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Studie: 80 Prozent der Pegida-Teilnehmer wählen AfD

Georg-August-Universität Göttingen Studie: 80 Prozent der Pegida-Teilnehmer wählen AfD

Wie aus den am Sonntag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung weiter hervorgeht, würden 80 Prozent der Teilnehmer die AfD wählen und 20 Prozent erst gar nicht zur Wahl gehen.

Pegida-Demo in Dresden

Quelle: dpa

Göttingen/Dresden. Recht und Ordnung, die politische Selbstbestimmung Deutschlands sowie eine „deutsche Leitkultur“ - dies ist laut einer Studie den Pegida-Demonstranten in Dresden besonders wichtig. Wie aus den am Sonntag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung weiter hervorgeht, würden 80 Prozent der Teilnehmer die AfD wählen und 20 Prozent erst gar nicht zur Wahl gehen.

Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Demokratieforschung haben nach eigenen Angaben 610 Fragebögen vom November 2015 ausgewertet. Ausgteilt hatten sie 1800 Fragebögen. Sie selbst bezeichnen die Studie als nicht repräsentativ. Die Ergebnisse sagten nur etwas über die Befragten aus. Das Institut gehört zur Georg-August-Universität Göttingen.

Die Mehrheit der Pegida-Teilnehmer marschiert seit mindestens einem Jahr regelmäßig mit, so die Forscher. Mehr als die Hälfte der Befragten gebe an, seit mehr als einem Jahr (23 Prozent) bzw. ungefähr einem Jahr (36 Prozent) dabei zu sein. Neben diesem „Fundament“ existierten jedoch auch ein gutes Drittel, das erst nach dem Zenit von Pegida, also in den vergangenen sechs Monaten, zur Bewegung dazu gestoßen seien.

Die Altersgruppe der 46-55 Jährigen sei die größte Gruppe bei Pegida mit rund 26 Prozent, auch wenn der Anteil im Januar 2015 noch bei rund 31 Prozent lag. Aber: Während der junge Teil der 16-25- und 26-35-Jährigen von vormals rund einem Drittel auf knapp zehn Prozent zusammengesunken sei, bildeten die 56-65-Jährigen bzw. die ab-65-Jährigen zusammengenommen rund die Hälfte der Teilnehmer. Diese Differenzen sind mit großer Wahrscheinlichkeit den unterschiedlichen Erhebungsmethoden geschuldet, teilten die Forscher aus Göttingen weiter mit. Gerade die Älteren, die bei den bisherigen Onlineerhebungen kaum adäquat eingefangen werden konnten, hätten angegeben, das Internet oder das soziale Netzwerk „Facebook“ überhaupt nicht zu nutzen. Ob Pegida damit wirklich älter geworden ist, bleibe unklar.

Verschiebungen ergaben sich demnach auch mit Blick auf Bildungsniveau und Erwerbs- oder Lebenssituation. Rund ein Viertel der Pegidaanhänger verfügten über einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss; im Januar war es noch ein Drittel. Dafür stieg der Anteil derjenigen, die einen Berufsschulabschluss in der Tasche haben: von einem Fünftel auf über ein Drittel (32 Prozent). Entweder arbeiten die Pegida-Teilnehmer Vollzeit, was mit rund 52 Prozent über die Hälfte tut (dieser Anteil lag im Januar noch bei rund drei Viertel), oder beziehen Rente – gerade deren Anteil ist von rund 9 auf rund 34 Prozent angestiegen. Außerdem: Die knappe Hälfte der Befragten (48 statt vormals 37 Prozent) hat eine Angestelltenposition inne, während statt 7 Prozent nunmehr 28 Prozent angeben, Arbeiter (gewesen) zu sein. Von den sozial ausgegrenzten, „prekarisierten“ Schichten findet sich nach wie vor zwar kaum eine Spur (45 Prozent schätzen ihre persönliche Lage gut bis sehr gut ein, nur etwa 12 Prozent schlecht bis sehr schlecht).

Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, äußern viele der Befragten aus den Reihen derBewegung zwar eine gewisse Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Davon ausgenommen sind jedoch Asylbewerber aus islamischen Ländern; 45 Prozent der Demonstrationsteilnehmer fordern dabei eine klare Differenzierung. 41 Prozent sprechen grundsätzlich allen Menschen ein Recht auf Asyl in Deutschland ab; 94 Prozent der Befragten plädieren angesichts der Flüchtlingsdebatte für autoritäre Krisenlösungen und 82 Prozent verlangen die „Befestigung und Verteidigung“ der deutschen Nationalgrenzen.

Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier!

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