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Preis der Leipziger Buchmesse geht an Natascha Wodin

Literatur Preis der Leipziger Buchmesse geht an Natascha Wodin

Natascha Wodin ist mit dem diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik geehrt worden. Die Auszeichnung wurde ihr am Donnerstagnachmittag für ihr Buch „Sie kam aus Mariupol“ in der Glashalle der Leipziger Messe überreicht.

Natascha Wodin ist mit dem diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik geehrt worden.

Quelle: dpa

Leipzig. Natascha Wodin wurde 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth geboren. Die Jury würdigte mit der Auszeichnung „eine literarische Biographie, die an die Geschichte der Zwangsarbeiter erinnert, und eine persönliche Spurensuche, die dem Verlorenen eine Sprache gibt“. Überreicht wurde der Preis von Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD).

In ihren Werken setzt sich die 71-jährige Schriftstellerin vor allem mit den Themen Entwurzelung und Fremdheit auseinander. Für „Sie kam aus Mariupol“ wurde sie bereits 2015 mit dem Alfred-Döblin-Preis geehrt. In ihrer Dankesrede sagte Wodin, sie sei sehr glücklich über diesen Preis. Sie wünsche sich, dass möglichst viele Menschen von den Ausmaßen der Zwangsarbeit im Deutschen Reich und dem Schicksal der Millionen in der Kriegsindustrie verschlissenen Arbeiter erfahren. Wodins Mutter war Zwangsarbeiterin bei einem Tochterunternehmen des Flicks-Konzern in Leipzig, also am Ort der Preisübergabe.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik war zuvor Barbara Stollberg-Rillinger für ihre Biografie über die Habsburger-Kaiserin Maria Theresia ausgezeichnet worden. Darin habe die Münsteraner Historikerin energisch Klischees beiseite geschoben und dadurch einen neuen Blick auf die Kaiserin ermöglicht, urteilte die Jury. Stollberg-Rillingers Buch sei blendend erzählt, hoch analytisch und prallvoll mit Erkenntnissen. Ihr Stil sei glänzend und von dezenter Eleganz. „Diese Biografie ist ein Meisterinnenwerk“, sagte Juror Alexander Cammann.

Der Preis in der Kategorie Übersetzung ging an Eva Lüdi Kong für ihre Übersetzung von „Die Reise in den Westen“ aus dem Chinesischen. Autor und Entstehungszeit des Originals sind unbekannt, auf Deutsch lag es bislang nicht vor. Die Jury würdigte Lüdi Kongs Übersetzung als ehrfurchtgebietende Leistung. Durch die Übersetzung dieses „populärsten Werkes der chinesischen Literatur“ habe sie einen Schatz gehoben, „von dem wir bisher nichts wussten“. Die Preisträgerin stammt aus der Schweiz und lebte 25 Jahre lang in China.

Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde zum 13. Mal verliehen. Er ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Frühere Preisträger in der Kategorie Belletristik waren unter anderem die Autoren Wolfgang Herrndorf und Jan Wagner. Auf der Leipziger Buchmesse präsentieren sich noch bis Sonntag knapp 2.500 Aussteller. Auf dem parallel veranstalteten Lesefest „Leipzig liest!“ gestalten rund 3.300 Mitwirkende auf 571 Bühnen rund 3.400 Lesungen, Diskussionsrunden und Konzerte. LVZ

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