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Spurensuche am Elsterbecken beendet – Polizei entschärft Kriegsmunition

Nach Leichenfund in Leipzig Spurensuche am Elsterbecken beendet – Polizei entschärft Kriegsmunition

Die Polizei hat am Montag ihre Spurensuche am Leipziger Elsterbecken nach dem Fund einer Frauenleiche bis auf Weiteres beendet. Zuvor musste eine Granate entschärft werden, welche Taucher gefunden hatten. Noch immer ist unklar, um wen es sich bei der Toten handelt.

Die Suche am Elsterbecken wurde am Montag fortgesetzt.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nach dem Fund von Leichenteilen im Leipziger Elsterbecken ist die Spurensuche am Montag vorerst abgeschlossen worden. "Die Maßnahmen sind für heute beendet und werden am Dienstag nicht fortgesetzt", sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, am Nachmittag gegenüber LVZ.de. Der Fund einer Sprenggranate hatte die Spurensicherung verzögert. Laut Polizei wurde der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg am Freitagnachmittag unweit des Leichenfundortes an der Landauer Brücke entdeckt. Polizeitaucher fanden die verrostete Sprenggranate im Wasser, als sie nach Hinweisen im grausigen Mordfall suchten. Die Munition muss von einem deutschen Geschütz in den letzten Kriegstagen abgefeuert worden sein, hieß es.

Am Vormittag gegen 10.45 Uhr wurde der historische Sprengkörper mit einem Durchmesser von 3,7 Zentimetern von Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes geborgen. Die Granate sei noch funktionstüchtig gewesen, ihre Entschärfung habe aber keine Probleme bereitet. Die anschließende Suche nach weiteren Munitionsstücken im Wasser blieb erfolglos, so dass gegen Mittag die eigentliche Fahndung nach weiteren Hinweisen im Mordfall fortgesetzt werden konnte.

Nach dem Fund von mehreren Leichenteilen im Leipziger Elsterbeckens ging die Spurensuche am Montag weiter. Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, der unweit des Leichenfundortes an der Landauer Brücke entdeckt wurde, musste entschärft werden. Fotos: Dirk Knofe

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Leichenteile wurden offenbar von der Brücke geworfen

Neben 13 Tauchern und 20 Polizeischülern, die mit Wathosen und Suchstäben ausgestattet im flachen Wasser unterwegs waren, kam erneut ein Leichenspürhund zum Einsatz. Nach LVZ-Informationen hat das Tier aus dem sachsen-anhaltischen Pretzsch bei Wittenberg bereits am Freitag auf der Landauer Brücke angeschlagen. Die Vermutung der Ermittler: Die Leichenteile wurden von dort ins Wasser geworfen. Leichenspürhunde sind auf Blutspuren und Leichengeruch trainiert und können diese auch bis zu drei Wochen später noch wittern, hieß es. Vieles hänge aber von Umgebung und der Witterung ab. Nach Angaben der Kriminalisten könnten durch die Regenschauer am Wochenende bereits Spuren verwischt worden sein.

Für die Taucher ist der Einsatz im Elsterbecken eine mühsame Aufgabe. Das etwa zweineinhalb Meter tiefe Wasser hat derzeit eine Temperatur von elf Grad. Zu schaffen macht den Einsatzkräften neben der Kälte vor allem die schlechte Sicht. "Sie beträgt zwischen 15 und 30 Zentimetern", sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Die Taucher werden durch ein Seil geführt und tasten zuvor festgelegte Planquadrate Zentimeter für Zentimeter ab.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz suchen die Ermittler am Fundort nun nach allen erdenklichen Hinweisen, die bei der Aufklärung des Verbrechens hilfreich sein können. Zudem werde auch parallel auf anderen Kanälen recherchiert. „Es kommen sämtliche Maßnahmen zum Einsatz, die Todesursache, Todeszeitpunkt und Todesumstände klären könnten“, so Schulz auf Nachfrage von LVZ.de. Weitere Angaben zum Stand der Ermittlungen wurden nicht gemacht. Insbesondere machte Schulz keine Aussagen zum Alter und zur Identität des Opfers.

Der Torso einer Frau mit Kopf war am vergangenen Donnerstag von einem Spaziergänger gefunden worden. Noch in der Nacht zog die Feuerwehr ein Bein aus dem Wasser, am nächsten Tag entdeckten Polizeitaucher auch die abgetrennten Arme und ein weiteres Bein.

mro / mpu / S.K.

Weitere Infos zum Leichenfund im Special von LVZ.de.

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