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Legida und Proteste
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Rund 200 Teilnehmer bei Legida-Aufmarsch – Gegenprotest in der Innenstadt

Kasek von Hooligans bepöbelt Rund 200 Teilnehmer bei Legida-Aufmarsch – Gegenprotest in der Innenstadt

Nur rund 200 Menschen sind am Abend zur Demonstration der rechtspopulistischen Initiative Legida gekommen. Der Aufmarsch wurde von Gegendemos und Kundgebungen begleitet. In der Innenstadt kam es zu kurzen Tumulten, als Hooligans den Grünen-Politiker Jürgen Kasek entdeckten.

Die rechtspopulistische Initiative Legida hat am Abend in Leipzig demonstriert. Dagegen formierte sich erneut Protest.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die fremden- und islamfeindliche Initiative Legida ist am Abend durch die Messestadt gelaufen. Zur Auftaktkundgebung der Rechtspopulisten vor dem Naturkundemuseum kamen allerdings nur rund 100 Personen. Laut der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich bei der anschließenden Demonstration zwischen 190 und 220 Menschen. 500 Teilnehmer waren ursprünglich für die Demonstration über die Pfaffendorfer Straße, die Uferstraße, die Nordstraße, den südlichen Nordplatz und zurück über die Pfaffendorfer Straße zum Naturkundemuseum angemeldet – die entgegengesetzt der ursprünglich vom Ordnungsamt angegebenen Strecke führte.  

Die Polizei hatte während der Legida-Auftaktkundgebung den Parkplatz vor dem Naturkundemuseum mit aneinander gereihten Polizeiwagen abgeriegelt. Davor versammelten sich Gegendemonstranten und protestierten lautstark gegen die Rechtspopulisten.

Um kurz vor 21 Uhr erreichte Legida wieder den Ausgangspunkt der Demonstration vor dem Naturkundemuseum, wo die Rechtspopulisten von den verbliebenen Gegendemonstranten mit einem Pfeifkonzert empfangen worden. Auf der Strecke kam es laut Polizei zu keinen besonderen Vorkommnissen.

Am Montagabend ist die rechtspopulistische Initiative Legida wieder in Leipzig aufmarschiert. In der Innenstadt gab es mehrere Gegendemonstrationen und Kundgebungen. Bilder: Dirk Knofe

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Nach mehreren Redebeiträgen sangen die Legida-Teilnehmer die Nationalhymne und kündigten an, am 5. Dezember und am 9. Januar – dem zweijährigen Jubiläum – erneut demonstrieren zu wollen.

Parallel zum Legida-Aufmarsch im Januar 2016 hatten rund 300 Rechtsextreme mehrere Geschäfte in Connewitz attackiert.

Spontankundgebung in der Humboldtstraße

Gegen 20:40 Uhr wurde laut Polizei im Bereich der Humboldtstraße/Pfaffendorfer Straße eine Spontankundgebung zum Thema: „Gegen die Kriminalisierung des Gegenprotests“ angemeldet und durch die Versammlungsbehörde genehmigt.

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden im Zusammenhang mit den Versammlungen (Stand 22:15 Uhr) sechs Straftaten (Vermummungsverbot, Beleidigung, Verunglimpfung des Bundespräsidenten) bekannt.

Grünen-Politiker Kasek bepöbelt

Vorübergehende Aufmerksamkeit erregte ein Polizeieinsatz gegen 19.30 Uhr in der Großen Fleischergasse. Laut Polizeisprecher Andreas Loepki befanden sich dort rund 25 Personen aus dem Hooligan-Spektrum. Diese hätten den Grünen-Politiker Jürgen Kasek auf der Zwischenkundgebung der Demonstration von „A Monday without you“ gesehen und ihn bepöbelt. Laut Leopki musste befürchtet werden, dass Kasek von den Hooligans angegangen wird. Die Hooligans seien deshalb in einen Burger-Laden gedrängt worden. Festnahmen habe es aber keine gegeben.

Jürgen Kasek sagte gegenüber LVZ.de, dass ihm die Polizei einen Platzverweis erteilt habe, nachdem die Hooligans ihn erkannt hatten.

Bereits am Sonntag war Jürgen Kasek bei einer Attacke von Hooligans in Naumburg mit einer Flasche verletzt worden.

"Leipzig nimmt Platz" mit rund 300 Teilnehmern

Bereits um 18.30 Uhr war eine Gegendemonstration des Aktionsnetzwerks „Leipzig nimmt Platz“ mit dem Motto „Wider das Vergessen! Erinnern – Gedenken – Kämpfen“ auf dem Augustusplatz gestartet. Mit ihrem Protest wollen die Veranstalter an die antisemitischen Pogrome von 1938 erinnern, die am 9. November einen Höhepunkt fanden. Laut „Durchgezählt“ zogen 300-350 Teilnehmer über den Georgiring und Tröndlinring, Ziel war der Richard-Wagner-Platz. Dem Protest von „Leipzig nimmt Platz“ schlossen sich auch viele Teilnehmer der Kundgebung von Die Partei unter dem Motto „Lieber besoffen als besorgt!“ an, die zuvor auf dem Augustusplatz stattfand.

Einige Demonstranten gingen nach der Auftaktkundgebung auf dem Augustusplatz aber auch direkt zu einer Mahnwache in der Löhrstraße. Bei der Auftaktkundgebung hatte sich unter anderem Bernd Günther vom Erich-Zeigner-Haus „gegen die Hetze von Legida“ und gegen die Instrumentalisierung des 9. November ausgesprochen.

Gegen 18 Uhr sammelten sich zudem Teilnehmer einer Demo der Kampagne „A Monday Without You“ am Südplatz. Laut „Durchgezählt“ zogen 180 bis 200 Teilnehmer über die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Innenstadt, Ziel war die Max-Planck-Straße.

LVZ

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