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Historische und aktuell-politische Themen: Alle Gäste am Samstag

LVZ-Autorenarena 2017 Historische und aktuell-politische Themen: Alle Gäste am Samstag

Sabine Ebert hat einen neuen historischen Roman über die Barbarossa-Ära geschrieben, in dem auch Frauen mitmischen. Michael Steinbrecher spricht über Qualität, Pluralität und Rudel-Journalismus. Und Pfarrer Sven Petry, Ex-Ehemann von AfD-Chefin Frauke Petry, möchte nicht mehr länger schweigen.

Christian Kuno Kunert, Thomas Brussig, Sabine Ebert, Christoph Hein, Peter Wensierski und Michael Steinbrecher (v.l.n.r.) gehören zu den Gästen in der LVZ-Autorenarena am Samstag.

Quelle: André Kempner (2), Andreas Döring, Peter Endig/dpa, privat

Alle Gespräche können Sie auf LVZ.de im  LiveStream  verfolgen. Ausgewählte Talks werden auch auf dem  Facebookprofil der Leipziger Volkszeitung  übertragen. Auch  Sachsen Fernsehen  ist in diesem Jahr dabei und hat die LVZ-Autorenarena ins Programm von Leipzig Fernsehen, Dresden Fernsehen und Chemnitz Fernsehen aufgenommen.

11 Uhr: Chris Kraus

"Das kalte Blut"
Roman, Diogenes
Zwei Brüder aus Riga machen Karriere: erst in Nazideutschland, dann als Spione der jungen Bundesrepublik. Die Jüdin Ev ist mal des einen, mal des anderen Geliebte. In der leidenschaftlichen Ménage à trois tun sich moralische Abgründe auf, die zu abenteuerlichen politischenVer­wicklungen führen. Die Geschichte der Solms ist auch die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert: des Untergangs einer alten Welt und die Erstehung eines unheimlichen Phönix aus der Asche. Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Romancier. Seine Filme (darunter ›Scherbentanz‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Sein neuer Film, die Tragikomödie ›Die Blumen von gestern‹, mit Lars Eidinger in der Hauptrolle, kommt im Januar 2017 ins Kino. ›Das kalte Blut‹ ist Chris Kraus’ zweiter Roman. Der Autor lebt in Berlin.
Moderation: Jana Brechlin

11.30 Uhr: Sabine Ebert
"Schwert und Krone - Meister der Täuschung"
Roman, Knaur
Der neue historische Roman über die Barbarossa-Ära ist der Auftakt zu einer neuen großen Mittelalter-Serie. Dezember 1137: Kaiser Lothar ist tot, und sofort bricht ein erbitterter Kampf um die Thronfolge aus. Machtgierigen Fürsten und der Geistlichkeit ist jedes Mittel recht, um den Welfen nicht nur ihren Anspruch auf die Nachfolge streitig zu machen, sondern ihnen auch Bayern und Sachsen zu entziehen. Durch eine ausgeklügelte Intrige gelangen die Staufer, die selbst Jahre zuvor durch Ränke an der Machtübernahme gehindert wurden, in den Besitz der Krone. Konrad von Staufen wird in die Königsrolle gedrängt, obwohl ihm dieser Weg missfällt. Bald muss er erkennen, dass sogar sein Bruder und sein junger Neffe, der künftige Friedrich Barbarossa, ihm nur bedingt die Treue halten. Es beginnt ein jahrelanger Krieg – und raffiniertes Intrigenspiel, in dem Welfen, Askanier, Wettiner und viele andere mächtige Häuser mitmischen – und auch so manche Frau.
Moderation: Kerstin Decker

12 Uhr: Christian Kuno Kunert (Renft)

"Ringelbeats"
Roman, Eulenspiegel Verlag
Christian »Kuno« Kunert, geboren 1952 in Leipzig, wurde bekannt als Keyboarder der DDR-Rockband KLAUS RENFT COMBO sowie als Schreiber und Sänger von RENFT-Songs wie »Der Wind weiß, was mir fehlt« oder »Gelbe Straßenbahnballade«. 1977 in den Westen abgeschoben, arbeitete Kuno eng mit dem 1998 verstorbenen Gerulf Pannach zusammen. Nun hat er einen Roman geschrieben, der klingt wie ein Rockkonzert. Obwohl er gar nicht in der Musikerwelt spielt. Bierselig genießt der einstige Clown Jacobus Kubisch seinen Ruhestand. Bis sich ein Unbekannter seiner Biografie bemächtigt und damit hausieren geht. Warum nicht? Schließlich hat Kubisch einst Courage gegen die Obrigkeit bewiesen, war ein Mann des offenen Wortes und kann mit einem Gefängnisaufenthalt aufwarten. Und das kann nun wirklich nicht jeder. Kubisch fühlt sich geschmeichelt, glaubt sogar an sein Comeback. Als mysteriöse Dinge geschehen, mischt sich Argwohn in seine Euphorie. Die Wahrheit ist fantastischer, aber auch ernüchternder als vorstellbar. Eine unernste Tragödie, ein Märchen voller Realität, gewürzt mit etwas Irrsinn und dem unvermeidlichen Ernst des Lebens.
Moderation: Kerstin Decker

12.30 Uhr: Bernhard Schmidt, Alexander Röder
"Der Sturz des Verschwörers - Karl Mays Magischer Orient. Band 3"
Karl-May-Verlag
Moderation: Jan Emendörfer

13 Uhr: Peter Wensierski
"Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution Wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte"
DVA Deutsche Verlags-Anstalt
Sie sind jung, sie sind frech, sie verweigern sich dem System und fordern den Staat heraus. Sie wollen sich nicht mehr anpassen. Sie wohnen gemeinsam in Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in ihrer illegalen Nachtbar, bis der Morgen anbricht, und demonstrieren am Tag in der ersten Reihe. Sie werden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt von Leipzig aus zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene Revolution. Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe junger Leute, die einen Kampf führen, den andere für aussichtslos halten. Und die spannend zu lesende Nahaufnahme eines wichtigen Augenblicks der deutschen Geschichte.
Moderation: André Böhmer

13.30 Uhr: Michael Steinbrecher
"Meinung Macht Manipulation. Journalismus auf dem Prüfstand"
Westend Verlag
Wie viel Vertrauensverlust können sich die Medien noch leisten? – Junge Journalisten zeigen Wege aus der Glaubwürdigkeitskrise. Vor allem seit Beginn der Pegida-Demonstrationen taucht immer wieder der Vorwurf der Lügenpresse an die etablierten Medien auf. Was ist der Kern dieses Vorwurfs? Wie ist es um die Qualität des Journalismus wirklich bestellt? Sind Journalisten von oben gesteuert? Michael Steinbrecher geht zusammen mit fünfzehn jungen Journalisten der TU Dortmund diesen und weiteren Fragen nach. Sie liefern Fakten zum Verhältnis von Pluralität und Rudel-Journalismus, untersuchen die Berichterstattung zum Thema Rechtsradikalismus und zeigen Wege aus der Glaubwürdigkeitskrise.
Moderation: Olaf Barth

14 Uhr: Mohamed Amjahid
"Unter Weißen"
Hanser Berlin
Mohamed Amjahid, 1988 in Frankfurt a. M. geboren, ist politischer Reporter und Redakteur beim ZEITmagazin. Er wurde ausgezeichnet mit dem Alexander-Rhomberg-Preis für Nachwuchsjournalismus und war nominiert für den CNN Journalist. Er schreibt über  unbewusste Privilegien und versteckten Rassismus – auch in Deutschland – aus der Perspektive von einem, der täglich damit konfrontiert ist. Wie erlebt jemand Deutschland, der dazugehört, aber für viele anders aussieht? Mohamed Amjahid, Sohn marokkanischer Gastarbeiter und als Journalist bei einer deutschen Zeitung unfreiwillig "Integrationsvorbild", wird täglich mit der Tatsache konfrontiert, dass er nicht-weiß ist. Er hält der weißen Mehrheitsgesellschaft den Spiegel vor und zeigt, dass sich diskriminierendes Verhalten und rassistische Vorurteile keineswegs bloß bei unverbesserlichen Rechten finden, sondern auch bei denen, die sich für aufgeklärt und tolerant halten. Pointiert und selbstironisch macht er deutlich, dass Rassismus viel mit Privilegien zu tun hat – gerade wenn man sich ihrer nicht bewusst ist.
Moderation: Jana Brechlin

14.30: Uhr Noemi Schneider
"Was wissen wir schon"
Roman
Was tun, wenn die eigenen Mütter die Welt schon gerettet haben? Ein fabelhaft ausgelassener Generationenroman der 1982 in München geborenen Autorin. Sie hat alles: eine gute Ausbildung, Lebensfreude-Duschgel und keinen Grund, sich zu beschweren. Sie weiß alles: dass es kein richtiges Leben im falschen gibt und dass der Kapitalismus an allem schuld ist. Ihre Mutter und deren Freundinnen kämpfen schon ein Leben lang für eine bessere Welt. Jetzt hat die Mutter einen Dschihadisten bei sich aufgenommen, dem die Abschiebung droht. Als der in Hungerstreik tritt, ist plötzlich die Tochter gefragt – aber gibt es für sie überhaupt etwas zu gewinnen zwischen kämpferischen Übermüttern und einem Kommerz, der jeden radikalen Gedanken vereinnahmt? Mit anarchischer Lust am Spiel inszeniert Noemi Schneider einen hinreißenden Schlagabtausch zwischen Stadt und Land, Realität und Utopie, Müttern und Töchtern.
Moderation: Jana Brechlin

15 Uhr: Michael Tsokos
"Zerbrochen"
True-Crime-Thriller, Knaur
Der dritte True-Crime-Thriller von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner und Bestseller-Autor Michael Tsokos - basierend auf echten Fällen, authentischen Ermittlungen und der jahrelangen Erfahrung des bekanntesten deutschen Rechtsmediziners. Ein besonderer Tag für Rechtsmediziner Dr. Fred Abel: Viele Monate, nachdem er bei einem brutalen Überfall fast zu Tode kam, tritt er erstmals wieder seinen Dienst an. Sofort wird er vom täglichen Wahnsinn der BKA-Einheit »Extremdelikte« in Beschlag genommen: Der sogenannte »Darkroom-Killer«, ein Psychopath ohne Skrupel, hält Polizei und Bevölkerung in Atem. All dies verblasst jedoch, als Abels gerade neu gefundenes Familienglück auf dem Spiel steht: Seine 16-jährigen Zwillinge, Kinder aus einer längst vergangenen Affäre, besuchen ihn in Berlin – und werden Opfer einer Entführung. Wer hat mit Abel noch eine Rechnung offen?
Moderation: Anita Kecke

15.30: Sven Petry
"Fürchtet Euch nicht – Warum nur Vertrauen unsere Gesellschaft retten kann"
Edition Eichborn
Lange hat er die Politik seiner Ex-Ehefrau, der AfD-Chefin Frauke Petry, still ertragen. Doch nun möchte der Pfarrer Sven Petry nicht länger schweigen. Er sieht den Grund für das Erstarken der AfD in dem Schüren von Angst, das die Partei hervorragend für sich zu nutzen scheint. In seinen Predigten ergreift er für Flüchtlinge Partei, macht seinen Zuhörern Mut, sich den zukünftigen Herausforderungen in unserer globalisierten Welt zu stellen und warnt davor sich durch Ängste in die Fänge rechtspopulistischer Parteien treiben zu lassen. Seit 2009 ist Dr. Sven Petry Pfarrer der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Tautenhain-Ebersbach-Nauenhain mit SK Frauendorf, Hopfgarten und Oberfrankenhain. Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Mut, den unsere Gesellschaft dringend benötigt.
Moderation: Anita Kecke

16 Uhr: Christoph Hein
"Trutz"
Roman, Suhrkamp
Ein Roman  des 20. Jahrhunderts, der des Schriftstellers Rainer Trutz und der von Waldemar Gejm, einem Professor für Mathematik und Linguistik an der Lomonossow-Universität, der seit Jahren ein neues Forschungsgebiet entwickelt: die Mnemotechnik, die Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung. Die partei-offizielle Gedächtnissteuerung staatlicher Stellen wird Trutz wie Gejm in den darauffolgenden Jahren zum Verhängnis: Der Deutsche wird in einem sowjetischen Arbeitslager erschlagen. Die Umschwünge der Politik des Genossen Stalin führen im Falle Gejm zur Deportation mit anschließendem Tod. Nur die beiden Söhne, Maykl Trutz und Rem Gejm, überleben und begegnen sich Jahrzehnte später zeigt sich die Ironie der Geschichte und die ihres Lebens: Das Jahrhundert, das auf ein nicht-staatlich bevormundetes Gedächtnis angewiesen wäre, arbeitet unerlässlich daran, das Gedächtnis auszulöschen. In seiner objektiven und zugleich einfühlenden Chronik der Lebensläufe zweier Familien bündelt Christoph Hein, die vergebliche Hoffnung auf eine Existenz jenseits von Elend und Sklaverei. Und so ist ihm ein Jahrhundertroman im zweifachen Sinn gelungen: ein Jahrhundert umgreifend, ein Jahrhundert widerspiegelnd, ein Jahrhundert verstehbar zu machen und nachzuerleben.
Moderation: Jan Emendörfer

16.30 Uhr: Thomas Brussig
"Beste Absichten"
Roman; S. Fischer
Kein Sex, keine Drugs, aber jede Menge Rock’n’Roll – Der neue Roman von Thomas Brussig
Ostberlin 1989. In einem Keller probt Die Seuche, eine Band, die Großes vorhat. Ihr einziger Fan ist zugleich ihr Manager. Äppstiehn tut, was er kann – und das ist nicht viel. Die Seuche spielt bei Familienfesten und Geburtstagsfeiern und lässt sich in Autoschiebereien am Rande der Prager Botschaft verwickeln. Doch gegen die Wende ist sogar Äppstiehn machtlos. Plötzlich spielt Musik keine Rolle mehr. Aber geht das überhaupt? Thomas Brussigs warmherzige Hommage an die Musik einer Zeit erzählt mit Witz und Leichtigkeit davon, wie es ist, wenn etwas zu Ende geht und gleichzeitig etwas beginnt.
Moderation: Armin Görtz

Alle Infos zur Leipziger Buchmesse 2017 finden Sie in unserem Special!

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Buchmesse auf einen Blick

Öffnungszeiten:
23. bis 26. März 2017, täglich 10 bis 18 Uhr

Tickets:
Tageskarte im Vorverkauf 16,50 Euro (ermäßigt 13 Euro)
www.leipziger-buchmesse.de/ticket

Programm:
Das Programm zu Leipzig liest ist hier online verfügbar.

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