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Terroranschlag in Paris sorgt kaum für Zulauf bei Pegida in Dresden

Islamfeindliches Bündnis Terroranschlag in Paris sorgt kaum für Zulauf bei Pegida in Dresden

Der Terroranschlag von Paris hat der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung bei ihrer Montagsdemonstration in Dresden kaum Zulauf beschert. Nach ersten Schätzungen der Studentengruppe „Durchgezählt“ versammeleten sich nicht mehr Menschen als in den Vorwochen.

Dresden. Der Terroranschlag von Paris hat der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung bei ihrer Montagsdemonstration in Dresden keine zusätzlichen Anhänger beschert. Im Gegenteil: Nach Schätzungen der Studentengruppe «Durchgezählt» versammelten sich am Abend zwischen 7000 und 8000 Teilnehmer auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. In dem Demozug durch die Altstadt seien 6978 Menschen gezählt worden. In einer ersten Schätzung war "Durchgezählt" noch von etwas höheren Zahlen ausgegangen. Vor einer Woche hatte Pegida bis zu 8500 Anhänger mobilisieren können.

Nach den Anschlägen auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" im Januar dieses Jahres in Paris hatten die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" rund 20.000 Menschen auf die Straße gebracht - die bislang höchste Teilnehmerzahl überhaupt. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (beide CDU) hatten vor der Kundgebung am Montag davor gewarnt, die Anschläge von Paris politisch zu missbrauchen. Es dürfe keine Politik auf dem Rücken der Flüchtlinge gemacht werden, sagte Tillich bei einem Eintrag in das Kondolenzbuch des "Institut Francais" in Dresden.

Pegida-Chef Lutz Bachmann war nicht dabei. Er sei in „geheimer Sache“ unterwegs und würde den Grund dafür zu „gegebener Zeit“ erläutern, wie der Meißner Siegfried Däbritz erklärte. Der stellte zunächst die Geschehnisse des vergangenen Freitags in Paris in den Vordergrund.

Er forderte, die aktuellen Geschehnisse rund um den Terror radikalislamischer Vereinigungen streng mit der aktuellen Einwanderungsproblematik zu verbinden. Wer das nicht tue, sei ein „Vollidiot“ und habe „das Blut der heutigen und zukünftigen Opfer an seinen Händen“. Däbritz folgerte, dass selbst ein „geringer Anteil“ an „radikalen Kämpfern“ eine große Gefahr für die Bevölkerung darstelle. Er sprach von einem „Trojanischen Pferd“, das „auf seine Gelegenheit wartet“ und sich „satt frisst“. Immer wieder kam es zu „Merkel muss weg“-Rufen. Im Anschluss zitierte Däbritz die Rede der Chefin der französischen nationalistischen „Front National“, Marine Le Pen. Er verlangte daraufhin die Wiedereinführung der Grenzkontrollen und eine Verbesserung der Sicherheitslage im Land.

Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling sprach am Montagabend davon, dass mit den Flüchtlingen auch Terroristen nach Europa kämen. Das zeige der syrische Pass, der im Zuge der Terroranschläge in Paris in der Nähe eines toten Attentäters gefunden wurde. Ob der Pass überhaupt echt ist, war am Montag jedoch weiterhin unklar. Die ehemalige AfD-Politikerin verzichtete weitestgehend auf sachliche Argumente und bezeichnete Angela Merkel als „gefährlichste Frau Europas“. Auch gab sie der Bundesregierung eine Mitschuld an den jüngsten Terroranschlägen in Paris.

Gegen den Pegida-Aufmarsch protestierten nach ersten DNN-Schätzungen rund 1000 Dresdner. "Durchgezählt" schätzte am Abend auf bis zu 1500 Teilnehmer. Mit den "Besorgten Einwohnern" von "Gepida" zogen sie vom Goldenen Reiter zum Schlossplatz, um dort ihren Unmut über die Islamgegner zu äußern. Nachdem Pegida losgezogen war, gingen auch die Gegenprotestler über den Landtag weiter bis zum Bahnhof Neustadt. Sie warfen Pegida vor, die Opfer von Paris „vor ihren Karren zu spannen“ und erinnerten daran, dass Pegida vor einem Jahr als Protest gegen eine Demo von IS-Gegnern gegründet wurde.

Die Versammlungen blieben nach ersten Angaben komplett friedlich. Erst im Anschluss kam es in der Straßenbahn zu Ärger. In einem Wagen der Linie 3 zwischen Bahnhof Neustadt und Albertplatz bemerkten zwei offensichtlich betrunkene Männer eine Gruppe, in der sich auch Ausländer befanden. Daraufhin riefen sie laut Zeugen "Ausländer raus", einer der Männer habe den Hitlergruß gezeigt, berichtete eine Betroffene gegenüber DNN.de. Die Polizei holte die beiden Beschuldigten aus der Bahn und fertigte eine Anzeige.

LVZ (mit dpa)

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