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Geschichten, Autobiographien und Debüts: Alle Gäste am Donnerstag

LVZ-Autorenarena 2017 Geschichten, Autobiographien und Debüts: Alle Gäste am Donnerstag

Der in Leipzig lebende Schriftsteller Clemens Meyer erzählt Geschichten, zerrissen wie das Leben, düster wie die Welt, aber gleichzeitig schön wie unsere Hoffnungen. Mit viel Humor gibt Schauspieler Walter Plathe seine Lebensgeschichte preis. Und Kolumnistin Doris Knecht weiß in ihrem neuen Roman, wie moderne Menschen lieben und was passiert, wenn sie damit aufhören.

Jean Ziegler, Walter Plathe, Horst Evers, Clemens Meyer und Feridun Zaimoglu (v.l.n.r.) gehören zu den Gästen in der LVZ-Autorenarena am Donnerstag.

Quelle: André Kempner (2), dpa (2), Christian Modla

Alle Gespräche können Sie auf LVZ.de im LiveStream verfolgen. Ausgewählte Talks werden auch auf dem Facebookprofil der Leipziger Volkszeitung übertragen. Auch Sachsen Fernsehen ist in diesem Jahr dabei und hat die LVZ-Autorenarena ins Programm von Leipzig Fernsehen, Dresden Fernsehen und Chemnitz Fernsehen aufgenommen.

11 Uhr: Clemens Meyer

"Die stillen Trabanten"
Erzählungen, S. Fischer
Ein Lokführer, der die Nachtfahrten liebt, bis ein lachender Mann auf den Schienen steht. Ein Wachmann, der seine Runden um das Ausländerwohnheim dreht und sich in die Frau hinter dem Zaun verliebt. Ein Imbissbudenbesitzer, der am Hochhausfenster steht und auf die leuchtenden Trabanten der Nacht schaut. Clemens Meyer erzählt von verlorenen Schlachten und überwältigenden Wünschen. Es sind Geschichten aus unserer Zeit, so zerrissen wie unser Leben, so düster wie die Welt, so schön wie die schönsten Hoffnungen.
Moderation: Peter Korfmacher

11.30 Uhr: Horst Evers
"Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex"
Geschichten, Rowohlt Berlin
Wie können wir den mannigfaltigen Tücken des Daseins begegnen? Horst Evers macht den Alltagstest und erzählt Geschichten mitten aus dem Hier und Jetzt: Er verbessert fremde Sprachen derart, dass man sie versteht, ohne sie zu sprechen; entwickelt Sportarten, deren Ausübung man vor dem eigenen Körper geheim halten kann; lässt sich online massieren und findet endlich sinnvolle Kompromisse für die respektvolle Smartphonenutzung während persönlicher Gespräche. Er schlägt der NSA vor, seine Überwachung von nun an selbst zu übernehmen und regelmäßig Bericht zu erstatten, möchte aber von den eingesparten Kosten profitieren. Auch unterwirft er Kants kategorischen Imperativ und die Lehrsätze anderer großer Denker dem Test und kommt alles in allem zu dem Ergebnis: Das Leben ist wunderbar, macht aber leider häufig auch viel Arbeit.
Moderation: Mark Daniel

12 Uhr: Walter Plathe

"Ich habe nichts ausgelassen"
Autobiographie, Verlag Neues Leben
Auf der Bühne gab er den verführerischen Liliom, den schelmischen Schwejk, den tragischen Professor Unrat. In Filmen spielte er komische und ernste Rollen, im Fernsehen war er siebzehn Jahre lang der bodenständig-sympathische „Landarzt“. Walter Plathe eine echte Berliner Pflanze, ein Typ mit Herz und Schnauze, ein Volksschauspieler, der festhält an seinem Credo: „Die Mutter vons Janze ist das Theater!“  Mit viel Humor erzählt Plathe seine Lebensgeschichte.
Moderation: Kerstin Decker

12.30 Uhr: Laurynas Katkus
"Moskauer Pelmeni"
Essay, Leipziger Literaturverlag
Als "Moskauer Pelmeni" 2011 in Litauen erschien, löste das ein gewaltiges Echo aus. Der autobiografische Essay erkundet die geschichtlich motivierte Hassliebe zwischen Litauern, also Ostmitteleuropäern, und Russen. Laurynas Katkus schildert Reisen durch Russland, Begegnungen mit russischer Literatur und Kunst, die Zeit der Perestroika, die Unabhängigkeitsbewegung, aber auch persönliche Bekanntschaften mit russischen Intellektuellen. Der im sowjetischen Vilnius zweisprachig aufgewachsene Schriftsteller und Übersetzer studierte dort Litauische Philologie sowie Deutsche Literatur und Komparatistik in Leipzig.
Moderation: Jürgen Kleindienst

13 Uhr: Alfred Grosser
"Le Mensch. Die Ethik der Identitäten"
Verlag J.H.W. Dietz Nachfolger Bonn 2017
Klar in der Sprache und konkret in der Sache nimmt Alfred Grosser das Menschsein auf allen Feldern des gesellschaftlichen Lebens unter die Lupe: Kultur, Politik und Erziehung, Geschlecht, Geschichte und Religion, Geld und nationale Mythen – und natürlich unsere Identität in einem Europa mit Flüchtlingen oder ohne. Er warnt eindringlich vor Politikverachtung und zieht Bilanz über das „Menschwerden inmitten der Verzweiflung am Weltgeschehen“.
Moderation: Kostas Kipuros

13.30 Uhr: Mathias Enard
"Kompass"
Roman, Hanser Verlag. Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
„Kompass" ist eine leidenschaftliche Beschwörung der jahrhundertelangen Passion des Westens für die orientalische Kultur.  Franz Ritter, Musikwissenschaftler in Wien, begibt sich im Geiste an die Orte seiner Forschungsreisen: Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra – alles Städte, die für ihn untrennbar mit Sarah verbunden sind, der berühmten Orientalistin, seiner großen Liebe. Seine Erinnerung zaubert immer mehr Fakten, Romanzen und Geschichten hervor, die alle von dem entscheidenden Beitrag des Orients zur westlichen Kultur und Identität zeugen. Für diesen Roman erhielt Mathias Enard in Frankreich 2015 den Prix Goncourt und erhält nun den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.
Moderation: Kostas Kipuros

14 Uhr: Barbara Stollberg-Rilinger
"Maria Theresia - Die Kaiserin in ihrer Zeit"
Biographie, Verlag C.H. Beck
Eine "Weiberherrschaft" war im 18. Jahrhundert an sich nicht ungewöhnlich - ungewöhnlich aber war, dass Kaiserin Maria Theresia das Geschäft des Regierens als ihre persönliche Aufgabe derart ernst nahm und mit äußerster Akribie betrieb. Damit unterschied sie sich von vielen europäischen Monarchen, die lieber ihren Neigungen nachgingen und die Amtsgeschäfte gern anderen überließen. Dass Maria Theresia nicht nur in dieser Hinsicht eine außergewöhnliche Frau war, zeigt diese eindrucksvolle Biographie.
Moderation: Tom Mayer

14.30 Uhr: Doris Knecht
"Alles über Beziehungen"
Roman, Rowohlt Verlag
Doris Knecht  ist Kolumnistin  und Schriftstellerin. Ihr erster Roman, «Gruber geht» (2011), war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. In ihrem neuen Roman schreibt sie darüber, wie moderne Menschen lieben und was passiert, wenn sie damit aufhören. Viktor ist ein Mann mit durchschnittlichen Problemen: Er wird demnächst fünfzig, er hat hohen Blutdruck, fünf Kinder, zwei Exfrauen und eine Lebensgefährtin, die nicht immer so glücklich wie er selbst damit ist, dass er gerade Festival-Intendant wurde. Und er hat eine heimliche Leidenschaft: noch mehr Frauen. Viktor fühlt sich interessant und wie scharf gestellt durch die Frauen, mit denen er Sex hat: Josi und Helen, Anja, Camille, Lisbeth und noch ein paar andere. Die Frauen wiederum haben ihre eigenen Geschichten und entsprechende Gründe, warum sie sich mit einem wie Viktor einlassen – oder auch nicht mehr.
Modertaion: Karim Saab

15 Uhr: Jean Ziegler
"Der schmale Grat der Hoffnung. Meine gewonnenen und verlorenen Kämpfe und die, die wir gemeinsam gewinnen werden"
C. Bertelsmann
Seit vielen Jahren setzt sich Jean Ziegler im Auftrag der Vereinten Nationen mit all seinen Kräften für die Menschen ein. Zunächst als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dann als Vize-Präsident des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrats kämpft er gegen Hunger und Unterernährung, für Menschenrechte, für Frieden. Von diesen Kämpfen, seinen Erfolgen – aber auch den Niederlagen – berichtet Jean Ziegler aus unmittelbarer Erfahrung, beleuchtet die imperialen Machenschaften hinter den demokratischen Kulissen, analysiert die Strategien der Beutejäger des globalisierten Finanzkapitals.
Moderation: Mathias Wöbking

15.30 Uhr: Stephan Lohse
"Ein fauler Gott"
 Roman, Suhrkamp
Sommer 1972. Benjamin ist vor einigen Wochen elf geworden. Im nächsten Schuljahr wird er ein Herrenrad bekommen, eine Freundin und vielleicht eine tiefe Stimme. Doch dann stirbt sein kleiner Bruder Jonas. Nachts sitzt Bens Mutter auf einer Heizdecke und weint. Ben kommt nun extra pünktlich nach Hause, er spielt ihr auf der C-Flöte vor und unterhält sich mit ihr über den Archäopteryx. An Jonas denkt er immer seltener. Ben hat mit dem Leben zu tun, er muss für das Fußballtor wachsen, sein bester Freund erklärt ihm die Eierstöcke, und sein erster Kuss schmeckt nach Regenwurm. Mit seiner neuen Armbanduhr berechnet er die Zeit. Voller Empathie und mit anrührender Komik erzählt Stephan Lohse vom Aufwachsen Anfang der Siebzigerjahre, von Teenagernöten und dem Trost der Freundschaft. Vor allem aber erzählt er vom Mut und dem Einfallsreichtum eines Kindes, das seine Mutter das Trauern lehrt und ihr zeigt, dass das Glück, am Leben zu sein, auch noch dem größten Schmerz standhält.
Dieser Roman ist das Debüt des 1964 geborenen Theater-Schauspielers Stephan Lohse.
Moderation: Karim Saab

16 Uhr: Melanie Amann
"Angst für Deutschland. Die Wahrheit über die AfD: Wo sie herkommt, wer sie führt, wohin sie steuert"
Droemer
Die Spiegel-Redakteurin Melanie Amann kennt die AfD wie keine andere Beobachterin und legt hier die erste umfassende Darstellung dieser jüngsten deutschen Volkspartei vor, ordnet sie historisch ein in die Liste deutscher Rechtsparteien und die europäischen Parteien am rechten Rand. Das Debatten-Buch erklärt, wie der Populismus der AfD so schnell so erfolgreich werden konnte, welche Stimmungen und Strömungen in der deutschen Gesellschaft sie tragen, und warum alle Abwehrstrategien der etablierten Parteien gescheitert sind.
Moderation: Jana Brechlin

16.30 Uhr: Feridun Zaimoglu
"Evangelio. Ein Luther-Roman"
Roman, Kiepenheuer & Witsch
Feridun Zaimoglu begibt sich in die Zeit, auf die Wartburg und in die Kämpfe, die der Verdolmetscher auszufechten hat. Dazu bedient er sich eines Ich-Erzählers, der zwar eine erfundene Figur, aber äußerst faszinierend ist: Landsknecht Burkhard, ein ungeratener Kaufmannssohn, ist Martin Luther zum Schutze an die Seite gestellt. Seine Perspektive ist es, die den Blick auf das Leben, das Streben und die Qualen des Reformators eröffnet.
Moderation: Nina May

Alle Infos zur Leipziger Buchmesse 2017 finden Sie in unserem Special!
 

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An allen vier Messetagen hat die LVZ-Autorenarena (Halle 5, Stand C 100) zu einem abwechslungsreichen Programm eingeladen.

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Buchmesse auf einen Blick

Öffnungszeiten:
23. bis 26. März 2017, täglich 10 bis 18 Uhr

Tickets:
Tageskarte im Vorverkauf 16,50 Euro (ermäßigt 13 Euro)
www.leipziger-buchmesse.de/ticket

Programm:
Das Programm zu Leipzig liest ist hier online verfügbar.

Foto: dpa

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