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Legida und Proteste
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Leipzigs Polizei verteidigt Schätzung der Legida-Teilnehmer – Behinderungen im Bahnverkehr

Leipzigs Polizei verteidigt Schätzung der Legida-Teilnehmer – Behinderungen im Bahnverkehr

Leipzig. Bei der Legida-Demonstration in Leipzig ist es am Mittwochabend vereinzelt zu Auseinandersetzungen gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Polizisten durch Böller, Flaschen und Laserpointer verletzt.

Am Hauptbahnhof lieferten sich am späten Abend Legida-Anhänger und Gegendemonstranten eine kurze Schlägerei. Auch Journalisten wurden während der Demonstration auf dem Innenstadtring mehrfach attackiert. Nach LVZ-Informationen kamen die Angriffe aus dem Legida-Lager. So wurde die Fotoausrüstung eines Reporters zerstört. Die Polizei nahm drei Randalierer in Gewahrsam.

Während die Polizei Zusammenstöße zwischen den Protestlagern weitgehend durch rigorose Abschottung zu verhindern wusste, kam es beim Abmarsch der Legida-Anhänger doch noch zu einer kurzen Auseinandersetzung der Lager. Gegen 22 Uhr trafen etwa fünf bis zehn Legida-Anhänger und Gegner am Hauptbahnhof aufeinander und schlugen aufeinander ein, sagte ein Polizeisprecher gegenüber LVZ-Online. Die Beamten griffen mit Schlagstöcken und Pfefferspray ein, brachten die Situation nach Minuten wieder unter Kontrolle. Danach seien die Legida-Anhänger in den Hauptbahnhof geführt worden und bestiegen dort Züge und geparkte Pkw, so der Sprecher weiter. Gegen 23.45 Uhr sei ein Großteil dann abgereist gewesen.

Zu der Kundgebung auf dem Augustusplatz mit anschließendem Aufzug über den Innenstadtring hatte Legida nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 15.000 Anhänger auf die Straße gebracht, darunter auch viele Zugereiste aus Dresden. Mehr als 20.000 Menschen protestierten dagegen und wollten für die Weltoffenheit Leipzigs einstehen. Zum Schutz der Legida-Demonstration waren mehr als 4000 Beamte aus dem ganzen Bundesgebiet in der Messestadt zusammengezogen worden.

Viele Beobachter am Straßenrand zweifelten die Zahlen auf Legida-Seite allerdings an. Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz verteidigte am Donnerstagmorgen in einem Interview mit MDR Info die Werte. Beamte hätten die Teilnehmer zu Beginn ihres „Abendspaziergangs“ gezählt. Polizisten, die im Hubschrauber über der Stadt kreisten, hätten weitere Daten geliefert.

+++ Alle Ereignisse des Demonstrations-Mittwochs im Ticker von LVZ-Online +++

Anhaltende Störungen im Nah- und Fernverkehr

Nach insgesamt vier Brandanschlägen auf Bahnanlagen in Leipzig rollt der Zugverkehr bisher nur teilweise wieder. Es gebe auf allen Strecken im Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr rings um Leipzig mindestens am Donnerstag noch Ausfälle und Behinderungen. Grund sind defekte Signalanlagen. „Die Lokführer fahren auf Befehl und müssen sich diesen handschriftlich bestätigen lassen, das dauere einige Zeit“, sagte Bahnsprecher Jörg Bönisch gegenüber LVZ-Online.

Die Anschläge auf Kabelschächte stünden vermutlich im Zusammenhang mit dem Legida-Aufmarsch. Am Abend gab es zwei weitere Anschläge am Leipziger Citytunnel in Höhe der Station MDR und an der Ostseite des Hauptbahnhofes. Über das genaue Ausmaß wollte die Bahn keine Angaben machen. „Die Täter wussten sehr genau, was sie tun“, so Bönisch. Für diese rabiaten Methode fehle ihm jedes Verständnis, fügte der Sprecher an.

Pegida will Legida verklagen

Die islamkritische Pegida-Bewegung muss sich nach dem Rücktritt ihres Chefs und Mitgründers Lutz Bachmann neu formieren. Der 41-Jährige hatte am Mittwochabend alle Ämter niedergelegt - gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden. Dies hatte eine Welle der Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als „Viehzeug“, „Gelumpe“ und „Dreckspack“. „Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe“, heißt es in Bachmanns Rücktritts-Erklärung.

Die rechtskonservative AfD begrüßte den Schritt. Pegida will nach eigenen Angaben eine Unterlassungsklage gegen Legida prüfen. Deren Organisatoren hätten sich bislang geweigert, den eigenen Forderungskatalog zu übernehmen. „Alles, was heute Abend in Leipzig gesagt und gefordert wird, ist nicht mit uns abgesprochen“, sagte Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel am Mittwochabend. „Das kann sich für die einheitliche Wahrnehmung unserer Bewegung als kontraproduktiv erweisen.“ (mit dpa)

mro / mpu

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