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Stückelmord vor fünf Jahren war von langer Hand geplant

Elsterbecken schon einmal Fundort Stückelmord vor fünf Jahren war von langer Hand geplant

Ein Mordfall mit einer zerteilten Leiche hat Leipzig schon einmal beschäftigt. Vor fünf Jahren brachte Benjamin H. seinen Freund Jonathan H. um. Teile des Körpers entsorgte der Gewalttäter im Elsterbecken. Der Mord war von langer Hand geplant.

Benjamin Hupel (Mitte), hier mit seinen Verteidigern, wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt und zuvor in eine Klinik eingewiesen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ein Mordfall mit einer zerteilten Leiche hat Leipzig schon einmal beschäftigt. Vor fünf Jahren brachte Benjamin H. seinen Freund Jonathan H. um. Teile des Körpers entsorgte der Gewalttäter im Elsterbecken. Der Mord war von langer Hand geplant.

Für das grausame Verbrechen musste sich rund ein Jahr später der heute 27-jährige Benjamin H. vor Gericht verantworten. In kriminalistischer Kleinarbeit setzte die Mordkommission ein Puzzle zusammen. Der Hauptverdächtige war schließlich ein halbes Jahr nach dem Verbrechen in einer Wohnung in Kassel festgenommen worden.

Der junge Täter und sein Opfer kannten sich, spielten zusammen am Computer, bahnten eine Freundschaft an. Was niemand in ihrem Umfeld ahnte: Der spätere Mörder litt an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung, wie es Gerichtspsychiater Karl-Ludwig Kröber im Prozess attestierte.

Benjamin H. habe von seiner Familie wenig Zuneigung erfahren, meinte Hans Jagenlauf, Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer am Landgericht Leipzig. Er habe Bindungsstörungen entwickelt, mit Frauen Probleme gehabt und sei als Einzelgänger durchs Leben gegangen. H. sei unfähig gewesen, mit seiner eigenen Sexualität umzugehen. Orientierung für sein Leben holte sich er sich in Filmen mit Gewaltszenen. Daraus entwickelten sich Fantasien und das Verlangen nach einer eigenen Gewalttat.

An seinem 23. Geburtstag setzte Benjamin H. sein Verlangen in die Tat um. Das Gericht sah es später als erwiesen an, dass am 12. Oktober 2011 Jonathan H. die Lindenauer Wohnung seines Mörders in der Spittastraße betrat. Er wollte dort ein Geburtstagsessen für seinen Freund kochen. Benjamin H. hatte zu diesem Zeitpunkt schon alles für seinen blutigen Übergriff organisiert. „Materialien wie Folie, Müllsäcke, Reinigungsmittel und Gerätschaften zum Zerteilen lagen bereit“, berichtete Jagenlauf.

Was sich in der Wohnung genau zugetragen hat, ließ sich später nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren. Die Kammer war aber davon überzeugt, dass der Mörder seinen Gast im Schlafzimmer mit einer Eisenstange mehrfach auf den Kopf schlug und anschließend mit einem Messer 22 Stiche in Hals und Rücken zufügte. Danach schnitt er Jonathan H. die Genitalien ab und schleppte den Körper ins Bad. Dort zerteilte Benjamin H. die Leiche, verpackte sie in Tüten und lagerte die Pakete zunächst im Kühlschrank zwischen. In der nächsten oder übernächsten Nacht entsorgte er einige Körperteile im Elsterbecken. Der Kopf ist bis heute verschwunden.

Die Wohnung säuberte H. mit Spezialreiniger. „Er ist dabei pedantisch vorgegangen“, so Jagenlauf. Später hätten die Kriminaltechniker nur noch wenige Spuren gefunden. Wenige Stunden nach dem Mord besuchte H. einen weiteren Freund, unweit seiner Wohnung. Dort wurde eine Geburtstagsparty für ihn ausgerichtet. Die Gäste, so der Richter, stellten keine Auffälligkeiten bei H. fest.

Die Schwurgerichtskammer verurteilte Benjamin H. zu 14 Jahren Haft und wies ihn zunächst in ein psychiatrisches Krankenhaus ein. In der Klinik lebt er auch heute.

Von Matthias Roth

Weitere Infos zum Leichenfund im Special von LVZ.de.

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