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Legida und Proteste
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Legida will auf den Weihnachtsmarkt – Özdemir kommt

Demo-Absage Legida will auf den Weihnachtsmarkt – Özdemir kommt

Glühwein statt Gida: Das islam- und fremdenfeindliche Bündnis Legida hat am Montag überraschend angekündigt, nicht in Leipzig demonstrieren zu wollen. Stattdessen rief Organisator Markus Johnke seine Anhänger zu einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt auf. Die Rechtspopulisten meldeten eine neue Veranstaltung für Mittwoch an.

Legida hat die Demo für diesen Montag abgesagt und will sich stattdessen auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt treffen. (Archivfotos)

Quelle: Knofe

Leipzig. Überraschende Wende rund um das Demonstrationsgeschehen an diesem Montag in Leipzig: Das islam- und fremdenfeindliche Bündnis Legida will nach eigenen Angaben nicht auf dem Bayrischen Platz demonstrieren, sondern gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt „einen Glühwein trinken“. Das teilte Organisator Markus Johnke in einem Video auf der Facebook-Seite der Rechtspopulisten mit. Darin sitzt er vor einer Adventskerze und trägt eine Weihnachtsmütze, an der man ihn am Abend auf dem Markt erkennen könne, wie er selbst sagte.

Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte am Mittag, dass die Veranstaltung kurzfristig abgesagt wurde. Gleichzeitig sei jedoch eine neue Kundgebung für Mittwoch angemeldet worden. Genauere Informationen dazu würden am Dienstag veröffentlicht. Die Polizei teilte auf Anfrage mit, dass ihr die Absage der montäglichen Veranstaltung bekannt ist. Weitere Angaben machten die Beamten nicht. Damit ist zunächst unklar, welche Sicherheitsvorkehrungen die Einsatzkräfte für die Innenstadt treffen werden. Gegen ein privates Treffen der Anhänger könne nichts eingewendet werden, hieß es aus dem Rathaus.

Kein Legida-Einspruch beim Oberverwaltungsgericht

Die Legida-Demo sollte ursprünglich auf dem Bayrischen Platz stattfinden, nachdem das Ordnungsamt einen Aufmarsch auf dem Richard-Wagner-Platz für die Vorweihnachtszeit untersagt hatte. Das Verwaltungsgericht erklärte diesen Schritt am Freitag für „zumutbar und angemessen“. Dagegen hatte sich Legida nicht mehr juristisch gewehrt. Wie ein Sprecher des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts in Bautzen gegenüber LVZ.de sagte, sei dort bis Montagvormittag keine Beschwerde eingegangen.

Die „Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ halten den Bayrischen Platz nach Johnkes Worten für „ungeeignet“. Außerdem habe das Bündnis „keine Lust auf den Herren“ Cem Özdemir, der am Montagabend nach Leipzig kommt. Dieser könne sich „gerne alleine aussprechen auf einem leeren Platz“, während Legida gegen 18/19 Uhr auf den Weihnachtsmarkt gehe.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat am Montagabend (05.10.2015) in Leipzig den Protest gegen Legida unterstützt. Bei der Gegendemo an der Hainspitze hielt er eine kurze Rede.

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Özdemir an Moritzbastei erwartet

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir  hatte über den Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt, den Leipziger Protest gegen die Rechtspopulisten erneut zu unterstützen: „Ich hab's ja gesagt: Ich komme wieder! #nolegida“ Özdemir war erstmals am 5. Oktober auf einer Kundgebung der Gegendemonstranten in der Messestadt. Im Anschluss geriet er auf seiner Rückreise in einen Pulk von Legida-Anhängern. Am Tag danach berichtete er im Interview mit LVZ.de von dem Vorfall und kündigte außerdem an, wieder nach Leipzig zu kommen.

Wie der in Leipzig lebende Grünen-Landesvorsitzende Jürgen Kasek am Mittag sagte, wird Ödzemir die Messestadt am Montag trotz der Legida-Absage besuchen. Der Bundespolitiker werde zur Demonstration gegen Hass und Menschenfeindlichkeit an der Moritzbastei erwartet, die gegen 18 Uhr beginnen soll. Die ursprünglich geplante Route zum Bayrischen Platz sei allerdings abgesagt worden, so Kasek. Daher werde nach einer kurzen Kundgebung über den weiteren Weg entschieden, teilte das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ auf Facebook mit. Die Autoren regten einen „Abstecher in die Stadt“ an, „um nach den Rechten zu sehen“. Sie verweisen insbesondere auf das „Brühlpelz“-Gebäude, das als Unterkunft für Asylbewerber dient.

Kasek wertet die Legida-Absage als „Kapitulation“. Er gehe dennoch davon aus, dass einige Anhänger des fremdenfeindlichen Bündnisses anreisen werden. „Wenn sie sich offen auf dem Weihnachtsmarkt zeigen, wird es von Legida vermutlich auch Provokationen geben und die Lage könnte unübersichtlich werden.“ NoLegida werde die Gegendemonstranten dazu aufrufen, friedlich zu bleiben.

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