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Wer ist die Frauenleiche vom Leipziger Elsterbecken?

Polizei steht vor Mord-Rätsel Wer ist die Frauenleiche vom Leipziger Elsterbecken?

Der Fall schockiert Leipzig: Nach dem Fund einer verstümmelten Frauenleiche im Elsterbecken muss die Kriminalpolizei ein schreckliches Mord-Puzzle zusammensetzen. Die Tote hatte offenbar schon länger im Fluss gelegen und war mit einem schweren Gegenstand ins Wasser geworfen worden.

Polizisten suchen nach dem Fund einer zerstückelten Frauenleiche im Leipziger Elsterbecken nach weiteren Beweismitteln.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Der Autolärm übertönt am Freitag die gespenstische Stille am Leipziger Elsterbecken, nördlich des RB-Trainingszentrums. Während Fahrzeugkolonnen über die stark befahrene Hans-Driesch-Straße donnern, stochern Polizisten unterhalb der Landauer Brücke im hüfthohen Wasser. Schlauchboote fahren den Fluss ab, auch Taucher sind im Einsatz – sie bergen weitere Leichenteile und auch einen schweren Gegenstand aus dem trüben Fluss.

Nach dem Fund einer verstümmelten, bislang unbekannten Toten muss die Kriminalpolizei ein schreckliches Mord-Puzzle zusammensetzen. Ein Spaziergänger machte am Donnerstag gegen 18.40 Uhr die grausige Entdeckung: Im westlichen Uferbereich nahe des Cottawegs sah er eine im Wasser treibende, grausam entstellte weibliche Leiche und alarmierte die Polizei. Arme und Beine waren vom Körper abgetrennt. Es liegt laut Polizei nahe, dass die Frau einem Tötungsverbrechen zum Opfer gefallen ist. Nach Informationen von LVZ.de war auch der Oberkörper entstellt und wies erhebliche innere und äußere Verletzungen auf.

Obduktion soll Identität und Todesursache klären

Die Identität der Toten und die Hintergründe der Tat sind bislang völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft ordnet eine Obduktion an, um den Todeszeitpunkt, die Todesursache und die weiteren Umstände zu klären. Informationen wie das ungefähre Alter der Frau werden jedoch nicht bekannt gegeben. „Wir müssen jetzt alle Daten zur Identifizierung zusammentragen. Dazu gehören auch ein DNA-Abgleich und die Überprüfung von Vermisstenfällen“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz, gegenüber LVZ.de. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo gehen „in alle Richtungen und werden mit Hochdruck geführt“, teilen die Behörden mit.

Im Uferbereich des Elsterbeckens in Leipzig ist am Donnerstag eine verstümmelte Frauenleiche gefunden worden. Die Polizei geht von einem grausigen Tötungsverbrechen aus.

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Den ganzen Tag sichern Kriminaltechniker am Elsterbecken akribisch Spuren. Bereits am späten Donnerstagabend war ein Bein unweit des Leichenfundorts aus dem Schilf geborgen worden. Am Freitag gegen 11.20 Uhr finden die Taucher unter der Brücke ein weiteres Körperteil – es handelt sich um einen rechten Fuß oder ein Bein. Die Gliedmaßen waren nach Informationen von LVZ.de bereits stark vom Wasser gezeichnet – ein möglicher Hinweis darauf, dass die Tote schon länger im Elsterbecken gelegen haben muss.

Leiche offenbar mit schwerem Gegenstand versenkt

Die Einsatzkräfte bergen am Mittag ein weiteres größeres Objekt aus dem Wasser und verpacken es in eine blaue Tüte. Es diente offenbar zur Beschwerung der Leiche. Denkbar ist, dass die Tote bereits vor mehreren Tagen in das kalte Wasser geworfen wurde und jetzt erst wieder auftauchte. Zunächst war auch darüber spekuliert worden, ob die Frau ins etwa zwei Kilometer flussaufwärts liegende Palmengartenwehr stürzte und ihr dabei die Gliedmaßen abgetrennt wurden. Diese Variante gilt inzwischen als ausgeschlossen.

Eine weitere ungeklärte Frage bleibt: Hat der Täter den Torso auch am Fundort abgelegt oder wurde die Tote durch die Strömung bis an die Landauer Brücke gespült? Um das ermitteln zu können, haben die Beamten Teile der Brücke, der angrenzenden Böschungen und einen Waldweg mit Flatterband abgesperrt, damit Passanten ferngehalten werden. Über dem Elsterbecken zwischen Alt-Lindenau und dem Zentrum-Nordwest schwebt auch eine Polizeidrohne und schießt Fotos vom Fundort – sie sollen bei der weiteren Suche helfen.

Polizeipräsident Bernd Merbitz (links) informiert sich am Fundort der Leiche.

Polizeipräsident Bernd Merbitz (links) informiert sich am Tatort.

Quelle: Robert Nößler

Wasserpegel könnte für weitere Suche abgesenkt werden

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz informiert sich am Vormittag vor Ort über die Ermittlungen. Der Chef der Mordkommission, Rainer Baacke, leitet die Spurensuche vor Ort – wie auch beim Stückelmord-Fall 2011, als wenige hundert Meter flussaufwärts die zerteilte Leiche des 23-jährigen Jonathan H. im Elsterbecken versenkt wurde. Damals war auch der Wasserstand abgesenkt worden, um die Suche zu erleichtern. Ob dies auch für die nächsten Tage geplant ist, ließen die Ermittler am Freitag offen. Die Suche soll am Wochenende fortgesetzt werden.

Von Robert Nößler / Matthias Roth

Weitere Infos zum Leichenfund im Special von LVZ.de.

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