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Blick in die Fanszene: Fußballfibel über Chemie Leipzig erscheint zur Buchmesse

Leutzscher Fußball Blick in die Fanszene: Fußballfibel über Chemie Leipzig erscheint zur Buchmesse

Leutzscher Legende, feuchtfröhliche Auswärtsfahrten, das gespannte Verhältnis zum Ortsnachbarn, Selbstbestimmung und Fankultur – Ultra-Vorsänger Alexander Mennicke hat eine Fußballfibel über Chemie Leipzig geschrieben.

Alexander Mennicke im Fanblock bei Chemie Leipzig.
 

Quelle: Kristina Černiauskaitė

Leipzig. Im Fanblock bei Chemie Leipzig ist Alexander „Menne“ Mennicke seit vielen Jahren eine zentrale Person. Betreten die Grün-Weißen irgendwo den Rasen, sitzt er schon auf dem Zaun am Block, stimmt als „Capo“ die Gesänge der Ultra-Gruppierung „Diablos Leutzsch“ an. Darüber hinaus ist der 30-Jährige auch in den Vereinsstrukturen eine wichtige Stütze. 2008 hatte er nicht unerheblichen Anteil an der Wiederbelebung der BSG Chemie unter traditionsreichem Namen, engagiert sich seither mit anderen Fans bei Spieltagsorganisation und Stadionsanierung. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse gestattet der studierte Politikwissenschaftlicher nun literarisch Einblicke in die grün-weiße Fanszene. Für die „Fußballfibel“-Reihe eines Berliner Verlages hat Mennicke über seinen Herzensverein geschrieben.

Im Gegensatz zu vergleichbaren Titeln ist die neue Chemie-Fußballfibel keine bloße Nacherzählung prägnanter Triumphe und Niederlagen. Stattdessen nimmt der Autor seine Leser mitten hinein in den Fanblock, lässt sie auf 150 Seiten am Wesen des Leutzscher Fußballs teilhaben. „Ich wollte bewusst keine einfache Fußball-Chronik schreiben, mir ging es um das Verhältnis der Fans zu ihrer BSG Chemie“, erzählt Mennicke. Und das ist angesichts der Generationen im Kunze-Sportpark, die zwischenzeitlich auch eine Spaltung der Szene überstehen mussten, vielschichtig. „Es gibt drei fiktive Charaktere im Buch, die gemeinsam von Chemie erzählen: Es gibt den gerade erst wieder in den Fanblock zurückgekehrten ältere Fan, der die Meisterschaft 1964 miterlebt hat. Dazu kommt einer aus meiner Generation, der schon beim FC Sachsen dabei war. Der ganz jungen Ultra-Fan, der Chemie erst seit der Neugründung kennt, ist der dritte Protagonist“, beschreibt Mennicke.

Fiktive Geschichten über Leutzscher Realität

Alle drei Figuren erleben zusammen die Landesliga-Saison 2014/2015, die in ihrem Verlauf exemplarisch für viele Jahre Leutzscher Fußball stehen könnte: Chemie startet mit Euphorie, es folgen sportlicher Höhenflug, Rückschläge, eine kämpfende Elf, die am Ende trotzdem Aufstieg und Meisterschaft verpasst. Parallel lässt der Autor seine Charaktere von legendären Fanfahrten schwärmen, zeigt den Enthusiasmus beim Vorbereiten von Choreografien, geht auf Fanfreundschaften ein. Natürlich vergisst Mennicke in seinen mit echten Fakten gespickten Storys auch das allzeit schwierige Verhältnis zum Ortsnachbarn in Probstheida nicht.

Alexander "Menne" Mennicke.

Alexander "Menne" Mennicke.

Quelle: privat

„Ich habe Geschichten ausgesucht, die mir besonders interessant erschienen. Das Buch hat so natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit“, so der 30-Jährige weiter. Gerade durch die Fokussierung auf Wesentliches und die literarische Freiheit, die sich Mennicke beim Ausschmücken nimmt, schaffen letztlich einen intensiven und mitreißender Blick in echte Fußball-Fankultur. Im heutigen Leutzsch kann diese auch als Klammer zwischen den Generationen verstanden werden: Wo von Legenden geschwärmt wird, wo es Diskurse zum Selbstverständnis gibt, wo aber auch ein Chemie-Graffito die wichtigste Sache der Welt sein kann.

Die Leutzscher Fußballfibel ist nicht die erste Veröffentlichung von Alexander Mennicke. Seit vielen Jahren schreibt er bereits für verschiedene Fußball-Fanzines, hat an der Chronik zum 20-Jährigen des Conne Island mitgewirkt und bereits im Buch „Zonenfußball: Von Wismut Aue bis Rotes Banner Trinwillershagen“ über seinen Verein geschrieben. Dadurch entstand auch der Kontakt zum Fußballfibel-Herausgeber Frank Willmann, der nun auf der Leipziger Buchmesse das neuestes Werk des Ultra-Vorsängers präsentiert.

Parallel zur Messe finden in dieser Woche auch zwei öffentliche Lesungen statt: Am Donnerstagabend stellt Alexander Mennicke sein Buch um 19 Uhr im Schnellbüffet Süd (Karl-Liebknecht-Straße 139) vor, am Samstag geht es vor dem Heimspiel der BSG Chemie um 12.30 Uhr in der Sachsenstube des Kunze-Sportparks weiter.

Das Buch „BSG Chemie Leipzig – Fußballfibel“ ist im Culturon Medien Verlag erschienen. www.culturcon.de

Von Matthias Puppe

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Buchmesse auf einen Blick

Öffnungszeiten:
17. bis 20. März 2016, täglich 10 bis 18 Uhr

Tickets:
Tageskarte im Vorverkauf 16 Euro (ermäßigt 12,50 Euro)
www.leipziger-buchmesse.de/ticket

Programm:
Das Programm zu Leipzig liest ist hier online verfügbar.

Aktionen:
Familiensonntag: Kostenfreier Eintritt für alle Kinder bis 12 Jahre, die bis 10 Uhr mit ihrem Lieblingsbuch zur Messe kommen.