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Legida und Proteste
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Trotz Pogrom-Gedenkens: Legida will am 9. November demonstrieren

Live-Ticker zum Nachlesen Trotz Pogrom-Gedenkens: Legida will am 9. November demonstrieren

25-mal Legida, 25-mal lautstarker Gegenprotest. Am Montagabend ist das fremdenfeindliche Bündnis erneut über den Leipziger Innenstadtring gelaufen. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Auch am Gedenktag zur Pogromnacht will Johnke mit seinen Anhängern aufmarschieren.

Legida marschierte am Montagabend (02.11.2015) zum 25. Mal durch Leipzig.

Quelle: LVZ

Leipzig. Legida ist am Montagabend zum 25. Mal durch Leipzig marschiert. Dabei kündigte Markus Johnke weitere Demos bis Ende 2016 an. Auch in der kommenden Woche – am 9. November – will das islam- und fremdenfeindliche Bündnis über den Ring laufen. Brisant ist das Datum deshalb, weil der Aufzug an diesem Tag mit den traditionellen Gedenkveranstaltungen, die an die Opfer der Pogromnacht von 1938 erinnern, kollidiert. Damals hatten Nationalsozialisten vielerorts die jüdische Bevölkerung angegriffen.

Am Montagabend eröffnete Legida-Chef Johnke die Kundgebung mit einer Rede, in der er die Schließung der deutschen Grenzen forderte. Später pflichtete ihm Heiko Bernardy bei, der Anfang des Jahres bei einer Sügida-Kundgebung rassistische und islamfeindliche Parolen verbreitet hatte. Das ehemalige AfD-Mitglied drohte: „Wir holen uns unser Deutschland wieder zurück.“

Das islam- und fremdenfeindliche Bündnis Legida ist am Montagabend (02.11.2015) zum 25. Mal durch Leipzig marschiert. Dabei kündigte Markus Johnke weitere Demos bis Ende 2016 an. Der Aufzug wurde wieder von lautstarkem Gegenprotest begleitet.

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Die aktuelle Regierungspolitik nannte Bernardy „Verrat am eigenen Volk“ und forderte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel vor „ein ordentliches Gericht gestellt“ werden sollte. Seine Zuhörer riefen: „Widerstand, Widerstand!“ Die Darstellung einer Rednerin aus Chemnitz, die eine vermeintliche Überfremdung beklagte, quittierten die Legida-Anhänger mit „Abschieben!“-Rufen.

Wie auch in den vergangenen Wochen protestierten zahlreiche Gegendemonstranten an verschiedenen Orten lautstark gegen den Aufzug. Offizielle Teilnehmerzahlen nennt die Polizei für keine der beiden Seiten. Nach Schätzung der Studentengruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich bis zu 800 Menschen an der Legida-Demo, bis zu 600 Menschen stellten sich ihnen entgegen.

Nach Angaben der Polizei verlief der Abend insgesamt vergleichsweise ruhig. Es habe Versuche gegeben, Absperrungen zu überwinden. Die Beamten hätten dies jedoch unterbunden. Die Einsatzkräfte registrierten außerdem zwei Verstöße gegen das Vermummungsverbot. Einer wurde von einem Gegendemonstranten begangen, der andere konnte bislang keinem Lager eindeutig zugeordnet werden. Bereits am Nachmittag nahmen die Polizisten einen Mann fest, nachdem es am Willy-Brandt-Platz zu einer Schlägerei zwischen zwei Personen gekommen war. Gegen den Festgenommenen hatte ein Haftbefehl vorgelegen. Ein Zusammenhang zum späteren Demonstrationsgeschehen gab es laut Polizei jedoch nicht.

LVZ.de hat den Abend wie gewohnt mit einem Live-Ticker begleitet, den Sie hier nachlesen können:

++ 22.27 Uhr ++ Erste Bilanz der Polizei: „Im Großen und Ganzen ist der Abend ruhig geblieben.“ Wie eine Sprecherin mitteilte, registrierten die Beamten zwei Verstöße gegen das Vermummungsverbot. Einer wurde von einem Gegendemonstranten begangen, der andere konnte bislang keinem Lager eindeutig zugeordnet werden.

++ 22.01 Uhr ++ Die Studentengruppe „Durchgezählt“ schätzt die Zahl der Legida-Teilnehmer auf bis zu 800; an Gegenprotesten beteiligten sich demnach bis zu 600 Menschen.

++ 21.52 Uhr ++ Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die beiden Wasserwerfer zum Halleschen Tor in der Nähe des Hauptbahnhofs beordert. Gegendemonstranten wollten dort die Route für die Heimreise der Legida-Anhänger blockieren und gerieten mit der Polizei aneinander. Es kam zu Wortgefechten, Polizisten brachten die Gegendemonstranten von der Straße. Größere Auseinandersetzungen blieben dabei wohl ebenso aus wie der Einsatz der Wasserwerfer.

++ 21.28 Uhr ++ Die Legida-Anhänger verlassen – begleitet von der Polizei – die Innenstadt über den Fußgängertunnel zur Westseite des Hauptbahnhofs. Die Abreise verläuft offenbar ohne Zwischenfälle.

++ 21.22 Uhr ++ In Hör- und Sichtweite haben Gegendemonstranten über den gesamten Abend lautstark ihren Protest zum Ausdruck gebracht. Bei ihnen tönt zum Abschluss der Legida-Kundgebung der Song „Keine Macht für Niemand“ der Band „Ton Steine Scherben“ aus den Boxen.

++ 21.20 Uhr ++ Die Legida-Kundgebung endet – wie üblich wird die deutsche Nationalhymne gesungen.

++ 21.13 Uhr ++ Der Redner vertritt die Auffassung, dass Muslime in Deutschland nicht integrierbar seien. Er verweist unter anderem auf die Gleichberechtigung der Frauen in westlichen Gesellschaften. Wie zuvor Johnke fordert auch Bernardy die Schließung der Grenzen, außerdem spricht er sich für geschlossene Flüchtlingslager aus. Das ehemalige AfD-Mitglied droht: „Wir holen uns unser Deutschland wieder zurück.“ Dabei sieht er sich offenbar in historischer Verantwortung und zitiert Kaiser Wilhelm II.: „Ich kenne keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche.“

++ 21.01 Uhr ++ Bernardy nennt die aktuelle Regierungspolitik „Verrat am eigenen Volk“ und fordert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel vor „ein ordentliches Gericht gestellt“ werden sollte. Seine Zuhörer rufen: „Widerstand, Widerstand!“

++ 20.55 Uhr ++ Zwei Wasserwerfer fahren in Richtung Hauptbahnhof.

Gehört zum allmontäglichen Stadtbild: Ein Wasserwerfer fährt auf dem Ring.

Gehört zum allmontäglichen Stadtbild: Ein Wasserwerfer fährt auf dem Ring.

Quelle: LVZ

++ 20.50 Uhr ++ Bernardy bezeichnet das Demonstrationsrecht als Abwehrrecht gegen den Staat. Weiter fordert er, dass der Richard-Wagner-Platz weiter so heißen soll. Unter den Zuhörern bricht großer Jubel aus. Im weiteren Verlauf der Rede stellt Bernardy Verbindungen zwischen Asylpolitik und Klimaschutz her.

++ 20.42 Uhr ++ Weiterhin sind in der Innenstadt Explosionen zu hören. Ihr Ursprung ist noch unklar.

++ 20.41 Uhr ++ Gehört zum allmontäglichen Stadtbild: Ein Wasserwerfer fährt auf dem Ring.

++ 20.33 Uhr ++ Zur Gegendemo an der Thomaskirche haben sich rund 300 Menschen eingefunden. Wie jede Woche drücken sie ihre Geringschätzung Legida gegenüber mit den Mittelfingern aus.

++ 20.21 Uhr ++ Es knallt: Böller werden am Trias-Gebäude am Martin-Luther-Ring geworfen. Unklar ist, von dem die pyrotechnischen Erzeugnisse stammen.

++ 20.12 Uhr ++ Beobachter schätzen die Zahl der Legida-Anhänger an diesem Abend auf 600 bis 700. Sie bewegt sich damit auf dem Niveau der Vorwoche.

++ 20.04 Uhr ++ An der Haltestelle Goerdelerring werden die Legida-Demonstranten von 50 Gegnern mit „haut ab!“-Rufen begrüßt.

++ 19.57 Uhr ++ Die Legida-Demo beginnt, die Anhänger begeben sich vom Wagnerplatz auf den Ring. Johnke trägt eine „No Nazis“-Fahne.

++ 19.40 Uhr ++ Eine Rednerin aus Chemnitz – vom dortigen Pegida-Ableger Cegida – spricht auf der Bühne. Sie behauptet, dass es 20 Millionen Einwanderer bis zum Jahr 2017 in Deutschland geben wird. Daraufhin brüllt die Menge: „abschieben!“ Die lediglich als „Helene“ vorgestellte Frau sagt auch, dass Sunniten bis 2030 die Mehrheit in der Bundesrepublik stellen würden.

++ 19.38 Uhr ++ Wie jeden Montag artikuliert sich der Protest gegen Legida wieder lautstark an der Hainspitze.

++ 19.35 Uhr ++ Unter den Legida-Anhängern befinden sich dieses Mal wieder dutzende Personen aus der Hooligan-Szene.

++ 19.34 Uhr ++ Johnkes Vorschlag für die Lösung aller aktuellen Probleme: „die deutschen Grenzen dichtmachen“. Für die Zeit danach fordert der Legida-Chef den Ausstieg Deutschlands aus der Europäischen Union und der Gemeinschaftswährung Euro.

++ 19.33 Uhr ++ Angeblich hat Legida bis Ende 2016 Demonstrationen auf dem Wagnerplatz angemeldet.

++ 19.27 Uhr ++ Johnke kündigt an, auch nächste Woche wieder in Leipzig zu demonstrieren. Brisant: Am Montag, dem 9. November, jährt sich unter anderem auch die Pogromnacht von 1938, als Nationalsozialisten vielerorts die jüdische Bevölkerung angriffen. Die traditionellen Gedenkveranstaltungen in Leipzig kollidieren mit dem Aufmarsch des rechtspopulistischen Bündnisses.

++ 19.18 Uhr ++ Legida-Chef Markus Johnke spricht nach dem Videorückblick und berichtet von seinem Eindruck, dass die „Volksseele“ koche. Das Niveau von 1989 sei erreicht.

++ 19.10 Uhr ++ Die Legida-Kundgebung beginnt. Auf einer Leinwand wird ein Video vorgeführt, dass die bisherigen Demonstrationen des fremdenfeindlichen Bündnisses im Zeitraffer zeigt.

++ 18.55 Uhr ++ Kurz vor Beginn der Kundgebung haben sich schätzungsweise etwa 500 Legida-Anhänger vor der Bühne versammelt.

Legida-Kundgebung am 2. November 2015 in Leipzig.

Legida-Kundgebung am 2. November 2015 in Leipzig.

Quelle: LVZ

++ 18.47 Uhr ++ Das Straßenschild zeigt heute den regulären Namen: Richard-Wagner-Platz.

++ 18.33 Uhr ++ Eine Rednerin beschäftigt sich mit dem Vorschlag zur Umbenennung des Wagnerplatzes in den „Refugees-Welcome-Platz“. Die Begründung für den Vorschlag: „Der Refugees-Welcome Platz soll Menschen aus aller Welt in Leipzig willkommen heißen und gegen die Lügengeschichten der Menschenfeinde stehen.“ Die Initiative fordert mehr Sachlichkeit und mehr Mitgefühl in der aktuellen Debatte. In Leipzig gebe es keinen Platz für Hass und Unmenschlichkeit.

++ 18.30 Uhr ++ Bisher haben sich etwa 300 Gegendemonstranten an der Hainspitze eingefunden.

++ 18.00 Uhr ++ Der Richard-Wagner-Platz als Demonstrationsort für Legida und deren Gegner wird seit einigen Wochen zeitweise symbolisch in „Refugees-Welcome-Platz“ umbenannt. Eine Initiative setzt sich dafür ein, dass dies dauerhaft so bleibt. Dagegen wehrt sich jetzt der Richard-Wagner-Verband Leipzig.

++ 17.45 Uhr ++ Legida erwartet Heiko Bernardy als Redner, der wegen seiner Hassreden Anfang des Jahres aus der AfD ausgeschlossen worden war. Damals hatte er bei einer Sügida-Kundgebung rassistische und islamfeindliche Parolen verbreitet.

++ 17.30 Uhr ++ Legida hat sich erneut für die mittlerweile übliche Demo-Route entschieden: Nach der Auftaktkundgebung auf dem Wagnerplatz laufen die Teilnehmer über den Goerdeler-, den Dittrich- und den Martin-Luther-Ring zur Lotterstraße. Von dort aus geht es am Stadthaus vorbei auf demselben Weg zurück zum Ausgangspunkt, wo üblicherweise eine kurze Abschlusskundgebung stattfindet.

++ 17.15 Uhr ++ Unter dem Motto „Dem Rassismus den Platz nehmen“ sind vier Gegenkundgebungen geplant. Jeweils 200 Teilnehmer werden bei Kundgebungen zwischen 17.30 und 22 Uhr am kleinen Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof, an der Hainspitze, dem Thomaskirchhof und am Neuen Rathaus erwartet. „Solange Rassisten und Hetzer in Leipzig aufmarschieren, solange werden wir ihre Parolen, Ressentiments und Menschenverachtungen entschlossen entgegentreten“, sagt Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

++ 17.00 Uhr ++ Der 25. Legida-Aufmarsch beginnt heute Abend um 19 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Richard-Wagner-Platz. Die Veranstalter haben 1000 Teilnehmer angekündigt, in der vergangenen Woche hatte das rechte Bündnis 700 Teilnehmer mobilisiert.


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