstranten mit mehr als 1000 Menschen deutlich mehr Teilnehmer als zuletzt aufgelaufen. Wie erwähnt, konnte auch Legida stärker mobilisieren. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar bemerkte am Rande der Veranstaltung, dass es sehr wenige Polizeikräfte zur Absicherung gebe. Die Ordnungshüter waren mit mindestens zwei Wasserwerfern und einer Hundestaffel im Einsatz.

++ 21.28 Uhr ++ Inzwischen sind alle am Bahnhof. Die Lage ist wieder ruhig. Der Richard-Wagner-Platz ist leer.

++ 21.18 Uhr ++ Die Lage ist extrem unübersichtlich. Es gibt keine Trennung beider Lager mehr. Zudem fließt der Verkehr.

++ 21.13 Uhr ++ An der Blechbüchse gab es beim Abmarsch Rangeleien. Legida-Anhänger attackierten erneut Fotografen. Auch Gegendemonstranten wurden angegriffen. Die Polizei ging sofort dazwischen und nahm auch Protestierer aus dem NoLegida-Lager fest.

++ 21.12 Uhr ++ Legida-Sprecher Markus Johnke kündigt an, das nächste Mal geht es in vier Wochen weiter - in Leipzig.

++ 21.11 Uhr ++ Bei Legida ist die Hymne abgesungen. Der Lärm auf der Gegenseite hat sich nochmals gesteigert.

++ 21.09 Uhr ++ Dass der Berliner Sprecher mit nach eigenen Angaben italienischen Wurzeln, Pommern, Schlesien, das Sudetenland und Königsberg noch zu Deutschland zählt, erwähnen wir hier nur am Rande.

++ 21.01 Uhr ++ Der Berliner Redner ruft nun offen zum Sturz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung auf: "Diese veraltete Staatsform braucht keiner mehr. Weg mit dem Drecks-Gangster-Pack!"

++ 20.59 Uhr ++ Graziani teilt nun wüst schimpfend gegen die Medien aus: „Wie kann man seine eigene Sippe, sein eigenes Blut derartig verraten?“ schreit er. Die Presse sei US-gesteuert und an den Vergewaltigungen von Köln schuld.

++ 20.54 Uhr ++ Ein Berliner Redner namens "Graziani" hetzt auf der Legida-Bühne offen gegen den Islam. "Islam bedeutet Unterdrückung unserer Freiheit."

++ 20.53 Uhr ++ Bei Legida riefen die Menschen eben "Volksverräter" nun "Widerstand". Der Lärm, den die Gegendemonstranten nur wenige Meter entfernt veranstalten, ist ohrenbetäubend.

++ 20.51 Uhr ++ Der Fotograf der L-IZ wurde bereits auf der Demoroute bedrängt. Er erlitt bei der Attacke eine Schürfwunde am Handgelenk. Es wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

++ 20.49 Uhr ++ Die Initiative "Durchgezählt´" kommt auf 640 bis 740 Legida-Teilnehmer.

++ 20.47 Uhr ++ Der erste Angriff vor dem Abmarsch von Legida galt offenbar einem RTL-Reporter. Legida-Ordner seien dazwischen gegangen, wurden aber von eigenen Anhängern abgehalten, berichten die Kollegen von Mopo24.

++ 20.41 Uhr ++ Erneut greifen Legida-Anhänger einen Fotografen an. Diesmal wird ein Kollege der L-IZ attackiert. Er machte Fotos auf einem Podest am Wagner-Platz, wurde erst mit Scheinwerfer-Taschenlampen geblendet, dann hinab gestoßen. Die Polizei schritt ein und setzte den Angreifer fest.

++ 20.36 Uhr ++ Die Gegendemo ist schon am Richard-Wagner-Platz. Auch Legida biegt langsam ein.

++ 20.34 Uhr ++ Am Schauspiel soll es einen Böllerwurf in Richtung der Gegendemonstranten gegeben haben. Woher ist unklar. Die Polizei nimt einen Legida-Anhänger in Gewahrsam. Offenbar hatten ihn Legida-Ordner den Behörden übergeben.

++ 20.29 Uhr ++ Die Sitzblockade der Legida-Gegner an der runden Ecke ist der dritten Aufforderung der Polizei nachgekommen und hat die Route geräumt.

++ 20.26 Uhr ++ Ein Legida-Anhänger beleidigt Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar und einen nebenstehenden Fotografen als Missgeburt und Vollpfosten. Auch die Worte: "Rote Drecksau" fielen, so Beobachter Ort.

++ 20.20 Uhr ++ Beide Lager laufen nun wieder über den westlichen Ring zurück.

++ 20.16 Uhr ++ Legida ist nun am Wendepunkt. Vom Burgplatz schallen Pfiffe herüber. Die Polizei hat beide Lager abgeschirmt. Bei den Gegenprotesten ist es extrem laut.

++ 20.15 Uhr ++ Die Beamten der Polizei agieren ruhig und zurückhaltend. Sie beobachten die Lage am Rande aufmerksam.

++ 20.07 Uhr ++ Wo vorhin noch die Stolpersteine geputzt wurden, marschieren jetzt die Rechten. Auf der anderen Seite schreien die Gegendemonstranten: "Haut ab! Haut ab!"

++ 19.58 Uhr ++ An der runden Ecke gibt es eine Sitzblockade von etwa 40 Mann. Die Polizei hat die Lage im Griff und leitet den Legida-Zug dran vorbei.

++ 19.54 Uhr ++ Auch der MDR ist vor Ort. Die Kollegen vom Fernsehen sind nach mehreren Angriffen in der Vergangenheit mit Personenschützern im Einsatz.

++ 19.51 Uhr ++ Bei der Gegendemo fordert eine Initiative zur Umbenennung des Wagner-Platzes zu "Refugees-Welcome-Platz". Eine Petition steht online und soll später in den Stadtrat zur Abstimmung. Die Teilnehmer orientieren sich in Richtung Legida-Route.

++ 19.47 Uhr ++ Legida läuft nun los. "Passt bitte auf, falls einer Böller schmeißen oder uns sonst irgendwie vor laufender Kamera bloßstellen will", so Sprecher Markus Johnke.

++ 19.45 Uhr ++ Von "Leipzig nimmt Platz" gibt es Aufmunterung für die Demonstranten: "Ihr seid so schön laut", liest man auf Twitter, "dass Johnke bei seiner Rede durcheinander kommt."

++ 19.42 Uhr ++ Vor der Bühne wurde eben von einem Legida-Demonstrant ein Fotograf angegriffen, so Beobachter vor Ort. Die Polizei überprüft die Personalien des Mannes.

++ 19.40 Uhr ++ Der Legida-Sprecher beschwert sich gerade darüber, was die Legida-Anhänger im vergangenen Jahr alles durchzumachen hatten: „Anzeigen wegen Volksverhetzung. Bedrängung und Beschimpfung." Parteien würden diffamiert. Gemeint ist die AfD. Als nächstes tritt also Roland Ulbrich von der patriotischen Plattform in der AfD auf die Bühne.

++ 19.35 Uhr ++ Bei Legida hieß es zu Beginn: "Wir sind bestimmt doppelt so viele wie beim letzten Mal." Tatsächlich sind es zunächst 300 bis 400 Leute, es werden aber mehr.

++ 19.31 Uhr ++ Auf Seiten NoLegidas ist nun auch die Gruppe vom „Weltoffenen Gohlis“ eingetroffen.

++ 19.29 Uhr ++ Bei Legida skandiert Masse: "Putin hilf!"

++ 19.26 Uhr ++ Der Handgranaten-Anschlag aus der Vorwoche wird nun seitens Legida-Sprecher Markus Johnke relativiert. Die „Lügenpresse“ soll zur Rechenschaft gezogen werden.

++ 19.23 Uhr ++ Polizei: Gegen 18 Uhr wurde in der Unterführung am Astoria Buttersäure verkippt. Der Durchgang ist mittlerweile wieder frei.

++ 19.20 Uhr ++ Legida lädt für den Samstag nach Dresden ein. Gleichzeitig soll in Europa in 16 Städten seitens rechtspopulistischer Bündnisse demonstriert werden.

++ 19.19 Uhr ++ Vom Nordplatz kommt die nächste Gegendemo am Wagner-Platz an.

++ 19.15 Uhr ++ Bei Legida gehts los. Der Sprecher bedankt sich für den "erfolgreichen" ersten Geburtstag am 11. Januar.

++ 19.14 Uhr ++ Die Feuerwehr Leipzig bestätigt den Buttersäure-Anschlag in der Nähe des früheren Astoria-Hotels. Die Flüssigkeit wurde von den Einsatzkräften mit Wasser weggespült.

++ 19.11 Uhr ++ Auf der Halleschen Straße gibt es eine Zwischenkundgebung von „Leipzig nimmt Platz“ mit etwa 300 Teilnehmern. Andere Schätzungen gehen von gut 500 Menschen aus.

++ 19.07 Uhr ++ Legida lässt die Auflagen verlesen. Noch werden Ordner gesucht.

++ 19.05 Uhr ++ Auf dem Wagner-Platz wird es langsam lauter. Sprechchöre und Pfiffe wechseln sich ab. Der Wind fährt den Demonstranten auf beiden Seiten in die Knochen. Der Deutsche Wetterdienst hat übrigens vor Sturm gewarnt. Bei Legida auf der Bühne geht es noch nicht los.

++ 19.02 Uhr ++ Nach Medienberichten soll es vor dem Astoria-Hotel einen Buttersäure-Anschlag gegeben haben. Eine Bestätigung seitens der Behörden steht noch aus. Wir prüfen das.

++ 18.54 Uhr ++ Gewohntes Bild auf dem Richard-Wagner-Platz: Die Fläche ist zweigeteilt. Die Polizei trennt Legida und NoLegida. Bei Legida geht das Licht an. Die Gegendemonstranten sehen bloß die Rückseite der Bühne.

++ 18.45 Uhr ++ Nochmal Wolff zu den Vorwürfen seitens der Versammlungsbehörde in Richtung der Mahnwache und mögliche Trittbrettfahrer: „Das ist völliger Quatsch. Wenn das so wäre, dann könnte ich ja jeden Gottesdienst absagen.“

++ 18.43 Uhr ++ Und schon löst sich der Zug von „Refugees Welcome“ auf. Zügig geht es durch die Burgstraße in Richtung Brühl.

++ 18.40 Uhr ++ Die Gegen-Demo vom Südplatz ist mittlerweile am Neuen Rathaus angekommen. Die Polizei hat den Zugang in Richtung der Legida-Demonstration abgesperrt.

++ 18.38 Uhr ++ Pfarrer Wolff sagte gegenüber LVZ.de: „Polizeichef Merbitz spricht von Pogromstimmung, und die, die das zu verantworten haben, werden verschont. Wir werden kriminalisiert.“ Kimmerle kündigte an: Die Stolperstein-Mahnwache werde nachgeholt. Für alle kommenden Montage, 18 Uhr seien Mahnwachen angemeldet.

++ 18.32 Uhr ++ Die Polizei lässt Wolff, Kimmerle und Bernd Günther gewähren. Der Pfarrer und der Chef des Zeigner-Haus-Vereins sind empört über die Entscheidung der Versammlungsbehörde: „Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung von Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal.“ Die Entscheidung der Stadt brüskiere das bürgerliche Engagement für ein friedliches Zusammenleben. „Dass ein Gericht das bestätigt, setzt dem Ganzen die Krone auf, das macht mich fassungslos.“

++ 18.24 Uhr ++ An der Haltestelle Thomaskirche putzen Frank Kimmerle vom Zeigner-Haus, Ex-Thomaskirchen-Pfarrer Wolff und Bernd Günther vom DGB die Stolpersteine.

++ 18.21 Uhr ++ Beobachter vor Ort sprechen von einigen hundert Teilnehmern. Die Gruppe ist in Höhe des Münzplatzes angelangt. Die Polizei hält die Straße für die Legida-Gegner frei.

++ 18.08 Uhr ++ Am Südplatz beginnt zurzeit die Gegendemonstration. Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Die Linke) kündigt für den Dienstag 16 Uhr eine Kundgebung auf dem Deutschen Platz an. Vor Ort soll gegen die Missstände in der nahen Zeltstadt protestiert werden.

++ 17.59 Uhr ++ Bei der Auftaktkundgebung erinnerte Juliane Nagel daran, dass es auch in Leipzig immer wieder Anschläge auf Asyleinrichtungen gab.

++ 17.53 Uhr ++ Über die sozialen Netzwerke kritisierte Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek die Stadt scharf: „Alle die Gegenprotest anmelden, egal in welcher Form, müssen sich alle Störungen der Vergangenheit zurechnen lassen.“ Er kündigte an, zunächst vors Oberverwaltungsgericht zu ziehen. In letzter Konsequenz erwägt Kasek den Gang vors Bundesverfassungsgericht.


++ 17.39 Uhr ++ Polizeisprecher Uwe Voigt erklärte gegenüber LVZ.de: "Den Vorwurf, dass keine Proteste mehr in Sicht- und Hörweite der Legida-Demos möglich seien, kann die Polizei nicht nachvollziehen." In erster Linie betreffe diese Frage die Versammlungsbehörde der Stadt.

++ 17.23 Uhr ++ Zu den Beschlüssen des VG Leipzig werden weitere Details bekannt. Bei der Verlegung der Mahnwache am Dittrichring habe die Stadt "zutreffend" darauf verwiesen, dass "gewaltbereites Klientel" friedliche Versammlungen wie diese dazu nutzen könnte, um den Legida-Aufzug zu stören, entschied die zuständige Kammer. Eine frühzeitigere Anmeldung als die von Legida spiele dabei keine Rolle, gleiches gelte für die Demo von "Leipzig nimmt Platz". "Die Kammer geht in beiden Verfahren davon aus, dass es sich um sogenannte Vorratsanmeldungen gehandelt hat", so Gerichtssprecher Alexander Lenz. Es gebe zudem keine "automatische Vorfahrt für Erstanmelder", heißt es weiter. Die Grundrechte seien in jedem Einzelfall gegeneinander abzuwägen. Hierbei sei berücksichtigt worden, dass "Leipzig nimmt Platz" gegen einen geplanten fremden Aufzug demonstrieren wolle und zudem eine gleichwertige Ersatz-Aufzugsstrecke am Ring erhalten habe. Gegen die Beschlüsse ist Beschwerde am Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen möglich. Anwalt Jürgen Kasek kündigt an, das Rechtsmittel nutzen zu wollen.

++ 17.03 Uhr ++ Das Verwaltungsgericht Leipzig hat soeben die beiden Eilanträge von "Leipzig nimmt Platz" und des Erich-Zeigner-Haus e.V. zurückgewiesen. Zur Begründung der 1. Kammer teilte Gerichtssprecher Alexander Lenz gegenüber LVZ.de mit, dass sich die Veranstaltungen "mit Legida überschneiden". Es bleibt damit bei den Entscheidungen der Stadt, die Gegendemo von "Leipzig nimmt Platz" vom westlichen auf den östlichen Ring und die Mahnwache mit Stolperstein-Verlegung am Dittrichring von 18 Uhr nach 21 Uhr nach hinten zu verlegen.

++ 16.35 Uhr ++ Kurzer Blick nach Dresden: Pegida legt heute eine Demo-Pause ein, offiziell wegen der "aufwändigen Vorbereitungen" für die am Samstag geplante Großdemo. Zugleich wurde für die Leipziger Demo mobilisiert: "Alle Patrioten nach Leipzig zu Legida am Montag", heißt es bei Facebook.

++ 16.28 Uhr ++ Das Verwaltungsgericht Leipzig berät über die beiden Eilanträge von Leipzig nimmt Platz und des Erich-Zeigner-Hauses. "Es wird in den nächsten Minuten eine Entscheidung geben", sagt Gerichtssprecher Alexander Lenz.

++ 16.05 Uhr ++ Die Stadt bestätigt die Eilanmeldung der Grünen Jugend gegenüber LVZ.de. Die Route wurde von der Versammlungsbehörde jedoch verlegt. Vom Willy-Brandt-Platz aus soll die Demo nun "über den Fußweg am östlichen und südlichen Ring in Richtung Neues Rathaus" führen, so ein Rathaus-Sprecher. Auf dem Ring vor dem Hauptbahnhof könne die Demo nicht stattfinden. "Die Bedingungen sind in der Kürze der Zeit nicht zu erfüllen", erklärte der Sprecher. Gerechnet werde mit deutlich mehr als 50 Teilnehmern, hieß es.

++ 15.58 Uhr ++ Weitere Demo geplant: Die Grüne Jugend Leipzig hat nach Angaben auf Twitter eine Eilversammlung "gegen das faktische Versammlungsverbot auf dem nördlichen Innenstadtring" von 18 Uhr bis 19.45 Uhr angemeldet. Motto: "Kein Ring sie zu knechten - Für Versammlungsfreiheit auf dem gesamten Ring". Die Demo mit 50 Personen soll vom kleinen Willy-Brandt-Platz aus über den Innenring zum Ostknoten und danach über den Außenring zurück auf den Parkplatz vorm Astoria-Hotel führen.

++ 15.50 Uhr ++ Zahlreiche Polizeiautos am Simsonplatz. Außerdem nicht mehr parken in der Straße des 17. Juni zwischen Peterssteinweg und Harkortstraße. Dort wird abgeschleppt.

++ 14.59 Uhr ++ Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" und der Verein Erich-Zeigner-Haus streiten vor dem Verwaltungsgericht um die Rücknahme von Auflagen durch das Ordnungsamt. So will "Leipzig nimmt Platz" mit der Veranstaltung "Vielfalt statt Einfalt" eine Route vom Augustusplatz über den Thomaskirchhof zum Richard-Wagner-Platz durchsetzen. Frank Kimmerle vom Zeigner-Haus wehrt sich gegen die zeitliche Verschiebung der Stolperstein-Mahnwache für die Familie Frankenthal am Dittrichring 13 von 18 auf 21 Uhr.


++ 14.43 Uhr ++ Achtung Verkehrsbehinderungen: Zwischen etwa 17.30 und 19.30 Uhr werden insbesondere die Karl-Liebknecht-Straße, der südliche, östliche und nördliche Ring betroffen sein. Der westliche Ring wird voraussichtlich während der Legida-Demo zwischen 19 und 21 Uhr nicht befahrbar sein. Über Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr informieren die Leipziger Verkehrsbetriebe kurzfristig auf ihrer Internetseite www.lvb.de.

Legida und die Gegendemos

Legida: Richard-Wagner-Platz → Goerdelerring → Dittrichring → Martin-Luther-Ring → Lotterstraße → oberer Martin-Luther-Ring / am Stadthaus → Martin-Luther-Ring → Dittrichring → Goerdelerring → Richard-Wagner-Platz. 19-22 Uhr, 500 bis 1000 Teilnehmer.

Aufzug unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“: Augustusplatz → Georgiring (Innenring) → Willy-Brandt-Platz (Innenring) → Goethestraße → Richard-Wagner-Straße → Am Hallischen Tor (Zwischenkundgebung) → Brühl → südlicher Richard-Wagner-Platz (Abschluss und Beendigung). 18-22 Uhr, etwa 1000 Teilnehmer.

Aufzug unter dem Motto  „Jetzt erst recht! Gegen Rassismus und staatliche Repression": Südplatz → Karl-Liebknecht-Straße → Peterssteinweg → Straße d. 17. Juni → Harkortstraße → Martin-Luther-Ring/ Höhe Neues Rathaus. 17-19 Uhr, etwa 500 Teilnehmer.

Aufzug unter dem Motto „Gohlis für Religionsfreiheit und Toleranz“: Nordplatz/ vor der Michaeliskirche → Nordplatz, östliche Fahrbahn → Nordstraße → Parthenstraße → Gerberstraße → Querung Tröndlinring → Am Hallischen Tor → Brühl. 18-19.30 Uhr, 200 Teilnehmer.

Mahnwachen in der Goethestraße / Mahnmal für die Sinti und Roma, in der Gottschedstraße / Synagogendenkmal und auf dem Nikolaikirchhof / Stolperstein, 18-20.30 Uhr, Mahnwache Stolperstein Dittrichring 13, 21-23.30 Uhr, jeweils 3 - 10 Teilnehmer.

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Leipzig 51.339695 12.373075
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