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Legida und Proteste
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Leipziger gedenken Pogromnacht – Breiter Protest gegen Legida

Live-Ticker zum Nachlesen Leipziger gedenken Pogromnacht – Breiter Protest gegen Legida

Am Montag haben sich rund 2500 Gegendemonstranten etwa 450 Legidateilnehmern entgegengestellt. Die Polizei stellte mehrere Straftaten fest, die Lage sei aber insgesamt friedlich gewesen. An vielen Orten gedachten die Leipziger der Opfer der Reichspogromnacht.

Breiter Gegenprotest stellte sich am Montag Legida entgegen. Das Bündnis demonstrierte trotz Pogromgedenken zum 26. Mal.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Zum 77. Jahrestag der Reichspogromnacht am Montag hat sich ein breites Bündnis gegen die islam- und fremdenfeindliche Initiative Legida gestellt. Etwa 2500 Demonstranten haben sich auf verschiedenen Mahnwachen und Kundgebungen für ein offenes Leipzig ausgesprochen und den Opfern des 9. November 1938 gedacht. Damals hatten die Nationalsozialisten vielerorts die jüdische Bevölkerung angegriffen.

Etwa 450 Legida-Teilnehmer haben der Kundgebung auf dem Richard-Wagner-Platz beigewohnt. Ursprünglich war ein Aufmarsch durch die Innenstadt angedacht. Auf Basis der Kooperationsgespräche mit Versammlungsbehörde, Polizei und den Anmeldern hatte die Stadt nur eine stationäre Kundgebung genehmigt.

Blockade und Menschenkette

Zwischenzeitlich hatten Gegendemonstranten die Kreuzung an der Gerberstraße Höhe Hallisches Tor blockiert. „Mehrere Teilnehmer haben eine Menschenkette gebildet und damit den Zugang zur Legida-Kundgebung behindert“, erklärte Polizeisprecherin Katharina Geyer LVZ.de. Es seien aber alle Demonstranten zum Wagner-Platz durchgekommen.

Trotz Pogrom-Gedenken hat das rechte Bündnis Legida am Montag eine Kundgebung abgehalten. Den rund 450 Teilnehmern stellten sich etwa 2500 Gegendemonstranten entgegen.

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Dort hat ab 19.30 Uhr neben Legida-Initiator Markus Johnke unter anderem der Münchner Michael Stürzenberger gesprochen. Er kritisierte die Unterbringung von Flüchtlingen im Interpelz-Gebäude am Brühl. Wer nicht islamfeindlich sei, habe nicht alle Tassen im Schrank, meinte er.

Gegen 21 Uhr beendete das rechte Bündnis die Kundgebung. Während die Teilnehmer von der Polizei zum Hauptbahnhof geleitet wurden, kam es zu einigen Rangeleien zwischen der Polizei und Demonstranten. Die Beamten setzten sich mit Pfefferspray zur Wehr.

Vereinzelte Straftaten

„Im Großen und Ganzen sind die Veranstaltungen friedlich geblieben“, schätzt Polizeisprecherin Geyer die Lage ein. Aus beiden Lagern seien im Verlauf des Abends kleinere Vergehen aufgenommen worden. So habe ein 31-jähriger Leipziger, der wahrscheinlich den Gegendemonstranten angehörte, Absperrgitter umgeworfen, um so die Polizei von ihrem Handeln abzuhalten. Der Mann wurde festgenommen, da gegen ihn bereits ein Haftbefehl ausstand. Zudem wird nun gegen ihn wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Außerdem habe ein 30-jähriger Legida-Teilnehmer einen Polizisten im Anschluss an die Kundgebung mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Beamte wurde leicht verletzt. Der Täter war laut Polizei alkoholisiert und sei als "rechtsmotivierter Straftäter" bekannt. Zudem hätten Unbekannte Steine geworfen, bei dem ein Polizeiwagen beschädigt wurde.

Schon am Nachmittag wurde in der Nikolaikirche ein Friedensgebet abgehalten. An verschiedenen Orten in der Stadt wurden zudem Stolpersteine geputzt und den Opfern der Pogromnacht im Jahr 1938 gedacht. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße an die vielen Leipziger Juden erinnert, die den Holocaust nicht überlebten.

Grund zur Freude haben derweil der „Initiativkreis Antirassismus“ und die Initiative „Legida? Läuft nicht“.  Beide Gruppen wurden mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie mit einem Anerkennungspreis geehrt. Dieser ist mit 1000 Euro dotiert.

LVZ.de hat den Abend wie gewohnt mit einem Live-Ticker begleitet, den Sie hier nachlesen können:

++ 21.36 Uhr ++ Die Haltestelle am Goerdelerring ist wiede frei, Straßenbahnen fahren aber noch nicht.

++ 21.22 Uhr ++ Die Lage beruhigt sich langsam. Die Legida-Demonstranten wurden am Ring entlang durch den Tunnel am Astoria zum Hauptbahnhof gebracht.

++ 21.13 Uhr ++ Zwischen den Beamten und den Gegendemonstranten gibt es Gerangel. Die Polizei setzt Pfefferspray ein.

++ 21.09 Uhr ++ Die Polizei leitet die Legida-Teilnehmer zum Hauptbahnhof. Am Hallischen Tor steht schweres Gerät bereit.

++ 21.04 Uhr ++ Zum Abschluss zeigt Legida die Pressekonferenz mit Günter Schabowski von 1989. Dann singen die Teilnehmer die Nationalhymne, die Kundgebung ist vorbei.

++ 20.59 Uhr ++ "Nationalismus raus aus den Köpfen" ist das Motto der Gegendemonstranten.

++ 20.51 Uhr ++ Ein Redner aus Bayreuth bezeichnet die NoLegida-Demonstranten als "bezahlte, linke Bazillen".

++ 20.45 Uhr ++ Mittlerweile spricht Beate auf der Legida-Bühne: "Was haben wir heute? Eine Stasi-Mitarbeiterin als Bundeskanzlerin."

++ 20.30 Uhr ++ Dann richtet der Münchner das Wort an seinen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Wer nicht islamfeindlich sei, habe nicht alle Tassen im Schrank, meint er. Der Koran sei das gefährlichste Buch der Welt.

++ 20.25 Uhr ++ Legida-Sprecher Stürzenberger berichtet, dass er 5400 Euro Strafe zahlen musste, weil er SPD-Politikerin Andrea Nahles mit Nazis verglichen hatte. Die Gegendemonstranten jubeln und applaudieren dafür.

++ 20.19 Uhr ++ Die Forschungsgruppe "durchgezählt" schätzt die Legida-Teilnehmer auf etwa 400 bis 550.

++ 20.14 Uhr ++ Stürzenberger schreit "Unsere Fahne, unser Land, maximaler Widerstand". Die Gegendemonstranten pfeifen ihn aus.

++ 20.10 Uhr ++ Bei Legida spricht nun Michael Stürzenberger aus München. Er kritisiert unter anderem die Unterbringung der Flüchtlinge im Brühpelz und ist der Meinung, die Muslime werden gegen den Weihnachtsmarkt vorgehen.

++ 20.01 Uhr ++ Die "Wir sind das Volk"-Rufe von Legida quitteren die Gegendemonstranten mit lauten Buh-Rufen und Trommelwirbel.

++ 19.50 Uhr ++ Wie üblich wird nun gefordert, dass Merkel weg muss.

++ 19.45 Uhr ++ Johnke zitiert OBM Jung "Leipzig wird in fünf Jahren bunter sein" und erntet dafür Applaus von den Gegendemonstranten. Johnke selbst fordert: "Jung muss weg." Dann spricht der Italiener Graziani über Verbündete in Europa.

++ 19.31 Uhr ++ Mit einem Video und einer Sängerin blickt Legida auf die deutsche Geschichte.

++ 19.25 Uhr ++ Jetzt beginnt Legida. Markus Johnke spricht, er will den 26. Jahrestag des Mauerfalls feiern. An der Haltestelle Goerdelerring halten Polizisten die Gegendemonstranten vom Wagner-Platz fern.

++ 19.20 Uhr ++ Die für 19 Uhr geplante Legida-Kundgebung hat noch nicht begonnen. Die Gegendemonstranten sind bis zur Absperrung des Richard-Wagner-Platzes vorgedrungen. Sie werden auf etwa 2000 Mann geschätzt.

++ 19.15 Uhr ++ Auf den Stühlen vor der Gedenkstätte an der ehemaligen Synagoge erinnern Biografien an Familien.

++ 19.07 Uhr ++ Die offizielle Feierstunde ist beendet, in der Thomaskirche findet ein Gottesdienst statt.

++ 19.01 Uhr ++ Am Hallischen Tor wurde eine Spontandemo angemeldet. „Bleibt friedlich und lasst Euch nicht provozieren", sagt der Anmelder zur Menge.

++ 18.58 Uhr ++ In der Gottschedstraße wurde das Gebet für Leipzig, für die Stadt und ihre Zukunft gesprochen. Auch Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow und weitere Politiker nehmen an der Gedenkfeier teil.

++ 18.56 Uhr ++ Augenzeugen berichten von bis zu 800 Gegendemonstranten. Die Polizei fordert sie auf, den Zugang zum Wagner-Platz freizumachen und die Kreuzung Richtung Gerberstraße zu verlassen.

++ 18.50 Uhr ++ Seit etwa einer halben Stunde blockieren rund 500 bis 600 NoLegida-Teilnehmer den Zugang zum Wagner-Platz. Die Polizei versucht, die Legida-Demonstranten über einen anderen Weg zur Kundgebung zu leiten. Auch Polizeipräsident Merbitz verschafft sich vor Ort einen Überblick über die Lage. Wasserwerfer fahren vor.

++ 18.42 Uhr ++ Gegendemonstranten besetzen die Kreuzung am Tröndlingring. Die Polizei fordert sie zum Weitergehen auf.

++ 18.35 Uhr ++ Währendessen haben sich bisher etwa 60 Teilnehmer für die Legida-Kundgebung am Richard-Wagner-Platz eingefunden. Die Polizei hat die Ringseiten an den Höfen am Brühl komplett dicht gemacht.

++ 18.31 Uhr++ Es ist sehr voll in der Gottschedstraße. Nur wenige jüdische Leipziger haben den Holocaust überlebt, erinnert Jung.

++ 18.27 Uhr ++ OBM Jung begrüßt die Gäste der Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße.

++ 18.08 Uhr ++ Etwa 200 Menschen ziehen mit Bannern durch die Innenstadt.

++ 18.01 Uhr ++ Nach dem Friedensgebet bereiten sich die Leipziger für den Kerzenweg zur Gottschedstraße vor.

++ 17.29 Uhr ++ Seit 17 Uhr findet in der Nikolaikirche das Friedensgebet statt. Die Reihen sind gut gefüllt.

++ 17 Uhr ++ Schon am Nachmittag wurden an vielen Stellen in der Stadt Stolpersteine geputzt. Mahnwachen ernnern an die Opfer des Holocaust.

Am Montag wurde dem Opfern der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gedacht.  Damals hatten Nationalsozialisten vielerorts die jüdische Bevölkerung angegriffen. Viele Leipziger kamen zu den Gedenkorten und putzten Stolpersteine. (Fotos: André Kempner)

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