Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Legida und Proteste
Google+ Instagram YouTube
Leipzigs Ruf in Gefahr: Reaktionen der Weltpresse auf die Legida-Aufmärsche

Leipzigs Ruf in Gefahr: Reaktionen der Weltpresse auf die Legida-Aufmärsche

Die Demonstrationen von „Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Legida) werden auch in der internationalen Presse wahrgenommen – und das weitgehend negativ.

Voriger Artikel
Legida-Demo soll möglicherweise auf Mittwoch verschoben werden
Nächster Artikel
Linksextreme bekennen sich zu Randalen in Leipzig – Polizei beschlagnahmt Handys

Leipzig. Leitmedien wie der Londoner „Guardian“, „Al Jazeera“ in Katar oder die "New York Times" zeigen ein Bild von Intoleranz und wachsender Islamophobie in Sachsen, das nur zum Teil durch die starke Präsenz der Gegendemonstranten abgeschwächt wird.  

Obwohl die internationale Berichterstattung sich seit Wochen hauptsächlich auf die Dresdner Pegida-Proteste fokussiert, findet inzwischen auch Leipziger Ausgliederung immer stärker weltweite Beachtung. In den meisten Beiträgen werden die Ereignisse in der der Messestadt dabei aber nicht von den anderen Städten mit Anti-Islam-Demos unterschieden, sondern vielmehr werden Parallelen zur ursprünglich Dresdner Bewegung gezogen.  

Anti-Islam-Phänomen in Schlagzeilen, Gegen-Bewegung minimalisiert  

Die „

New York Times

“, in der zuvor viel Positives über die Entwicklung Leipzigs berichtet wurde, berichtet zunächst von der Anti-Islam-Front in Dresden, vom ‚Tal der Ahnungslosen’ in Sachsen angesichts der „kommunistischen Vergangenheit.“ Leipzig wird erwähnt, aber nicht differenziert. http://nyti.ms/1zfHDsH  

Im britischen „

Guardian

“ ist vor allem vom ursprünglichen Verbot von Mohammed-Karikaturen bei der Leipziger Legida-Demo die Rede. Am Montag berichtete die Zeitung dann über die Aufhebung des Verbots von Oberbürgermeister Burkhard Jung als Zeichen der Meinungsfreiheit in der Messestadt. „Die Legida-Organisatoren haben versucht, das Verbot zu ihrem eigenem Zwecken zu benutzen“, wird Marcel Nowicki von der Gegenbewegung NoLegida zitiert. Die Tatsache, dass die Islam-Gegner letzlich den Gegendemonstranten in Leipzig deutlichst unterlegen waren, wird am Ende des Textes kurz erwähnt. http://alj.am/1AS4v2I  

Der Staatskanal „

Russia Today

“ stellt eine andere Perspektive dar: In mehreren Online-Artikeln beschreiben sie die zunehmende Unterstützung für Pegida in „immer mehr europäischen Ländern“, darunter in der Schweiz, Österreich und Niederländen. Eine Darstellung der Gegendemonstrationen, so wie in Leipzig, bleibt dagegen minimal. In einer Zeile wird das Phänomen zum Beispiel zusammengefasst: „In den meisten Städten ist die Zahl der Anti-Pegida-Protester wie gemeldet größer als die der Pegida-Unterstützer“. Genaue Zahlen werden allerdings nicht genannt. http://on.rt.com/ulajt7    

Image-Schaden für Leipzig befürchtet  

Ein Artikel der „

Al Jazeera America

“ berichtet über die steigende Sorge, dass eine Assoziation mit der Pegida-Bewegung in Dresden negative Auswirkungen auf das Image von Leipzig haben könnte. Im Text wird Gesine Grande zitiert, Rektorin der HTWK in Leipzig: „Man sieht in Dresden, wie schnell der Ruf einer Stadt beschmutzt werden kann.“ Trotzdem gäbe es wichtige Unterschiede zwischen den zwei sächsischen Großstädten, die möglicherweise entscheidend werden, schildert der Autor und bietet Beispiele zur langjährigen Messe- und Protesttradition in Leipzig. Dabei hoffen viele Einwohner, dass die Stadt ihr „weltoffenes“ Image nicht verlieren wird. http://alj.am/1AS4v2I  

Ein Kommentar im türkischen „

Daily Sabah

“ ist nicht annähernd so optimistisch angesichts der Bewegung gegen Islam und „Multikulti“ in Leipzig und anderswo. Klar und deutlich wird hier vor einem „Aufstieg des Faschismus“ in Deutschland gewarnt. http://sabahdai.ly/TTfBgy  

Ähnlich wird in einem

Reuters-Bericht

prognostiziert, dass die Proteste in Dresden schnell den Ruf des ganzen Bundeslandes verletzten könnten. Die Anti-Islam-Proteste seien „extrem gefährlich für Deutschland“ – ein Land, das Jahrzehnte damit verbrachte, sein Image als offenes, tolerantes Land nach dem Zweiten Weltkrieg wiederherzustellen.

Krysta Brown

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Legida
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitungsküken 2017 gekürt

    Zum elften Mal suchte die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung das Zeitungsküken. Mit der Aktion steht der Nachwuchs der Region im Fokus. Sehen Sie h... mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr