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Legida und Proteste
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Legida: Nur wenige Teilnehmer demonstrieren in Leipzig gegen Gewalt

Rechtspopulistisches Bündnis Legida: Nur wenige Teilnehmer demonstrieren in Leipzig gegen Gewalt

Statt der angemeldeten 2000 Personen sind am Samstag nur rund 140 Teilnehmer dem Aufruf des rechtspopulistischen Bündnisses Legida gefolgt. Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz demonstrierten sie begleitet von Gegenprotest unter dem Motto „Wir gegen Gewalt.“ Anlass war der Überfall auf einen Ordner.

Nur wenige Teilnehmer demonstrierten am Samstag bei Legida gegen Gewalt

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Etwa 140 Personen sind am Samstag dem zweiten Protest-Aufruf der fremden- und islamfeindlichen Legida-Gruppe innerhalb einer Woche gefolgt. Angemeldet hatten die Rechtspopulisten für ihre Demonstration unter dem Motto „Wir gegen Gewalt“ eigentlich 2000 Teilnehmer. Aufgrund der fehlenden Unterstützung sichtlich zerknirscht, beklagten die Organisatoren am Samstag unter anderem fehlende Unterstützung von Gleichgesinnten der Dresdner Schwesterinitiative Pegida.

Die Legida-Gruppe hatte sich um 15 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz gegenüber der Stadtbibliothek versammelt. Dort erklärten mehrere Redner ihre Verbundenheit für einen 37-Jährigen aus dem Böhlener Ortsteil Großdeuben, der am vergangenen Montag nach der Legida-Demonstration vor seiner Haustür von mehreren Vermummten zusammengeschlagen worden war. In ihren beiträgen sprachen sich die Legida-Redner auch gegen eine weitere Eskalation der Auseinandersetzung mit ihre Gegnern aus.

Der lautstarke Gegenprotest, ursprünglich nur für den Addis-Abeba-Platz zugelassen, zeigte sich während der Legida-Kundgebung spontan auch direkt am Eingang zur Stadtbibliothek. Dort machten etwa 100 Demonstranten ihrem Unmut über die erneute Demonstration der Rechtspopulisten Luft und reagierten auf deren Vorwürfe, sie seien gewalttätig, unter anderem mit: „Wir sind keine Hooligans, wir sind Biene-Maja-Fans.“

Nach einer reichlichen Stunde Auftaktkundgebung startete das rechtspopulistische Bündnis dann zu seiner Demonstration. Aufgrund der geringen Beteiligung wurde mit der Polizei eine verkürzte Route am östlichen Ende des Wilhelm-Leuschner-Platzes ausgehandelt. Nach etwa eineinhalb Stunden war die Legida-Veranstaltung dann vorbei, konnte die mit zahlreichen Kräften anwesende Polizei die notwendigen Sperrungen und Behinderungen für den Verkehr wieder aufheben.

Die Beamten zogen zum Abschluss ein positives Fazit. Lediglich ein angetrunkener 72-Jähriger auf Seiten der Legida-Gegendemonstranten, der ein Cuttermesser bei sich trug, wurde als Verfehlung registriert. Der Rentner sei vom Versammlungsleiter des Protests ausgeschlossen worden, hieß es.

Mit nur knapp über 100 Teilnehmern hat Legida am Samstag auf dem Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz gegen Gewalt demonstriert.

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Die Ereignisse im Ticker-Rückblick:

++ 16.35 Uhr n++ Legida ist beendet. Am Ende hatte ein Redner noch die Enttäuschung der Organisatoren erklärt, dass es keine Unterstützung aus Dresden gab.

++ 16.32 Uhr ++ Laut "Durchgezählt" haben sich rund 300 Personen am Gegenprotest beteiligt.

++ 16.31 Uhr ++ Legida erklärt zum Abschluss "Wir sind alle Ronny" als Beistandsadresse an den verpügelten Ordner.

++ 16.22 Uhr ++ Es folgen weitere Redebeiträge bei Legida.

++ 16.17 Uhr ++ Laut der Initiative "Durchgezählt" haben etwa 140 bis 160 Personen an Legida teilgenommen.

++ 16.13 Uhr ++ Legida ist zurück am Ausgangsort.

++ 16.12 Uhr ++ Die Polizei kesselt einige Legida-Gegner entlang der Strecke ein.

++ 16.06 Uhr ++ Legida läuft nur eine verkürzte Route zum Addis-Abeba-Platz und dann über die Windmühlenstraße zurück.

++ 16.04 Uhr ++ Gegendemonstranten rufen: "Wir sind keine Hooligans, wir sind Biene-Maja-Fans."

 

++ 16.01 Uhr ++ Legida läuft los.

++ 15.59 Uhr ++ Der Gegenprotest vor der Stadtbibliothek füllt sich mit Teilnehmern. Legida möchte trotz geringem Zulauf um den Leuschner-Platz herumlaufen.

++ 15.56 Uhr ++ Reinhard Rade versucht auf Gegendemonstranten einzureden. Er wird von der Versammlung ausgeschlossen und von der Polizei hinter das trennende Gitter gebeten.

++ 15.50 Uhr ++ Die Gegendemo wird nun vor den Eingang der Bibliothek gedrängt, die Polizei räumt den Weg frei für die Route von Legida.

++ 15.49 Uhr ++ Ein 360° Bild:

++ 15.45 Uhr ++ Vor der Stadtbibliothek haben sich einige Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei trennt die Lager mit Absperrgittern.

++ 15.39 Uhr ++ Die Gegendemonstranten haben eine Spontanversammlung vor der Stadtbibliothek angemeldet.

++ 15.31 Uhr ++ Der Redner berichtet: Der betroffene Ordner habe schon vor dem Überfall vermutet, das Linke hinter ihm her seien. Deshalb müssten es Linke gewesen sein. Den Überfall bezeichnete er als einen Mordanschlag.

++ 15.30 Uhr ++ Der zweite Redner bei Legida meint, es gehe bei der Demo nicht um Legida, es gehe um Gewalt gegen alle Menschen.

++ 15.25 Uhr ++ Eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten ist auf 20 Meter an die Legida-Demo herangetreten und ruft "Nationalismus raus aus den Köpfen."

++ 15.16 Uhr ++ Bei Legida sprechen sich Redner gegen eine Eskalation der politischen Auseinandersetzung mit dem Gegner aus. Das spiele den Herrschenden in die Hände, heißt es. Der überfallene Legida-Ordner sei besonnen gewesen und habe für Dialog gestanden.

++ 15.11 Uhr ++ Angesichts der geringen Teilnehmerzahlen wird überlegt, den Rundgang um den Leuschner-Platz abzusagen.

++ 15.10 Uhr ++ Legida beginnt, es sind nun zwischn 50 und 70 Teilnehmer dort.

++ 15.03 Uhr ++ Bei der Gegenkundgebung auf den Addis-Abeba-Platz berichtet Jürgen Kasek von den Morddrohungen gegen ihn und bedankt sich für die Solidarität.

++ 15.00 Uhr ++ Inzwischen haben sich rund 50 Personen bei Legida versammelt.

++ 14.43 Uhr ++ Bei Legida sind inzwischen rund 25 Teilnehmer eingetroffen.

++ 14.30 Uhr ++ Auf dem Addis-Abeba-Platz hat die Kundgebung "Solidarität mit allen Betroffenen von rechter Gewalt" begonnen.

++ 14.09 Uhr ++ Obgleich die Hintergründe des Überfalls auf den 37-Jährigen in der Nacht zum Dienstag im Böhlener Ortsteil Großdeuben noch unklar sind, machen die Legida-Organisatoren seit Tagen vor allem Grünen-Vorstand Jürgen Kasek mitverantwortlich. Der Leipziger Politiker und seine Familie werden seither massiv bedroht. Kasek hat laut eigener Angaben Anzeige gegen Legida gestellt. Per einstweiliger Verfügung will er auch die Behauptung stoppen, er habe den Überfall in Auftrag gegeben.

++ 13.41 Uhr ++ Nach Informationen des Netzwerks NoLegida soll der Zugang zur Gegenkundgebung auf dem Addis-Abeba-Platz nur aus östlicher Richtung möglich sein. Grünwaldstraße und Härtelstraße seien gesperrt.

++ 13.36 Uhr ++ In einer Stellungnahme fordern die Legida-Organisatoren ihre Anhänger auf, keine eigenen Fahnen und Transparente mitzubringen. Bei dem Aufmarsch am vergangenen Montag waren unter anderem auf zwei Fahnen der rechtspopulistische-völkischen „Identitäre Bewegung“ im Demo-Zug getragen worden.

++ 13.33 Uhr ++ Am vergangenen Montag waren etwa 300 Legida-Anhänger über den Leipziger Westring demonstriert. Bei der Auftaktkundgebung hatte Rednerin Tatjana Festerling unter anderem dazu aufgerufen, sich paramilitärischen Einheiten auf dem Balkan anzuschließen, die auf eigene Faust an Europas Außengrenzen patrouillieren, um Flüchtlinge aufzuspüren.

Überblick: Die Proteste am Samstag

Legida : 15 bis 18 Uhr, Auftakt Wilhelm-Leuschner-Platz, Höhe Stadtbibliothek, Danach Protestmarsch via Windmühlenstraße →  Grünewaldstraße → Roßplatz → Peterssteinweg bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz, Höhe Stadtbibliothek, 2000 Teilnehmer angemeldet.

Gegenprotest : 14 bis 19 Uhr, Kundgebung auf dem Addis-Abeba-Platz, 200 Teilnehmer angemeldet.

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