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Legida und Proteste
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Linke: Pegida ist Reflex auf Sachsens Politik - Krumbiegel: Demokultur in Leipzig anders

Linke: Pegida ist Reflex auf Sachsens Politik - Krumbiegel: Demokultur in Leipzig anders

Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt sieht in der islamfeindlichen Pegida-Bewegung auch einen Reflex auf Verhältnisse in Sachsen. „Das alles ist auch ein Symptom des Zustandes dieser Landespolitik: abwarten, aussitzen, abmoderieren und im Notfall scheinheilige Symbolik“, erklärte Gebhardt am Dienstag in Dresden.

Dresden. Es sei klar, dass sich Dresden zu einer bundesweiten Pilgerstätte von Pegida entwickelt habe. Dennoch müssten sich die Stadt und das Land fragen lassen, wieso Dresden dieser Anlaufpunkt ist: „Mehr Herz, mehr Menschlichkeit, mehr Demokratie sind gefragt statt mehr warmer Worte. Es geht um eine neue Art der Politik: eine Politik der Beteiligung, die nicht nur alle vier, fünf Jahre zur Wahlurne ruft, sondern Menschen einbindet und Beteiligungsmöglichkeiten schafft.“

Zugleich warb Gebhardt für bundesweite Unterstützung bei den Pegida- Gegendemonstrationen in Dresden. „Die Stadt Dresden wird dieses Problem nicht von alleine los. Wenn bundesweit rechte Menschen nach Dresden mobilisieren, dann brauchen wir Unterstützung aus dem ganzen Land, die zeigt: Was in anderen Städten nicht läuft, läuft auch in Dresden nicht“, sagte Gebhardt.

Seit Wochen protestieren jeden Montag Tausende Menschen gegen eine von Pegida behauptete Überfremdung in Deutschland. Am Montag waren es 25.000. In keiner Stadt ist der Zulauf so hoch wie in Dresden. Bundesweit stößt die Bewegung aber auf breiten Widerstand. In Leipzig standen am Montag 4800 Anhänger des Ablegers Legida rund 30.000 Gegendemonstranten gegenüber.

Der Mitbegründer des Leipziger Courage-Vereins, „Prinzen“-Frontmann Sebastian Krumbiegel, sieht in Leipzig im Vergleich zu Dresden eine völlig andere Demonstrationskultur. Dresden sei mittlerweile so „eine Art Wallfahrtsort“ geworden. Zu den Pegida-Demonstrationen reisten Leute inzwischen auch von auswärts an. „Das sind nicht alles nur Dresdner“, sagte Krumbiegel.  

Allerdings seien dort in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit den Demonstrationen am 13. Februar von Regierung, Justiz und Polizei viele Fehler gemacht worden. „Leute, die friedlich demonstriert haben, wurden kriminalisiert. Ich nenne den Pfarrer Lothar König, das Vorgehen gegen das Bündnis Dresden nazifrei oder auch die umstrittene Funkzellenabfrage“, sagte Krumbiegel. „Das sind Signale, die nach draußen gehen und sagen, hier hat man leichtes Spiel.“

In Dresden gibt es seit Jahren am 13. Februar Auseinandersetzungen, weil Neonazis versuchen, das Gedenken an die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg für sich zu vereinnahmen. In Leipzig sei etwa beim Aufmarsch von Rechtsextremisten sofort und ganz klar reagiert worden. Unter anderem mit dem Festival „Courage zeigen“ seien die Leipziger gegen rechtsextreme Aufmärsche am 1. Mai mobilisiert worden.

Leipzig sei aber auch historisch anders gewachsen als Dresden. „Wir waren immer eine Handelsstadt, wir haben davon profitiert, dass die Leute zu uns kommen. Leipzig war selbst zu DDR-Zeiten zweimal im Jahr bunt“, sagte Krumbiegel.

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