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Legida und Proteste
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Legida von lautstarkem Protest begleitet – friedlicher Demo-Abend

Rechter Aufmarsch in Leipzig Legida von lautstarkem Protest begleitet – friedlicher Demo-Abend

Legida marschiert wieder wöchentlich durch Leipzig. An diesem Montag konnte das islamfeindliche Bündnis etwa 500 Anhänger mobilisieren. Gut 1100 Demonstranten stellten sich ihnen entgegen. Die Polizei verhinderte, dass beide Lager aufeinanderstießen.

Gegendemonstranten auf dem Willy-Brand-Platz. Der Abmarsch von Legida führte durch den Tunnel in den Hauptbahnhof.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Das fremden- und islamfeindliche Netzwerk Legida ist am Montagabend wieder einmal in Leipzig aufmarschiert. Der „Spaziergang“ führte dieses Mal vom LVB-Turm am Hauptbahnhof über den Georgiring bis zum Augustusplatz und wieder zurück. Gegen dieses Ansinnen hatten zahlreiche Initiativen Kundgebungen angemeldet. Die Bündnisse NoLegida und „Leipzig nimmt Platz“ bezogen an vier Stellen rund um die Route Position und begleiteten die Demo mit lautstarkem Protest.

Legida versammelte an diesem Abend etwa 500 Anhänger, mehr als 1100 Demonstranten stellten sich ihnen entgegen. Die Teilnehmerzahlen lagen damit unter denen der vergangenen Woche.

Am Montag (07.09.2015) sind erneut die "Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes" auf die Straße gegangen. Der Aufmarsch vom Willy-Brandt- zum Augustusplatz und zurück wurde von lautstarken Gegenprotesten begleitet. Fotos: Dirk Knofe

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Insgesamt blieb die Situation dieses Mal friedlich. Der Großteil der Gegendemonstranten zog vom ehemaligen Hotel Astoria zum Willy-Brandt-Platz, wo eine kleine Gruppe mit einer Sitzblockade den Abmarsch von Legida aufhalten wollte. Die Polizei löste die Sperre jedoch schnell und gewaltfrei auf.

Legida lief schließlich über den Georgiring zum Augustusplatz und zurück. Der Marsch wurde auf den umgebenden Straßen und Plätzen von Gegendemonstranten begleitet, zu einem Zusammenstoß beider Lager kam es nicht. Auch die Abreise der „Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ verlief ohne Komplikationen: Der Weg in den Hauptbahnhof führte durch den Fußgängertunnel und somit unter den Gegendemonstranten, die Legida auf dem Willy-Brandt-Platz zum Abschied den Stinkefinger zeigten, hinweg.

Die Polizei registrierte 29 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, zwei gegen das Betäubungsmittelgesetz und fünf gegen das StGB. Außerdem wurde von mehreren Personen die Identität festgestellt und gegenüber 59 Personen ein Platzverweis ausgesprochen, so die Polizei am Abend.

LVZ.de begleitete die Ereignisse in gewohnter Weise mit einem Live-Ticker, den Sie hier nachlesen können:

++ 21.31 ++ Die Polizei zieht ein erstes positives Fazit. Die Lage war über den Abend weitgehend friedlich, die beiden Lager sind nicht direkt aufeinandergestoßen. Vereinzelt habe es Versuche von Gegendemonstranten gegeben, die Absperrungen zu durchbrechen und zum Legida-Zug zu gelangen, berichtet Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Die Beamten hätten dies jedoch unterbunden. Ob dabei auch Pfefferspray zum Einsatz kam, konnte zunächst nicht bestätigt werden. Die Sitzblockade vor dem Beginn der Legida-Demo sei aufgelöst worden, dabei wurden die Personalien aufgenommen. Nach Angaben der Versammlungsbehörde kamen am Montag etwa 500 Legida-Anhänger, gut 1100 Demonstranten protestierten gegen den Aufzug.

++ 21.23 Uhr ++ Im Umfeld des Hauptbahnhofs halten sich vereinzelt aggressiv gestimmte Gegendemonstranten auf, Straftaten wurden jedoch bislang nicht gemeldet.

++ 21.13 Uhr ++ Jetzt ging alles ganz schnell. Die Legida-Anhänger sind weg, auch die Polizei packt zusammen. Der Willy-Brandt-Platz leert sich zügig.

++ 21.04 Uhr ++ Die Legida-Anhänger marschieren durch die Fußgängerunterführung in den Hauptbahnhof. Eine Konfrontation mit NoLegida wird somit vermieden. Die Polizei hat die Westhalle abgeriegelt, kein Gegendemonstrant kommt in den Bahnhof.

++ 21.01 Uhr ++ Abschluss der Legida-Kundgebung. Traditionell wird die deutsche Nationalhymne gesungen – diesmal nicht alle drei Strophen. Die Gegendemonstranten verabschieden die Gruppe mit Stinkefingern.

++ 20.41 Uhr ++ Schon jetzt bahnt sich ein Problem an: Hunderte Gegendemonstranten stehen an der Straßenbahnhaltestelle vor dem Hauptbahnhof. Die Abreise der Legida-Teilnehmer dürfte sich damit als schwierig erweisen. Unterdessen spricht Legida über Verschwörungstheorien und Asylfragen. Augenzeugen berichten davon, dass erste Anhänger das Areal verlassen.

++ 20.19 Uhr ++ Legida ist zurück am Willy-Brandt-Platz. Auf der Abschlusskundgebung wird doch noch gesprochen. Die Rechtspopulisten betonten erneut, nun wieder jeden Montag in Leipzig zu demonstrieren. Pegida-Chef Lutz Bachmann ließ Grüße nach Leipzig ausrichten.

++ 20.10 Uhr ++ Bislang ein eher außergewöhnlicher Demoabend in Leipzig: Die Situation bleibt weitgehend friedlich, gleichzeitig gibt es kaum inhaltliche Aussagen. Sowohl Legida als auch Gegendemonstranten halten keine oder nur kurze Ansprachen. Auf Seiten Legidas haben sich schätzungsweise 300 bis 400 Anhänger eingefunden. NoLegida versammelt an verschiedenen Orten insgesamt um die 1500 Teilnehmer.  

++ 20.00 Uhr ++ Auf Höhe der Oper hat die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Offenbar versuchte dort eine Gruppe von Gegendemonstranten, den Legida-Zug zu stören. Beamte drängen sie zurück. Wenig später wenden die etwa 300 bis 400 Legida-Anhänger auf dem Augustusplatz.

++ 19.48 Uhr ++ Am Wintergartenhochhaus ist Schluss für NoLegida. Ab hier ist der Ring komplett abgesperrt. Während Legida weiter zum Augustusplatz läuft, suchen die Gegendemonstranten in den Nebenstraßen nach Möglichkeiten zum Durchkommen.

++ 19.40 Uhr ++ Abgeschirmt von der Polizei läuft Legida los. Auf dem Willy-Brandt-Platz geht es in Richtung Georgiring. Die Demo wird von lautem Protest der zwischen 600 und 800 Legida-Gegner begleitet.

++ 19.36 Uhr ++ Unübersichtliche Situation auf dem Willy-Brand-Platz: Gegendemonstranten skandieren lautstark, der Weg für Legida ist allerdings schon länger frei. Der Start verzögert sich dennoch.

++ 19.27 Uhr ++ Die Legida-Demo hat verspätet begonnen. Eine Kundgebung mit Redebeiträgen hat es nicht gegeben. Der Weg ist allerdings noch immer versperrt. Wie Legida auf ihrer Facebook-Seite schreiben, haben sie eine Spontandemo angemeldet, „um den Zugang zum Bahnhof freizumachen! Es wird nach wie vor keiner durchgelassen!!“

++ 19.10 Uhr ++ Mehrere hundert Gegendemonstranten haben sich auf der Mittelinsel des Willy-Brand-Platzes (kurz vor der Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof) versammelt. Zunächst sind die Teilnehmer bemerkenswert ruhig – keine Rufe, keine Trillerpfeifen. Später singen sie sich warm: „Refugees are welcome here.“

++ 18.51 Uhr ++ Sitzblockade auf der südlichen Fahrbahn des Willy-Brandt-Platzes: Offenbar soll die Legida-Demo schon vor dem Start aufgehalten werden. Die Polizei löst die Blockade auf, die Situation bleibt friedlich.

Sitzblockade zur Legida-Demo auf dem Willy-Brand-Platz

Sitzblockade zur Legida-Demo auf dem Willy-Brand-Platz

Quelle: Dirk Knofe

++ 18.45 Uhr ++ Die Gegendemonstranten machen sich auf den Weg in Richtung Hauptbahnhof. Vor dem Wintergartenhochhaus sollen sich weitere 150, am Augustusplatz etwa 200 weitere befinden.

++ 18.33 Uhr ++ Die „Leipzig nimmt Platz“-Kundgebung vor dem ehemaligen Hotel Astoria hat mit schätzungsweise 250 bis 300 Teilnehmern begonnen. Eine Rednerin bewertet die Ankündigung von Legida, nun wieder jeden Montag zu demonstrieren, als Hiobsbotschaft. Direkt im Anschluss sagt sie: „Wir werden ihnen die Lust schon nehmen.“ Nur wenige hundert Meter entfernt versammelt sich Legida. Derzeit sind etwa 100 Anhänger vor Ort.

++ 18.24 Uhr ++ Auch die Zufahrten zum Hotel Astoria sind gesperrt. Hier versammeln sich Gegendemonstranten von „Leipzig nimmt Platz“. Das Netzwerk hat an insgesamt vier Punkten rund um die Legida-Route Kundgebungen angemeldet: neben dem Astoria auch am Wintergartenhochhaus, auf dem Johannis- und auf dem Augustusplatz.

++ 18.15 Uhr ++ Kurz vor Beginn der Legida-Kundgebung ist die Lage nach Angaben der Polizei ruhig. Erste Teilnehmer seien eingetroffen, sagte Sprecherin Maria Braunsdorf. Die südliche Fahrbahn des Willy-Brandt-Platzes wurde abgesperrt, dort stehen nun Polizeifahrzeuge aufgereiht. Busse und Straßenbahnen werden umgeleitet.

++ 17.50 Uhr ++ Die Richard-Wagner-Straße (gegenüber des Hauptbahnhofs) ist von der Polizei abgesperrt worden. Passanten müssen das Gelände weiträumig umlaufen. Auch der kleine Park ist mit Zäunen gesichert, weil sich hier Legida-Anhänger versammeln. Die Sicherheitskräfte haben Kontrollpunkte eingerichtet, an denen Sympathisanten Einlass finden.

++ 17.18 Uhr ++ Die Polizei hat mit dutzenden Einsatzfahrzeugen auf dem Augustusplatz Aufstellung genommen.

++ 16.48 Uhr ++ Auch die andere Seite geht juristisch vor: Jürgen Kasek, Mitglied im Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ und Grünen-Landeschef, hat gegen Legida-Chef Markus Johnke und dessen Anwalt Arndt Hohnstädter Strafanzeige gestellt. Das bestätigte heute Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Die Anzeige wegen Beleidigung und übler Nachrede richte sich gegen die Behauptung von Legida, einzelne Personen des Netzwerkes wie Monika Lazar, Juliane Nagel und Jürgen Kasek würden selbst vor Mord nicht zurückschrecken.

++ 15.47 Uhr ++ Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz ist die Strafanzeige von Legida-Chef Markus Johnke gegen NoLegida und Unterstützer heute in der Leipziger Behörde eingegangen. Das Dokument wurde registriert und werde nun bearbeitet.

++ 14.51 Uhr ++ Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilen, schließt das LVB-Mobilitätszentrum am Hauptbahnhof wegen der Demonstrationen schon gegen 18 Uhr. Normalerweise ist das Info-Zentrum montags bis 20 Uhr geöffnet.

++ 13.36 Uhr ++ Legida hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen NoLegida gestellt. Die rechte Gruppe um Vereinschef Markus Johnke veröffentlichte am Montag ein entsprechendes Schreiben an die Leipzger Staatsanwaltschaft auf ihrer Webseite. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz konnte den Eingang der Anzeige bisher nicht bestätigen. „Wir sind aber auch Sachsens größte Staatsanwaltschaft, da kommt eine Menge Post“, so Schulz gegenüber LVZ.de. Im veröffentlichten Schreiben wendet sich Legida-Chef Johnke gegen NoLegida, Initiator Marcel Nowicki und gegen alle Unterstützer. Johnke wirft diesen unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten vor - und meint damit die Blockaden der Legida-Demo am 31. August.

++ 13.20 Uhr ++ Gegen Legida wurden vier Veranstaltungen beim Ordnungsamt angemeldet. Unter dem Motto „Dem Rassismus den Platz nehmen“ treffen sich Unterstützer von NoLegida und „Leipzig nimmt Platz“ von 18 bis 22 Uhr am Augustusplatz (Gewandhausseite), am Johannisplatz, am Platz vor dem ehemaligen Hotel „Astoria“ und am Platz am Wintergartenhochhaus. Zudem wird eine Demonstration mit dem Titel „Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“, angeführt unter anderem von Ex-Pfarrer Thomas Wolff, ab 18 Uhr vom Nikolaikirchhof über die Grimmaische Straße, Markt (mit Zwischenkundgebung) zur Thomaskirche führen.

++ 13.10 Uhr ++ Legdia hat laut Ordnungsamt um 18.30 Uhr eine Kundgebung auf dem „kleinen“ Willy-Brandt-Platz an der Westseite des Hauptbahnhofes angezeigt. In Legida-Flyern wird der LVB-Turm als Treffpunkt und eine Anfangszeit von 19 Uhr genannt. Anschließend soll es über den Georgiring bis zum Augustusplatz und wieder zurück zum Hauptbahnhof gehen. Vereins-Chef Markus Johnke und Mitstreiter rechnen mit 1000 Teilnehmern. Genaue Legida-Route: „Kleiner“ Willy-Brandt-Platz (Auftaktkundgebung) → südliche Fahrbahn Willy-Brandt-Platz → Georgiring bis Höhe Kreuzung Augustusplatz → zurück Georgiring bis Höhe Ostknoten → Willy-Brandt-Platz → „Kleiner“ Willy-Brandt Platz (Abschlusskundgebung).


Treffpunkt Legida 51.343844 12.378719
Treffpunkt Legida
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